30.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Köln in historischen Aufnahmen: Wie der Eingang des Kölner Zoos einmal aussah
05. April 2016
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Köln in historischen Aufnahmen: Wie der Eingang des Kölner Zoos einmal aussah

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Der Kölner Zoo feiert mitte der 1960er Jahre sein 100-jähriges Bestehen.

Foto:

Hans Hansen

Zum 100-jährigen Bestehen des Kölner Zoos befand sich dessen Haupteingang noch an der Ecke zur Riehler Straße. Unser Bild aus dem Jahr 1960 zeigt das Portal, das einst von zwei Hirsch-Statuen auf Säulen flankiert wurde. Eine von ihnen wurde im Krieg zerstört.

Der Eingang war nach den Plänen des ersten Zoodirektors Heinrich Bodinus gestaltet und 1860 eröffnet worden. Kurz nach Aufnahme des Bildes wurde der Eingang abgebrochen: Denn die Riehler Straße wurde verbreitert und dafür musste der Tierpark an seiner Ostgrenze einen Geländestreifen an die Stadt abtreten.

Der heutige Zoo-Eingang an der Lennéstraße/Alter Stammheimer Weg wurde dann 1962 eröffnet. Etwa an der Stelle des alten Entrees haben heute die Onager-Wildesel ihr Revier.

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Die Stelle des alten Eingangs heute. Dort haben nun die Onager-Wildesel ihr Revier.

Foto:

Thomas Banneyer

Der von den Weltkriegs-Bomben verschonte Hirsch vom Eingangsportal hat einen neuen Platz bekommen. Er steht heute zwischen Zoo-Restaurant und Clemenshof, dem 2014 eröffneten bergischen Bauernhof des Tierparks. (mit bes)

Der grüne Ebertplatz Ende der 1950er Jahre.

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Der Ebertplatz im Jahr 1959.

Foto:

Hans Hansen

Ein funktionierender Springbrunnen umgeben von Blumenrabatten und Grün – die Aufnahme zeigt den Ebertplatz im Jahr 1959. Leser Hans Hansen hat sie uns zur Verfügung gestellt.

Im Hintergrund ist das Büro- und Geschäftshaus Ebertplatz 1, Ecke Sudermanstraße/Hansaring zu sehen. Damals hatte es noch einen Stollwerck-Reklameschriftzug im Dachgeschoss.

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Der Ebertplatz im Jahr 2016.

Foto:

Thomas Banneyer

Heute dagegen bietet der in den 1970er Jahren anlässlich des U-Bahn-Baus umgestaltete Ebertplatz eher einen Anblick der Tristesse: Die 1977 eröffnete, begehbare „wasserkinetische Brunnenanlage“ des Skulpturenkünstlers Wolfgang Göddertz lief nur kurze Zeit. Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Anlage defekt; Ursache war eine Fehlbedienung des Pumpsystems. (bes)

Als der Breslauer Platz noch ein riesiger Parkplatz war.

Taxistand Breslauer Platz

Der Breslauer Platz — im Jahr 1979 noch ein riesiger Parkplatz.

Foto:

KVB/Pietschmann

In den vergangenen 70 Jahren hat der Breslauer Platz an der Nordseite des Kölner Hauptbahnhofs mehrfach sein Aussehen und seine Funktion gewechselt.

Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe zeigt den Platz im Spätsommer 1979, als ein Großteil der Fläche als Parkplatz und Taxistand genutzt wurde.

Unter den S-Bahnsteigen parken Fahrzeuge. Die Einkaufsmeile im Bahnhof gab es damals noch nicht. Unter der Bahnhofshalle waren waren eine große Gepäckaufbewahrung und Lagerräume untergebracht.

Lange Zeit ohne Namen

Seit 1945 gibt es den Platz überhaupt erst. Vor dem Zweiten Weltkrieg reichten noch die Häuser des Kunibertsviertels bis an den Hauptbahnhof heran.

Mehr als ein Jahrzehnt hatte der neu geschaffene Platz zunächst keinen Namen. Erst 1959 wurde er Breslauer Platz getauft.

Immer wieder umgestaltet

Im Jahr 1975 schrumpfte der Breslauer Platz, weil der Kölner Hauptbahnhof um die S-Bahn-Gleise 10 und 11 erweitert wurde.

Als Mitte der 1980er Jahre die Philharmonie und das Museum Ludwig auf der Fläche des alten Kölner Busbahnhofs am Dom entstanden, wurde die Ostseite des Breslauer Platzes zum neuen Busbahnhof.

Im Zuge des Baus der Nord-Süd-Stadtbahn kam es zur Sperrung des Platzes und der U-Bahn-Station. Die neue Haltestelle ging 2011 in Betrieb und hat den Breslauer Platz mit ihren markanten dreieckigen Eingängen optisch komplett verändert.

Nach monatelangen Bauarbeiten wird der neu gestaltete Breslauer Platz im März 2013 eröffnet.

Nach monatelangen Bauarbeiten wird der neu gestaltete Breslauer Platz im März 2013 eröffnet.

Foto:

Grönert

Auch der Platz selbst wurde neu gestaltet und im März 2013 feierlich wieder eröffnet. Der Brunnen auf der Platzmitte wurde — obwohl im Vorfeld vom Stadtrat beschlossen — bei den Arbeiten vergessen und nachträglich gebaut.

Der alte Offenbachplatz vor der Kölner Oper

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Blick auf den Offenbachplatz zum Kölner Dom im Frühjahr 1976.

Foto:

KVB

Eine mondäne Fontäne, im Hintergrund der Dom. Wir blicken auf den Offenbachplatz vor der Oper im Köln 70er Jahre.

Benannt wurde er nach dem 1819 in Köln geborenen Komponisten Jacques Offenbach. Die Aufnahme stammt aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe und entstand im Mai 1976.

Bis in die 1960er Jahre hinein wurde die Fläche vor der Oper noch als großer Autoparkplatz genutzt, dann erst gab die Stadt die große Brunnenanlage in Auftrag.

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Der Springbrunnen auf dem Offenbachplatz im Mai 1976.

Foto:

KVB

1966 wurde der Brunnen eingeweiht. Damit war der Offenbachplatz in der damaligen Zeit eine von wenigen autofreien und fußgängerfreundlichen Flächen in der Stadt. Die Kölner Bürger und Touristen nahmen Platz und Brunnen begeistert an. In den Sommermonaten wurde darin geplanscht.

Während der Sanierung von Oper und Schauspiel wurde in den vergangenen Jahren auch der Platz zur Baustelle. Restauratoren setzten den Brunnen für 180.000 Euro instand. Seit Mitte Juli 2016 ist er für die Öffentlichkeit wieder zugänglich und sprudelt wieder. 

