31.07.2016
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Besuch im Bundesamt für Verfassungsschutz: Angela Merkel auf Stippvisite in Köln-Chorweiler

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REUTERS

Köln -

Die Bundeskanzlerin sprach frei, ihre Hände waren zur weltberühmten Merkel-Raute geformt. Anderthalb Stunden lang hatte Merkel am Freitagmittag das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln-Chorweiler besucht, im Foyer fasste sie die Visite anschließend in 2:20 Minuten zusammen, während BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen neben der Kanzlerin vor Stolz fast aus dem Anzug platzte.  Immerhin hatte sich bis Freitag nur einer von Merkels sieben Amtsvorgängern (Helmut Schmidt , 1979) am Kölner Hauptsitz des Inland-Nachrichtendienstes sehen lassen.

Spulen wir das Zwei-Säulen-Statement von Angela Merkel, das einerseits die Belegschaft motivieren und die Bürger draußen im Lande sedieren soll, mal bis kurz vor Schluss vor:  „Wir möchten alle, dass die Menschen in Deutschland  in Sicherheit leben können und wir brauchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bundesamt für Verfassungsschutz  und anderswo, um diese Sicherheit immer wieder zu gewährleisten, und dafür abschließend nochmal ein herzliches Dankeschön!“

Sie habe sich informieren können über „langjährige Herausforderungen“ (also Links- und Rechtsextremismus) und „neue Phänomene“ (Salafisten und Dschihadisten), sagte Merkel, und zeigte sich schwer beeindruckt von der „rasanten Geschwindigkeit“, mit der die Verfassungsschützer ihre Analysen fertigen und „Menschen verfolgen, die sozusagen am Abgrund des Lebens arbeiten“. Wann wurde das Berufsbild „Terrorist“ jemals so schön in Worte gefasst?

Ein paar Geheimdienst-Altlasten (NSU, NSA) touchierte die Bundeskanzlerin auch, blieb dabei aber im Grundsätzlich-Ungefähren. Sie beklagte sich also nicht über abgehörte Mobiltelefone, sondern sagte: „Auch die Balance von Sicherheit und Freiheit wird uns weiterhin beschäftigen im NSA-Untersuchungsausschuss.“