29.09.2016
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Sommerferien: Sandstrand und Campingplatz-Idylle

Warum in die Ferne schweifen, wenn der Badespaß auch am Langeler Lido lockt.

Warum in die Ferne schweifen, wenn der Badespaß auch am Langeler Lido lockt.

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Roland Schriefer

Porz -

Ferien zu Hause können entspannend und unterhaltsam sein. Immerhin entfallen Kofferpacken und Anreisestress. Außerdem hat der Stadtbezirk einiges zu bieten. Die Groov lockt mit Freizeitangeboten von Minigolf bis Bötchenfahren, am Flughafen gibt es viel zu sehen, auf den Poller Wiesen lässt sich toben und in der Wahner Heide trefflich wandern. Vielfach verbinden Radwege die einzelnen Ziele. Von Porz aus lassen sich zudem Ausflüge in die Innenstadt unternehmen. Das vielfältige Angebot lockt Gäste in den Bezirk – manche nur für einen Tag, andere für mehrere Wochen.

Jedes Jahr im März bringt Wolfgang Martens seinen Wohnwagen nach Poll. Dort bleibt er bis Ende Oktober. „Wegen der Hochwassergefahr müssen alle Dauercamper ihre Wagen im November wieder abziehen“, sagt er. Martens verbringt viel Zeit auf seiner Parzelle auf dem Campingplatz Wiesenhaus. Nicht dass er nicht auch mal Urlaub in fremden Ländern machen würde, in Italien zum Beispiel. Aber meistens genießen er und seine Frau Irmgard die schönen Tage in Poll.

„Das ist völlig stressfrei hier“, sagt Martens. Denn anders als in einem Schrebergarten müssen Dauercamper auf ihren kleinen Grundstücken keinen Kohl anpflanzen. „Wir müssen nichts tun, als die Gemeinschaft pflegen“, sagt er. Das sieht nicht schwer aus, denn immer mal kommt ein Nachbar vorbei, um ein Tässchen Kaffee mit den Martens zu trinken.

Zum Abschalten nach Poll

Früher seien viel mehr Kinder hier gewesen, sagt Martens. Camper hätten ihre Boote mitgebracht und das Hauptvergnügen habe sich am Rheinufer abgespielt. „Wir gehen aber auch heute noch manchmal ins Wasser“, sagt Martens. 15 Meter weit könne man hier in den Rhein stapfen und würde immer noch nur bis zu den Hüften im Wasser stehen.

Auch Claudia Kleinsorge und Karl-Heinz Stricker haben ihren Wohnwagen auf dem Campingplatz Wiesenhaus abgestellt. Aber anders als die Martens, die nur tagsüber auf ihrem Platz sind, bleiben die beiden immer das ganze Wochenende über und in den Ferien auch schon mal mehrere Wochen lang. Denn sie leben nicht in Köln, sondern 120 Kilometer entfernt bei Schmallenberg im Hochsauerland.

„Wir sind zufällig auf diesen Platz gestoßen“, sagt Claudia Kleinsorge. Als sie sich vor einigen Jahren einen Wohnwagen zugelegt hätten, seien sie nach Köln gefahren, um Freunde zu besuchen. „Wir waren zuerst auf einem Platz in Rodenkirchen“, sagt Stricker. Der hätte ihnen aber nicht gefallen, weil er ihnen zu unruhig gewesen ist. Dann hätten sie den Campingplatz Wiesenhaus entdeckt und dort in der hintersten Ecke eine ziemlich abgeschlossene Parzelle mieten können. „Zum Abschalten und um Freunde zu treffen, kommen wir am liebsten nach Poll.“

Urlaub vor der eigenen Haustür

Mit ihren Bekannten aus Köln ein paar schöne Stunden zu erleben, sei aber nicht das einzige, was sie nach Poll führen würde. „Wenn wir hier sind, gehen wir auch gerne in die Philharmonie und ins Theater“, sagt Kleinsorge. Außerdem sei sie ein Fan der Kölner Haie und hoffe darauf, mal beim Training der Eishockeymannschaft zuschauen zu können. Fußball dagegen sei nichts für sie.

Aber nicht nur am Campingplatz Wiesenhaus tummeln sich zahlreiche Besucher. Auch das Rheinufer in Porz und die Groov in Zündorf sind in den Sommermonaten beliebte Ausflugsziele. So auch bei Familie Walter-Schulten. Das Ehepaar aus Pulheim verbringt mit seinen beiden Töchtern einen entspannten Tag an den Buchten. „Hier an der Groov lässt es sich bei heißem Wetter prima aushalten“, begründet Jürgen Walter-Schulten die Wahl des Ausflugsziels und ergänzt: „Schön, dass die Nutzung der kleinen Sandstrände kostenlos ist.“ Für den 48-Jährigen ist der Besuch der Groov eine optimale Möglichkeit, den Urlaub vor der eigenen Haustür zu verbringen.

Porz profitiert von den Tagestouristen

Immer mehr Urlauber tun es Familie Walter-Schulten gleich. Im vergangenen Jahr wurde sogar ein neuer Besucher-Rekord aufgestellt – 120 Millionen Tages-Touristen kamen nach Köln. Hinzu kommen 1,73 Millionen Übernachtungen. „Damit zählt Köln zu den beliebtesten Zielen in ganz Deutschland“, freut sich Köln-Tourismus-Geschäftsführer Josef Sommer.

Porz profitiert ebenfalls von den starken Zahlen. Die Besucher an der Groov loben die vielfältigen Möglichkeiten. „Es gibt zahlreiche Radwege, und mit dem Rhein ergibt sich ein herrliches Panorama“, sagt Walter Hein, der mit seiner Frau aus Jülich angereist ist, um in Porz eine Fahrradtour zu unternehmen. Andere Besucher loben das gute Gastronomieangebot sowie die vielen Möglichkeiten für Kinder. „Eine weite Reise ins Ausland sparen wir uns gerne, wenn es so schöne Fleckchen in der Umgebung gibt“, so Hein.


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