Die Nippeser Einkaufsmeile Ende der 1960er Jahre

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Blick auf die Neusser Straße in Köln-Nippes im Herbst 1969.

Foto:

Kvb

Als auf der Neusser Straße in Nippes noch Bahnen ratterten: Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrs-Betriebe zeigt die Veedels-Einkaufsmeile auf Höhe der Gellertstraße im Herbst 1969.

Die Bahnen fuhren noch überirdisch, am rechten Bildrand sind aber die Arbeiten für die U-Bahn zu erkennen. Mitte der 70er Jahre ging der Tunnel in Betrieb - als eine der ersten Kölner U-Bahn-Strecken.

Am oberen rechten Bildrand ist der Schriftzug des „Kaufhof“ zu sehen. Das Warenhaus gibt es an dieser Stelle heute noch - die Zebrastreifen davor sind allerdings verschwunden. Über die Kreuzung Neusser/Wilhelmstraße führt heute Kölns einzige sogenannte „Rundum-Grün“-Ampel, die auch ein diagonales Überqueren ermöglicht. 

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Ein prachtvoller Bahnhof am Deutzer Rheinufer

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Der frühere Bahnhof der Bergisch-Märkischen Eisenbahn Anfang vergangenen Jahrhunderts.

Foto:

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Ein heute ungewohntes Bild: Um 1900 reichte die Deutzer Freiheit bis an den Rhein hinunter und endete am rechtsrheinischen Anlegepunkts der 1822 erbauten Schiffsbrücke und dem früheren Bahnhof der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft.

Dieser beeindruckende Bau ist auf unserem historischen Foto zu sehen. Darunter verkehren beladene Pferdekutschen.

Gleich neben dem Bahnhof lag an der Deutzer Freiheit Nr. 3, das Stammhaus der 1830 gegründeten Sünner-Brauerei, der weltweit ältesten Kölsch-Brauerei. Zunächst gegründet als kleine Hausbrauerei „Zum Schiffgen“ mit Brennerei und Schankwirtschaft.

Am selben Rheinufer befand sich auch die damals im Rhein verankerte Badeanstalt, die im Sommer die Badegäste nach Deutz und anschließend ins Brauhaus lockte.

Heute verläuft ungefähr auf Höhe des alten Bahnhofs die Deutzer Brücke zwischen rechter und linker Rheinseite. (mit NR)

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als die Subbelrather Straße zur KVB-Umleitung wurde.

Schienenbau Subbelrather Straße

Auf der Kreuzung Subbelrather Straße/Ehrenfeldgürtel werden im Juli 1984 Schienen verlegt.

Foto:

KVB

Eine mächtige Schienenkonstruktion wurde im Sommer 1984 an der Kreuzung Subbelrather Straße/Ehrenfeldgürtel eingebaut. Das war notwendig, weil für die Linien 3 und 4, die damals noch über die Venloer Straße fuhren, zur Vorbereitung des aufwändigen U-Bahn-Baus eine Umleitungsstrecke auf der Subbelrather Straße bis zur Äußeren Kanalstraße gebaut wurde.

Unsere Aufnahme aus dem Jahr 1984 stammt von den Kölner Verkehrs-Betrieben. Der „halbe Gleisstern“, wie Fachleute ein solches Bauwerk nennen, ist längst wieder ausgebaut, ebenso wie die Gleise der Umleitungsstrecke.  (mit rös)

Zum Vergleich: So sieht die Kreuzung heute aus:

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Die Kreuzung Subbelrather Straße/Ehrenfeldgürtel heute.

Foto:

Thomas Banneyer

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Das alte Kölner Stadion und sein Baustellen-Ersatz.

Altes Stadion Müngersdorf

Die zum Fußballstadion umgebaute Müngersdorfer Radrennbahn im Jahr 1975. Oben rechts ist der Neubau des Müngersdorfer Stadions zu sehen, der damals noch nicht eröffnet war.

Foto:

Kvb

Die Geschichte der Sportanlagen in Müngersdorf beginnt nach dem ersten Weltkrieg. Der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer trieb den Bau des Grüngürtels voran, in dessen Mitte ein großes Sportzentrum entstehen sollte. Der Plan zum Bau eines Stadions in Müngersdorf entstand.

Am 22. September 1921 beschloss der Stadtrat den Stadionbau für 15,4 Millionen Reichsmark. Auch eine Haltestellenanlage mit Abstellgleisen für die Straßenbahn wurde schon gebaut.

Von seiner feierlichen Eröffnung 1923 bis zum Bau des Berliner Olympiastadions im Jahre 1936 war der „Sportpark Müngersdorf“ die größte deutsche Sportanlage.

Neubau in den 1970er Jahren

Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrs-Betriebe zeigt oben rechts den Stadionneubau im Oktober 1975, kurz vor seiner Eröffnung.

Während der Bauarbeiten in der Bundesliga-Saison 1973/74 mussten die beiden Erstligavereine, der 1. FC Köln und der SC Fortuna Köln, ihre Spiele in der zum kleinen Fußballstadion umgebauten Müngersdorfer Radrennbahn austragen. Sie ist vorne auf unserem Foto zu sehen.

Am 12. November 1975 wurde das neue Müngersdorfer Stadion dann mit einem Fußballspiel zwischen dem 1. FC Köln und Fortuna Köln eröffnet.

2004 wurde aus dem Müngersdorfer Stadion das Rhein-Energie-Stadion. Der alte Bau entsprach nicht mehr den Bestimmungen für die Fußball WM 2006. Diesmal wurde in Etappen gebaut, so dass der 1. FC Köln sich kleine Alternativspielstätte suchen musste. 

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die alte Haltestelle Venloer Straße in Ehrenfeld.

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Die KVB-Haltestelle Venloer Straße in den 1970er Jahren.

Foto:

Kvb

Warten auf die Straßenbahn im Ehrenfeld der 1970er Jahre: Die Haltestelle Venloer Straße/Gürtel war damals längst nicht so ausgebaut wie heute, die Bahnsteige glichen noch schmalen Fußgängerwegen. Und den Zusatz „Gürtel“ gab es im Haltestellen Namen auch noch nicht.

Fotografiert wurde das Bild aus dem Archiv der Kölner Verkerhsbetriebe im Frühjahr 1972. Wir blicken in Richtung Nord-Osten auf die Bahnbögen vom Bahnhof Ehrenfeld.

Die Bahnen bogen damals vom Ehrenfeldgürtel auf die Venloer Straße in Richtung Bickendorf ab. Den U-Bahn-Tunnel, in dem heute die Linien 3 und 4 verkehren, gab es damals noch nicht.

