30.07.2016
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Tierquälerei in Euskirchen: Katze Luna wurde angeschossen

Einige Schrotkugeln (helle Punkte) im Kopf der Katze liegen so ungünstig, dass man sie nicht entfernen kann, wie das Röntgenbild zeigt.

Einige Schrotkugeln (helle Punkte) im Kopf der Katze liegen so ungünstig, dass man sie nicht entfernen kann, wie das Röntgenbild zeigt.

Großbüllesheim -

Luna geht es wieder besser. Kaum zu glauben, dass seit einigen Wochen mehrere Schrotkugeln in ihrem Kopf stecken. Die Katze gehört der Großbüllesheimerin Andrea Hillesheim. Das sieben Jahre alte Tier hält sich mal drinnen, mal draußen auf. „Sie kommt und geht, wann sie will“, erzählt ihre Besitzerin. Am 22. April jedoch kehrte Luna von einem ihrer Ausflüge nicht nach Hause zurück.

Andrea Hillesheims Sorgen wurden von Tag zu Tag größer. Als Luna zehn Tage später dann doch endlich auftauchte, am 2. Mai, bot sie einen erbärmlichen Anblick. „Sie war total abgemagert, das Gesicht war voller Wunden. Ganz offensichtlich hatte jemand auf sie geschossen“, so Hillesheim.

Die 48-Jährige brachte die Katze in die Euskirchener Tierarztpraxis Braun, wo sich Dr. Elif Istemi um das Tier kümmerte. Röntgenaufnahmen ergaben, dass Luna von Schrotkugeln getroffen worden war. Mehrere waren im Kopf stecken geblieben, je eine im Rumpf und in einem Bein.

Polizei eingeschaltet

Istemi erzählte jetzt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass sie in den vergangenen eineinhalb Jahren alleine 13 Katzen aus Großbüllesheim behandelt habe, die angeschossen worden seien. Sie glaubt, dass in dem Euskirchener Ortsteil bewusst jemand Jagd auf Katzen macht. Am vergangenen Donnerstag brachte sie den Fall Luna bei der Polizei zur Anzeige, so wie sie es zuvor schon bei drei anderen verletzten Katzen getan hatte.

Die Ermittlungen blieben bisher allerdings jeweils erfolglos, wie Polizeisprecher Lothar Willems auf Anfrage sagte: „Es gibt nur sehr wenige Ermittlungsansätze. Wenn niemand aus der Bevölkerung etwas gehört oder gesehen hat, ist die Aufklärung unwahrscheinlich.“

In zwei Fällen von Tierquälerei, die Elif Istemi bei der Polizei anzeigte, ging es um den Kater Lucky. Er war Ende Februar angeschossen worden, nur wenige Wochen später verlor er ein Bein. Istemi, die den Kater damals operierte, vermutet, dass er in eine illegale Jagdfalle geraten war. „Wer hat Jagdfallen und wer schießt mit Schrot? Die Polizei könnte doch zum Beispiel zuerst einmal klären, wer in Großbüllesheim einen Jagdschein hat“, meint die Veterinärin, die es bedauert, dass manche Katzenbesitzer den Weg zur Polizei scheuten, obwohl ihr Tier angeschossen worden sei.

Luna wird von der Ärztin mit Schmerzmitteln und Antibiotika behandelt. „Ob wir die Schrotkugeln, die sehr ungünstig liegen, aus dem Kopf entfernen können, wissen wir noch nicht. So oder so müssen wir jetzt erst einmal ihren Zustand stabilisieren.“ Bleiben die Kugeln im Körper, droht dem Tier eine schleichende Bleivergiftung. „Das ist eine schlimme Vorstellung“, meint Andrea Hillesheim.

Immerhin kann sie sich darüber freuen, dass Luna sich von den Folgen ihren Verletzungen erholt hat. Sie hat an Gewicht zugelegt und verlässt auch wieder das Haus. „Da kommt natürlich immer die Angst auf, dass wieder etwas passieren kann“, sagt die Großbüllesheimerin, die auch noch einen Kater hat. Wie es Luna erging, nachdem sie von der Schrotladung getroffen worden war, will sie sich gar nicht ausmalen: „Wahrscheinlich hat sie tagelang irgendwo gelegen, weil sie nicht aufstehen konnte.“