24.07.2016
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Säuberungsaktion: Kampf gegen die Motte

Viele fleißige Hände: Bürger aus Oberaußem entfernten unterhalb der Grass-Kastanie Laub mit der Miniermottenbrut. BILD: PRIVAT

Viele fleißige Hände: Bürger aus Oberaußem entfernten unterhalb der Grass-Kastanie Laub mit der Miniermottenbrut.

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Bergheim-Oberaußem -

Rund 20 Oberaußemer Bürger sammelten am Wochenende auf dem Friedhof das Laub ein, das sich am Hang unterhalb der Kastanie angesammelt hatte. Ziel der Aktion: Der rund 350 Jahre alte Baum, unter dem schon der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Günter Grass in jungen Jahren gesessen haben soll, soll vor der Miniermotte geschützt werden. Die Brut des Insekts hat sich im Laub eingenistet, hätte sich im Mai wieder an der mächtigen Kastanie gütlich getan und sie vermutlich abermals schwer geschädigt. „Der Baum hat so in diesem Frühjahr ein wenig Zeit, sich zu erholen, bevor er erneut aus der Umgebung infiziert wird“, sagt Carsten Hütten, der Projektleiter im Stadtteilforum Oberaußem.

Meisenkästen aufgehängt

Zum Schutz des Baums haben die freiwilligen Helfer eine Reihe von Meisenkästen rund um den Friedhof aufgehängt. Die heimischen Meisenarten hätten sich inzwischen zu natürlichen Feinden der nach Europa eingeschleppten Motte entwickelt. „Mit ihrem Fressverhalten werden wir vor Ort die Population der Schädlinge langfristig reduzieren“, sagt Hütten. Die Bürger beseitigten zudem reichlich Schrott und Abfall. „Es ist erschreckend, dass in der Vergangenheit Computerteile, Monitore und sonstiger Müll in den Hang geworfen wurden“, berichtet Hütten. Im unzugänglichen Gebüsch unterhalb des Friedhofs befänden sich noch Unmengen von Grablichthülsen, die offenbar von Friedhofsbesuchern auf dem einfachen Weg entsorgt wurden. Hütten: „Über ein solches Verhalten kann der umweltbewusste Bürger leider nur noch den Kopf schütteln.“ Die Helfer des Stadtteilforums wollen nun auch an anderen Stellen im Ort Müll beseitigen.