Zum Vergleich: So sieht die Haltestelle heute aus

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Die Haltestelle heute.

Foto:

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Lesen Sie auf der nächsten Seite: Das Richtfest für die alte Mülheimer Brücke.

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Die Mülheimer Gottestracht von 1929.

Foto:

Joachim Brokmeier

Jedes Jahr veranstaltet die katholische Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius die Mülheimer Gottestracht, die Fronleichnamsprozession in Köln-Mülheim. Das Besondere: die Mülheimer Prozession findet nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser statt.

Unsere Aufnahme stammt aus dem Jahr 1929, Leser Joachim Brokmeier hat sie für das „Mein Köln“-Projekt des „Kölner Stadt-Anzeiger“ zur Verfügung gestellt.

Im Hintergrund ist die Baustelle der Mülheimer Brücke zu erkennen. Die Gottestracht bildete in diesem Jahr des festlichen Rahmen für das Richtfest der Brücke.

Ein Versprechen der Stadt Köln

Der Bau der Mülheimer Brücke erregte jahrelang die Gemüter in Köln: 1914 hatte die Stadt die lang ersehnte feste Verbindung mit der Eingemeindung Mülheims vertraglich zugesichtert. Es dauerte aber 13 Jahre bis nach heftigen Diskussionen über Gestaltung und Standort endlich mit dem Bau begonnen werden konnte. So lange musste eine alte Schiffsbrücke ihren Dienst verrichten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mülheimer Brücke bei einem Luftangriff zerstört. Ihr Nachfolger, die heutige Rheinquerung, wurde im Jahr 1951 eröffnet.

Die gezeigte Aufnahme ist im Kalender „Mein Köln 2016“ zusehen. Er kostet 14,99 Euro und ist online oder telefonisch unter der Nummer 0221/56799303 zu beziehen. Außerdem ist er erhältlich im Servicecenter im DuMont Carré, Breite Str.72.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als neben dem Kölner Dom ein großes Loch klaffte.

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Ein riesiges Loch am Kölner Dom: Die Tiefgarage wird gebaut.

Foto:

Pietschmann/KVB

Die Domplatte, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit Anfang der 1970er Jahre. Zuvor herrschte vor der Kathedrale noch Verkehr, die Stadtbahnen fuhren oberirdisch, die Domportale waren nur über Treppen zugänglich.

In den 60er Jahren begann dann die Umgestaltung der Domumgebung. Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe zeigt die Bauarbeiten an der zweigeschossigen Tiefgarage unterhalb der Domplatte.

Wir blicken in Richtung des heutigen Roncalliplatzes. Rechts sind die Schaufenster des Blau-Gold-Hauses und der Eingang zum Domhotel zu sehen, links die Südfassade des Kölner Doms, daneben die tiefe Baugrube.

Unverbaute Sicht zum Rhein

Im Hintergrund erkennt man bei genauer Betrachtung die Bögen der Hohenzollernbrücke und die Kuppel des Deutzer Bahnhofs. Denn das Römisch-Germanische-Museum und das Museum Ludwig waren damals noch nicht gebaut, die Sicht in Richtung Rhein unverbaut.

In der Trankgasse/Komödienstraße hatten im Mai 1964 die Bauarbeiten für die unterirdische Kölner Stadtbahn begonnen. Der U-Bahn-Bau war die Gelegenheit, die Domumgebung neu zu ordnen.

1969 starteten die Arbeiten an der Tiefgarage. Zwei Jahre später wurde das Parkhaus, das mehr als 600 Fahrzeugen Platz bietet, eröffnet.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die alte Treppe zwischen Hauptbahnhof und Kölner Dom.

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Die Noch relativ neue Domtreppe im Juli 1973.

Foto:

Pietschmann/KVB

Mit dem Bau der Domplatte Ende der 1960er Jahre entstand auch die Treppe von der Nordseite des Kölner Doms zum Bahnhofsvorplatz.
Der Kölner Architekt Fitz Schaller entwarf die verwinkelte Konstruktion mit mehreren Treppen und einer balkonartigen „Zwischenetage“. Auch eine Rolltreppe führte vom Bahnhof zur neuen Domplatte.
Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe zeigt die noch relativ neue Treppe im Sommer 1973.

Abriss und Neubau

Im Jahr 2003 beauftragte die Stadt Köln den Sohn des einstigen Treppen-Erbauers, Christian Schaller, mit einem Neubau. Es entstand die 70 Meter breite Freitreppe, die auch heute noch Dom und Hauptbahnhof verbindet. Im August 2005 wurde sie offiziell eröffnet.

Im Zuge der Umgestaltung der Domumgebung verschwanden im Herbst 2013 dann auch die markanten „Betonpilze“ der damaligen Schaller-Konstruktion.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als der Barbarossaplatz zur Stadtbahn-Kreuzung wurde.

Gleisarbeiten Barbarossaplatz

Gleisbauarbeiten auf dem Barbarossaplatz im Herbst 1976.

Foto:

KVB

Nach Friedrich I., einem Stauferkaiser, wurde der Barbarossaplatz benannt. Seinen Namen hat er heute aber nicht mehr wirklich verdient. Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts schmückten ihn noch Bäume und ein prächtiger Brunnen, um den der Verkehr herumfloss. Heute ist vom eigentlichen Platz nicht mehr viel übrig.

Dazu beigetragen haben nach dem Zweiten Weltkrieg der Straßenausbau und der Bau der Kölner Stadtbahn in den 1960er und 1970er Jahren. Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe zeigt die Verlegung der neuen Gleise auf dem Barbarossaplatz im Oktober 1976. Die Kreuzung wurde zum Verkehrsknotenpunkt, an dem sich heute vier KVB-Linien (12, 15, 16 und 18), Autos, Busse, Fußgänger und Radfahrer treffen.

Entstanden ist das Foto vor dem einstigen Bauhaus-Hochhaus, in dem Ende 2015 eine Rewe-Filiale eröffnet wurde. Rechts ist die Einmündung der Neue Weyerstraße zu sehen, links der Hohenstaufenring in Richtung Zülpicher Platz.

Umgestaltungspläne

Über eine Umgestaltung des Barbarossaplatzes wird schon länger diskutiert und sie steht ganz oben auf der Prioritätenliste des Kölner Baudezernenten Franz-Josef Höing. Angesichts der Kosten ist bisher aber nichts geschehen.

