25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Illegale Gebäude in China: Haus auf Hochhaus muss verschwinden
22. August 2013
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Illegale Gebäude in China: Haus auf Hochhaus muss verschwinden

Illegale Architektur in China

Diese Felsenvilla auf einem Hochhaus in Peking muss abgerissen werden.

Foto:

Getty Images

Peking -

Chinesische Bauarbeiter haben einen Pekinger Wohnturm erklommen, um eine illegal erbaute Felsenvilla abzureißen. Etwa sechs Männer waren auf dem Dach des 26-stöckigen Hauses in der chinesischen Hauptstadt inmitten der Landschaft aus Gestein und Bäumen zu sehen. Die Behörden hatten am Montag entschieden, dass das „Luftschloss“ illegal sei und dem Eigentümer zwei Wochen Zeit für den Abriss gegeben.

Nachbarn zeigten sich erleichtert, dass der Hausherr nun selbst ein Abriss-Team bestellt hatte. Nachdem die Behörden jahrelang nichts unternommen hätten, sei dies zumindest ein guter Anfang, sagte die 70-jährige Nachbarin Teng aus dem gegenüberliegenden Gebäude. Der Protzbau war bei den Nachbarn auf Protest gestoßen. Laut Medien befürchteten sie, die Felsen könnten ihnen eines Tages auf den Kopf fallen.

Der Bauherr Zhang Biqing soll laut Medienberichten Nachbarn gedroht haben, die sich über seine künstliche Felsenlandschaft beschwerten. Dem ehemaligen Politikberater, der mit einer Kette von Akupunktur-Kliniken reich wurde, werden gute Beziehungen zu den Behörden nachgesagt.

Angesichts der explodierenden Immobilienpreise sind Aufbauten auf mehrstöckigen Gebäuden in China keine Seltenheit. Anfang des Monats berichteten die Medien, dass 25 auf dem Dach eines Einkaufszentrums errichtete Luxusvillen inzwischen von Wanderarbeitern bezogen wurden, nachdem die Behörden ihren Bau für illegal erklärt hatten. Berichte über die Bevorzugung von reichen und einflussreichen Chinesen bei der Bewilligung von Baumaßnahmen sorgen regelmäßig für Empörung. (afp)