Für Fußgänger und Radfahrer soll die Situation an der komplexen Kreuzung verbessert werden. Die Tieferlegung eines Teil oder aller Bahntrassen hat ein Verkehrsgutachten aus dem Jahr 2012 aber als nicht sinnvoll eingestuft. 

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als der 1. FC Köln über das Double jubelte.

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Jubel übers Double: Die Spieler des 1. FC Köln recken 1978 auf dem Rat­haus-Bal­kon den DFB-Po­kal in die Höhe.

Foto:

privat

Die Mannschaft des 1. FC Köln fuhr im Autocorso durch die Stadt, auf dem Rathaus-Balkon reckten die Fußballer ihre Trophäen in die Höhe, die Fans jubelten.

Das Double - der Gewinn der deutschen Meisterschaft und des DFB-Pokals - im Jahr 1978 gehörte zu einem der sportlichen Höhepunkte im Köln der 70er Jahre und war Abschluss der erfolgreichsten Saison des Klubs.

„Stadt-Anzeiger“-Leser und Hobbyfilmer Klaus Klein hat die Erfolgsgeschichte der Geißböcke mit seiner Super-8-Kamera festgehalten und die Bilder für das „Mein Köln“-Projekt zur Verfügung gestellt.

Die Szenen sind auch in der vierteiligen DVD-Edition „Mein Köln – Gefilmte Stadtgeschichte(n)“ zu sehen.

Die Box mit vier DVDs kostet nur für kurze Zeit und solange der Vorrat reicht 29,95 Euro statt sonst 59,95 Euro und ist online oder telefonisch unter der Nummer 02 21/56 79 93 03 zu bestellen. Die Box ist außerdem erhältlich im Servicecenter im DuMont Carré, Breite Straße 72.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die „alte Dame“ vor dem Altstadt-Panorama.

Der Raddampfer „Goethe“ der Köln-Düsseldorfer vor dem Kölner Panorama.

Der Raddampfer „Goethe“ der Köln-Düsseldorfer vor dem Kölner Panorama.

Foto:

KD Archiv

Sie sind fester Bestandteil des Postkarten-Blicks auf das Rheinland und den Mittelrhein so wie der Dom oder die Loreley – die weiße Flotte der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt, kurz KD genannt.

Seit mehr als hundertachtzig Jahren gleiten die KD-Schiffe von Frühjahr bis Herbst über den Fluss, Millionen von Touristen und Einheimischen bewunderten als Passagiere die Schönheit des Stroms. Das außergewöhnlichste Mitglied der Flotte: der Schaufelraddampfer Goethe.

Unsere Aufnahme aus dem Archiv der KD zeigt das Schiff vor Beginn des Zweiten Weltkrieges am Rheinufer vor dem Dom. Am rechten Bildrand ist noch ein Turm der alten Hohenzollernbrücke zu erkennen.

Auf den Grund des Flusses gebombt

Seit 1913 ist die Goethe im Dienst. Nach einem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg lag sie mehrere Jahre auf dem Grund des Rheins.

1996 wurde das Schiff dann aufwendig restauriert, die vier Salons im Art déco-Stil der 1920er Jahre ausgestattet.

Bis heute ist die Goethe mit einer Länge von 83 Metern und knapp 16 Metern Breite das größte Seitenradschiff der Welt.

Von Ende April bis Anfang Oktober verkehrt die „alte Dame“, wie die KD das Schiff nennt, täglich auf der sogenannten „Nostalgie-Route“ zwischen Koblenz und Rüdesheim. (mit cos)

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Der Ebertplatz Mitte der 70er Jahre.

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Der Ebertplatz im März 1975.

Foto:

KVB

Ein Platz mit langer Geschichte, vielen Namen und einer Architektur, die seit Jahren Anlass für Diskussionen ist: der Ebertplatz.

Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe zeigt den Platz im März 1975. Fotografiert wurde vom Park am Theodor-Heuss-Ring in Richtung Norden, im Hintergrund sieht man den mehr als 100 Meter hohen, markanten „Ringturm“, im Vordergrund den Fußgängerweg, der von der Bushaltestelle zur U-Bahn führt. 

Ein Platz, viele Namen

Im Januar 1887 wurde der Ebertplatz als Deutscher Platz eingeweiht. Er bildete den Anfang des Deutschen Rings, dem heutigen Theodor-Heuss-Ring.

1922 bekam er den Namen Platz der Republik, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er 1933 zum Adolf-Hitler-Platz, nach Endes des Zweiten Weltkriegs dann wieder zum Deutschen Platz.

Erst seit März 1950 hat der Ebertplatz seinen heutigen Namen – nach dem ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert. Seit Mitte der 70er Jahre sieht er so aus, wie er heute aussieht.

Im Zuge des in den 60er Jahre begonnenen U-Bahn-Baus in der Kölner Innenstadt entstand der große unterirdische U-Bahnhof. Die Mitte des Ebertplatzes wurde bei den Umgestaltungsarbeiten abgesenkt und der markante Brunnen des Künstlers Wolfgang Göddertz aufgestellt.

Geplante Neugestaltung

Seit vielen Jahren wird über eine Neugestaltung der grauen Betonwüste zwischen Eigelstein und Agnesviertel diskutiert. Im Masterplan für die Innenstadt, den der Stadtplaner Albert Speer 2008 entworfen hatte, stand seine Umgestaltung des Ebertplatzes auf der Prioritätenliste ganz oben.

Die Stadtverwaltung ließ zuletzt die Möglichkeit einer Tiefgarage unter dem Platz prüfen. Mehrere Architekturbüros haben in Eigeninitiative Entwürfe für die oberirdische Gestaltung erarbeitet.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als auf der Hohenzollernbrücke noch Autos fuhren.

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Die Hohenzollernbrücke im Mai 1928.

Foto:

Sammlung Mikloweit

Die Hohenzollernbrücke gespickt mit Werbetafeln. Der französische Autohersteller Citroën nutzt die Gelegenheit während der Internationalen Presse-Ausstellung Pressa, um an prominenter Stelle auf sich aufmerksam zu machen.

Unsere Aufnahme stammt aus dem Mai1928. Das Unternehmen mit dem Doppelwinkel ist zu diesem Zeitpunkt bereits eng mit Köln verflochten, in Poll steht ein Citroën-Werk, im dem rund 50 Fahrzeuge pro Tag hergestellt werden.

Es ist Kölns erste serienmäßige Automobil-Produktion überhaupt - Ford siedelt sich erst 1931 am Rhein an. 1935 allerdings ging dem Poller Werk schon wieder die Puste aus.

Die Zeiten änderten sich. Auch die Hohenzollernbrücke sollte nicht bleiben, wie sie 1928 war. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde sie zwar wieder aufgebaut, Autos und Straßenbahnen fahren seitdem aber nicht mehr über die Brücke. (mit cht)

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Das 4711-Haus in den 1960er Jahren.

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Das 4711-Haus in der Glockengasse in den 1960er Jahren.

Foto:

Jörg Leif

120.000 Besucher lockt das 4711-Haus in der Glockengasse jährlich an - und ist damit eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Köln.

Auch in den 1960er Jahren, in denen das Foto unseres Lesers Jörg Leif vermutlich entstanden ist, genoss das Stammhaus des Kölnisch Wassers schon eine große Anziehungskraft.

Selbst arabische Scheichs, Mitglieder von Königshäusern und Popstars standen schon ehrfurchtsvoll vor dem legendären Brunnen, aus dem seit Jahrzehnten Eau de Cologne sprudelt.

Die Geschichte des Kölnisch Wasser

Die Geschichte des urkölschen Produkts begann am 8. Oktober 1792, als ein Kartäusermönch dem jungen Kaufmann Wilhelm Mülhens nach dessen Vermählung das Rezept eines Heilwassers überreichte.

Mülhens erkannte den Wert dieser Herstellungsanleitung offenbar sofort und begann mit dem Bau einer Manufaktur in der Glockengasse - das Gebäude bekam die Hausnummer 4711.

Das 4711-Haus wie wir es heute kennen wurde 1964 nur unweit vom ursprünglichen Standort auf einem Trümmergrundstück errichtet - es hat die Hausnummer 4.

Bis heute wird dort die Rezeptur für das Duftwasser angemischt. Die Abfüllung erfolgt beim Parfümhaus Mäurer & Wirtz in Stolberg, das 4711 und andere Kölner Traditionsmarken 2006 gekauft hat.

Auch in Ehrenfeld steht übrigens ein 4711-Haus, weil dort von 1874 bis 1943 und von 1946 bis 1993 produziert wurde. (mit she)

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die überflutete Kölner Altstadt im Winter 1970.

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Der Römerturm an der Zeughausstraße, fotografiert im Frühjahr 1971.

Foto:

KVB

19 Türme gehörten einst zur Stadtmauer des römischen Köln. Ein Überbleibsel – und das besterhaltene – ist noch heute an der Ecke Zeughausstraße/Magnusstraße zu sehen.

Auf unserer Aufnahme blicken wir die Zeughausstraße entlang in Richtung Dom, im Vordergrund steht der Römerturm. Das Bild stammt aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe, aufgenommen wurde es im Frühjahr 1971.

Der Römerturm bildete einst die nordwestliche Ecke der römischen Stadtmauer. Auffallend ist bis heute seine Verzierung: Verschiedene Steinarten wurden zu Mustern zusammengesetzt.

Dem Klarissenkloster diente er Turm im Mittelalter als Abfallort. Heute ist er in Privatbesitz.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die überflutete Kölner Altstadt im Winter 1970.

Hochwasser in Köln im Februar 1970.

Hochwasser in Köln im Februar 1970.

Foto:

Kvb

Köln ist die am meisten von Hochwasser betroffenen Großstadt Europas. Der höchste jemals gemessene Stand des Rheins am Pegel Köln wurde am Ende Februar 1784 mit 13,84 Metern gemessen.

Beim letzten großen Hochwasser im Jahr 1995 stieg der Kölner Pegel bis auf 10,69 Meter. Davon war er auf unserem Bild noch rund einen Meter entfernt. Die Aufnahme aus den Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe zeigt das Hochwasser in der Altstadt im Februar 1970. Der Pegel erreichte damals einen Höchststand von 9,87 Metern.

Die Rheinuferstraße war überflutet, die Altstadt stand unter Wasser. Die Fluten erreichten auch den alten Busbahnhof an der Ostseite des Kölner Doms. Die Schifffahrt auf dem Rhein war eingestellt.

Nach dem Hochwasser von 1995 wird die Kölner Altstadt dank neuer Schutzmaßnahmen heute erst ab einem Pegel von 11,30 Metern überschwemmt. Dann würde das Wasser über die Hochwasserschuzwände treten „Wird aber bestimmt nicht vorkommen!“, schreibt die DLRG auf ihrer Internetseite.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Der Kölner Rosenmontagszug in den 1970er Jahren.

Der Rosenmontagszug im Jahr 1973 am Neumarkt.

Der Rosenmontagszug im Jahr 1973 am Neumarkt.

Foto:

KVB

Rosenmontag im März 1973. Die Aufnahme stammt aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe und zeigt, wie die Spitze des Zochs gerade den Neumarkt erreicht.

Im Hintergrund ist der Eingang zur Schildergasse zu sehen. Ganz klein erkennt man die Schriftzüge von „Hertie“, „Kämpgen“ und „Stoffmüller“ an den Hausfassaden.

„Fastelovend wie hä es un wor, zick 150 Johr“ war das Motto von Session und Rosenmontagszug 1973.

Den traditionellen Anfang des Zochs bildeten damals wie auch heute noch die Blauen Funken. Diesen Platz hat das zweitälteste Traditionskorps in Köln einem Trick zu verdanken: Nach ihrer Gründung,so erklären es die Blauen Funken auf seiner Internetseite, wollten sie natürlich im Rosenmontagszug mitmarschieren. Die Roten Funken stellten sich aber quer und das Festkomitee schloss sich damals ihrer Meinung an: Es sollte nur eine Funkentruppe im Zoch vertreten sein.

Die Blauen Funken wollten sich damit nicht abfinden und heckten einen Plan aus. Sie versammelten sich an einem Punkt des Zugweges und als der Rosenmontagszug um die Ecke bog, preschten sie aus ihrem Versteck hervor und setzten sich an die Spitze.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: So sah Karneval in Köln vor mehr als 100 Jahren aus.

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Eine sehr frühe Aufnahme vom Kölner Rosenmontagszug Ende des 19. Jahrhunderts. Wann Fotograf Anthony Annacker sie aufgenommen hat, konnten selbst Karnevalshistoriker nicht exakt einordnen.

Foto:

Anthony Annacker

D’r Zoch kütt – und zwar an Rosenmontag schon seit mehr als 190 Jahren. Damit ist der Kölner Rosenmontagszug der älteste und bis heute auch größte Zoch in ganz Deutschland.

Seit 1823 gibt es ihn. Anfangs hieß er Maskenumzug oder auch Festzug und es gingen gut ein Dutzend Gruppen mit. Heute sind es mehr als 60.

Unser Bild zeigt den Rosenmontagszug gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Fotograf Anthony Acker hat es aufgenommen, Leserin Ingeborg Langmaack stellte es für das „MeinKöln“-Projekt des „Kölner Stadt-Anzeiger“ zur Verfügung. Selbst Karnevalshistoriker können es leider nicht genau datieren.

Schon damals war der Karneval aber ein bedeutender Wirtschafts- und Tourismusfaktor. Anwohner vermieteten Fenster am Zugweg, viele Menschen reisten extra für den Umzug aus der Region nach Köln.

Die Geschichte des Rosenmontagszugs weist einige Lücken auf. Im Ersten Weltkrieg wurde der Umzug verboten, während der Weltwirtschaftskrise konnte er nicht stattfinden, im Zweiten Weltkrieg und den Nachkriegsjahren fiel er aus. Zuletzt wurde der Rosenmontagszug wegen des Golfkrieges 1991 abgesagt.

Auch der Zugweg war nicht immer gleich. Zuletzt wurde die Strecke 2013 geändert. Seitdem ziehen die Gruppen durch die Hahnepooz am Rudolfplatz und über den Hohenzollernring.

Im Jahr 2002 überschattete der Tod eines Wagenengels den Rosenmontagszug. Eine junge Frau war von einem Festwagen überrollt worden. An der Stelle des Unfalls, am Gebäude der Artothek in der Altstadt, ist zum Gedenken eine Plakette angebracht.

Die gezeigte Aufnahme ist im Kalender „Mein Köln 2016“ zusehen. Er kostet 14,99 Euro und ist online oder telefonisch unter derNummer 0221/56799303 zu beziehen. Außerdem ist er erhältlich im Servicecenter im DuMont Carré, Breite Str.72.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Der Verkehr im Köln der 1960er Jahre.

Verkehr auf der Deutzer Brücke im Sommer 1969.

Verkehr auf der Deutzer Brücke im Sommer 1969.

Foto:

Peitschmann/KVB

Ein VW-Bulli, eine Ente, ein Ford-Mustang und ein cremefarbener Achtachser mit „am liebsten Kölsch“-Schriftzug – der Verkehr in Köln in den 1960er Jahren.

Unser Bild aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe zeigt die Deutzer Brücke. Aufgenommen wurde es im Sommer 1969.

Damals gab es noch die Linie 19. Sie fuhr von Longerich über Nippes, die Innenstadt und Kalk zum Königsforst.

Auf der Deutzer Brücke teilten sich Autos und Straßenbahnen noch eine Spur. Erst Ende der 1970er Jahre wurde die Brücke erweitert und die Straßenbahnen bekamen in der Mitte ihre eigene Trasse.

Im Hintergrund sind auf unserer Aufnahme die Türme von St. Mariä Himmelfahrt, dem Kölner Dom und Groß St. Martin (v.r.n.l.) zu sehen. Bei genauem Hinsehen erblickt man links auch die Spitze des eingerüsteten Rathausturms.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Der alte Kölner „Nüümaat“ aus der Luft.

Der Neumarkt auf einer Luftaufnahme aus dem Jahr 1900.

Der Neumarkt auf einer Luftaufnahme aus dem Jahr 1900.

Foto:

Stadtkonservator

Der Kölner „Nüümaat“, der Neumarkt, ist einer der größten Plätze in Köln. Früher wurden dort bei Markttagen Pferde, Hühner und andere Tiere verkauft. Dazu gab es auf dem Platz damals eine Pferdetränke, eine Wasserpumpe und eine Windmühle. Aber auch Hinrichtungen fanden auf dem Neumarkt statt.

Unsere Luftaufnahme zeigt den Platz im Jahr 1900. Unten links ist das Bürgerhospital mit St. Cäcilien zu sehen. Am oberen Bildrand erkennt man die Kirche St. Aposteln. Zu dieser Zeit - Köln war bedeutende Festungs- und Garnisonsstadt - war der Neumarkt oft Schauplatz von Militärparaden und Manövern.

Ins Haus Nummer 33 am Neumarkt zog im Jahr 1928 eine kölsche Berühmtheit: Bis zu seinem Tod lebte dort Sänger Willi Ostermann mit seiner Frau. Eine Gedenktafel am Haus erinnert heute noch daran.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als die Zoobrücke noch eine Baustelle war.

Anfang der 60er Jahre noch nicht befahrbar: Die Kölner Zoobrücke im Bau.

Anfang der 60er Jahre noch nicht befahrbar: Die Kölner Zoobrücke im Bau.

Foto:

Jörg Leif

Sie ist die verkehrsreichste aller Kölner Brücken - mit einem hervorragenden Blick auf den Dom: Seit mehr als 40 Jahren verbindet die Zoobrücke die linke Rheinseite an der Inneren Kanalstraße mit dem Rheinpark und der Messe in Köln-Deutz.

1962 hatte der Stadtrat den Bau der Brücke beschlossen und einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Noch im gleichen Jahr begannen die Bauarbeiten. 34 Millionen DM kostete der Brückenbau.

Unsere Aufnahme hat Leser Jörg Leif eingesendet. Sie zeigt die noch unfertige Zoobrücke, vermutlich im Winter 1964. Damals war das Schlussstück noch nicht einsetzt. Das geschah erst 1965.

Im November 1966 wurde die Zoobrücke dann offiziell eingeweiht. Heute überqueren über sie täglich mehr als 125.000 Fahrzeuge den Rhein.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Stilvolles Warten an den neuen U-Bahn-Haltestellen der 60er-Jahre.

Die U-Bahn-Haltestelle Dom/Hauptbahnhof in den 1970er Jahren.

Die U-Bahn-Haltestelle Dom/Hauptbahnhof in den 1970er Jahren.

Foto:

Pietschmann/KVB

Warten auf die U-Bahn - an der Haltestelle Dom-Hauptbahnhof, eine der ersten unterirdischen Bahnhaltestelle Kölns. Im Herbst 1968 wurde sie eröffnet und der erste Bauabschnitt der neuen Kölner Stadtbahn in Betrieb genommen.

Unser Bild aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe entstand nur ein paar Jahre später.

Die Linie 5 verkehrte Mitte der 1970er Jahre von Ossendorf über Neuehrenfeld und den Friesenplatz zum Dom. Von dort ging es über den Ebertplatz zum Reichenspergerplatz.

Auch die Linien 9 und 11 hielten in dieser Zeit noch am Dom. Ebenso die Linie 12, bevor sie im Jahr 2003 zur „Ringbahn“ wurde.

Im Jahr 2005 wurde die Haltestelle Dom/Hauptbahnhof kurz vor dem Weltjugendtag in Köln umgestaltet. Heute gehört sie zu den am stärksten frequentierten Stationen der KVB.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Das Kölner Zeughaus - noch ohne goldenes Flügelauto.

Das Zeughaus an der Komödienstraße in der kölner Innenstadt, fotografiert 1971.

Das Zeughaus an der Komödienstraße in der kölner Innenstadt, fotografiert 1971.

Foto:

KVB

Am Straßenrand parkt ein VW Käfer nach dem anderen, ein heute bekannter Ford-Fiesta aber fehlt auf unserem Bild auf dem Jahr 1971 noch.

Die Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe zeigt die Komödienstraße in der Innenstadt. Im Hintergrund sind die Türme des Kölner Doms zu sehen, vorne das Zeughaus mit seinem markanten Turm. Auf diesem thront seit 1991 der „Goldene Vogel“ von Künstler H.A. Schult, ein vergoldeter Fiesta mit Flügeln.

Das Zeughaus ist eines der ältesten Gebäude der Stadt Köln. Ende des 16. Jahrhunderts wurde es als städtisches Waffenarsenal erbaut – die Südfassade ruht auf den Überresten der alten römischen Stadtmauer.

Seit 1958 ist das Kölnische Stadtmuseum im Zeughaus untergebracht, vorher war dort das Finanzamt.

Die Planungen für die neue „Historische Mitte“ in Köln sehen einen Umzug des Stadtmuseums in einen Neubau am Dom vor.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie die Altstadt in den 70er Jahren aussah.

Das Altstadtpanorama im Dezember 1973.

Das Altstadtpanorama im Dezember 1973.

Foto:

KVB

Seit dem 12 Jahrhundert ragt der große Turm zwischen den Häusern der Kölner Altstadt empor. Die Kirche Groß St. Martin setzt einen Akzent im Köln-Panorama und ist auf tausenden Postkarten zu sehen. Wo sie steht, wurde zu Römerzeiten Sport getrieben.

Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe zeigt die Altstadt im Winter 1973. Das Foto entstand auf der Deutzer Brücke.

Der Pegelturm, der bis heute den Wasserstand des Rheins angibt, ist zu sehen. Dahinter verliefen damals noch die Gleise der Köln-Bonner-Eisenbahnen und die Rheinuferstraße. Erst seit 1982 wird der Verkehr durch den Rheinufertunnel geleitet.

Vor den Altstadthäuschen wurde danach der Rheingarten angelegt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als auf der Schildergasse noch Autos fuhren.

Die weihnachtlich geschmückte Schildergasse - als sie noch keine Fußgängerzone war.

Die weihnachtlich geschmückte Schildergasse - als sie noch keine Fußgängerzone war.

Foto:

Karin Demmer

Nicht immer war Kölns große Shoppingmeile, die Schildergasse, eine Fußgängerzone zum Flanieren.

Bis 1966 durften dort noch Autos fahren. So auch auf unserem Foto, das die festlich geschmückte Schildergasse in der Adventszeit 1954 zeigt.

Karin Demmer hat die Aufnahme für das „Mein Köln“-Projekt des „Kölner Stadt-Anzeiger“ eingereicht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als der Decke Pitter in den Kölner Dom einzog.

Der Decke Pitter bei seiner Präsentation 1924 vor dem Kölner Dom.

Der Decke Pitter bei seiner Präsentation 1924 vor dem Kölner Dom.

Foto:

Annemarie Greuter

Am 30. November 1924 weihte Kardinal Schulte die neue St. Petersglocke des Kölner Doms ein. Rund 40.000 Menschen sollen zur feierlichen Zeremonie geströmt sein.

Unser Bild zeigt diesen besonderen Tag, an dem die bis heute größte frei schwingende Glocke der Welt vor dem Hauptportal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Leserin Annemarie Greuter hat es für das „Mein Köln“-Projekt des „Kölner Stadt-Anzeiger“ eingesendet.

Die Petersglocke ersetzte die alte Kaiserglocke, die 1918 eingeschmolzen wurde, um aus dem Metall Kanonen für den Ersten Weltkrieg zu gießen.

Diese war ohnehin wegen ihres schlechten Klanges nicht beliebt und wurde deswegen auch nur selten geläutet. Zudem brach Pfingsten 1908 auch noch ihr Klöppel ab. Von dort an wurde die Kaiserglocke spöttisch „die Stumme vom Rhein“ genannt.

Die neue 24 Tonnen schwere Petersglocke bekam auch schnell einen Spitznamen: „Decke Pitter“. Sein dumpfer Klang läutet alle hohen kirchlichen Feiertage ein. Auch den Tod und die Wahl des Papstes und des Kölner Erzbischofs verkündet sein Läuten.

Und sogar weltliche Ereignisse werden mit dem Geläut des Decken Pitter verbreitet. Zum Beispiel das Kriegsende 1945 und die Wiedervereinigung Deutschlands 1990. Auch der Besuch Adolf Hitlers in Köln am 28. März 1936 wurde von der Petersglocke begleitet.

Anfang 2011 verstummte der Decke Pitter vorübergehend: Ausgerechnet am Dreikönigstag brach plötzlich der 800 Kilogramm schwere Klöppel ab. Der Aufschlag war so heftig, dass er sogar bei der Erdbebenstation in Bensberg registriert wurde.

Die gezeigte Aufnahme ist auch im ersten Band der Reihe „Mein Köln“ zu sehen. Das Heft kostet 5,95 Euro und ist online oder telefonisch unter der Nummer 0221/56799303 zu beziehen. Es ist außerdem erhältlich im Servicecenter im DuMont Carré, Breite Str. 72.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als im Winter noch Eisschollen über den Rhein trieben.

Dicke Eisplatten treiben im Winter 1940 auf dem Rhein an Köln vorbei.

Dicke Eisplatten treiben im Winter 1940 auf dem Rhein an Köln vorbei.

Foto:

Marion Piroth

Es ist ein Bild, das heute Seltenheitswert hat: Dicke Eisplatten treiben auf dem Rhein an Köln vorbei.

Das Foto entstand im harten Winter 1940, als der Fluss beinahe vollständig mit Eis bedeckt war. Eingesendet hat es Marion Piroth für das „Mein Köln“-Projekt des „Kölner Stadt-Anzeiger“.

In früheren Zeiten fror der Rhein bei Köln regelmäßig zu - zuletzt war das im Frühjahr 1929 der Fall.

Damals hatte der Winter die Stadt über Wochen fest im Griff, mit Dauertemperaturen um minus 22 Grad. In einer Nacht wurden sogar minus 40 Grad gemessen. Das Eis war so dick, dass die Kölner darüber gehen konnten.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war Eis auf dem Rhein keine Seltenheit. In einer Bekanntmachung der „Kölnischen Zeitung“ vom 22. Januar 1823 teilt der Kölnisch-Preußische Polizeipräsident mit: „Da die Eisdecke auf dem Rhein heute mittag bis in die Gegend von St. Kuniberts-Kirche vorgerückt ist, so steht zu erwarten, daß binnen kurzem die Eisdecke eine sichere Passage vor hiesiger Stadt darbieten wird. Der Zeitpunkt und die Stelle, wo das Eis auf dem Rhein ohne Gefahr passierbar werden kann, wird noch näher bekanntgegeben.“

Zuletzt trieben im Januar und Februar 1963 Eisschollen auf dem Rhein. Seither blieb der Fluss eisfrei.

Das hat mehrere Gründe: Durch die Begradigungen des Rheins hat sich die Fließgeschwindigkeit beträchtlich erhöht. Die Wassertemperatur ist durch die Industrieanlagen entlang des Flusslaufs auch gestiegen. Und die Zeitspannen extremer Kälte sind deutlich kürzer geworden.

Unser Bild ist im dritten Band der Reihe „Mein Köln“ abgebildet. Das Heft kostet 5,95 Euro und ist online oder telefonisch unter der Nummer 0221/56799303 zu beziehen. Es ist außerdem erhältlich im Servicecenter im DuMont Carré, Breite Str. 72.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Weihnachtsshopping auf Kölns neuer Einkaufsmeile.

Weihnachtseinkäufe auf der Schildergasse im Jahr 1967.

Weihnachtseinkäufe auf der Schildergasse im Jahr 1967.

Foto:

KVB

Weihnachtsshopping auf der Kölner Schildergasse. Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrsbetriebe stammt aus dem Jahr 1967 und zeigt die Shoppingmeile damit rund ein Jahr nachdem sie die Stadt zur Fußgängerzone ernannt hatte.Nur noch der Lieferverkehr hatte zeitweise freie Fahrt.

Fotografiert wurde an der Ecke Schildergasse/Krebsgasse.

Die Straßenlaternen sind mit Weihnachtsbäumen geschmückt, die quadratischen Leuchten wurden zu großen Adventskranz-Kerzen umfunktioniert.

Am rechten Bildrand erkennt man das Anfang des 20. Jahrhunderts gegründete Café Riese. Auch heute noch befindet sich der Familienbetrieb auf der Schildergasse.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die erste rollende Bibliothek der Stadt Köln.

Der erste Bücherbus.

Der erste Bücherbus.

Foto:

Rheinisches Bildarchiv

Am 3. Dezember 1890 wurde am Quatermarkt in der Nähe des Gürzenichs die erste Kölner Volksbibliothek eröffnet – Vorgängerin der heutigen Stadtbibliothek. Diese feiert im Jahr 2015 also ihr 125-jähriges Bestehen.

Unsere Aufnahme aus dem Rheinischen Bildarchiv zeigt den ersten Bücherbus, der 1931 seinen Betrieb aufnahm.

In der Nazizeit wurden viele Bücher aus dem Bestand entfernt und so der freien Benutzung entzogen; die Zahl der Leser sank beträchtlich. In den letzten Kriegsjahren wurden Gebäude und Bestände, Akten und Kataloge bei den Bombenangriffen größtenteils zerstört.

Doch nur einen Monat nach Deutschlands Kapitulation nahm die Volksbücherei in Ehrenfeld als erste ihren Betrieb wieder auf. Und 1961 rollte auch der vor dem Krieg eingestellte Bücherbus wieder los.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als die Rote Kirche in Lindenthal grau-braun war.

Die Paul-Gerhard-Kirche in Köln-Lindenthal, aufgenommen 1987.

Die Paul-Gerhard-Kirche in Köln-Lindenthal, aufgenommen 1987.

Foto:

KVB

Ihren Spitznamen „Rote Kirche“ hatte sie eigentlich nicht mehr verdient: Auf unserem Bild aus dem Winter 1987 ist die Fassade der Paul-Gerhard-Kirche in Köln-Lindenthal graubraun.

Das Bild wurde an der Haltestelle Lindenthalgürtel aufgenommen, an der die Linie 13 verkehrt. Es stammt aus dem Archiv der Kölner Verkehrs-Betriebe.

Im Jahr 1900 wurde die Kirche aus Backstein gebaut – was ihr den volkstümlichen Namen „Rote Kirche“ einbrachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie fast völlig zerstört und wurde 1951 sehr einfach mit grauem Putz wieder aufgebaut. Erst da erhielt sie auch ihren Namen Paul-Gerhardt-Kirche.

Seit den umfangreichen Renovierungsarbeiten 1996 passt der Spitzname wieder: Die Paul-Gerhardt-Kirche bekam einen backsteinroten Putz verpasst, den sie bis heute hat.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Ein Ausflug in den Stadtwald der 1970er Jahre.

Tiere im Nebel auf den Wiesen des Lindenthaler Tierparks.

Tiere im Nebel auf den Wiesen des Lindenthaler Tierparks.

Foto:

KVB

Seit mehr als 100 Jahren ist der Tierpark in Lindenthal ein beliebtes Ausflugsziel der Kölner. 1908 begann die Stadt Köln damit, im Stadtwald ein acht Hektar großes Gelände als Gehege für Dam- und Rehwild einzufrieden.

Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrs-Betriebe zeigt Tiere auf den nebligen Wiesen im Herbst 1974.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Park geschlossen. Erst als der Stadtwald Anfang der 1950er Jahre wieder in seinen alten Zustand versetzt worden war, öffnete auch der Wildpark wieder.

In den Folgejahren wurde er erweitert, es kamen Ponys, Ziegen, Schafe, Esel und Geflügel dazu.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Ein Blick auf den Neumarkt Ende des 19. Jahrhunderts.

Ein Manöver auf dem Neumarkt, Fotografiert um 1880.

Ein Manöver auf dem Neumarkt, Fotografiert um 1880.

Foto:

Hedy Schütz

Im Hintergrund ist das Richmodis-Haus mit seinem markanten Turm zu erkennen. Der Kölner Nicasius Hackeney ließ das ursprüngliche Gebäude Anfang des 16. Jahrhunderts im Auftrag von Karl V. errichten. Es wurde später „Hackeney’scher Hof“, „Nicasiushof“, „kayserlicher Hof“ oder auch „Cäsarpalast“ genannt und diente als Residenz für den Kaiser.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Richmodis-Haus beinahe völlig zerstört, anschließend wiederaufgebaut und mehrfach renoviert. Turm und Teile der Fassade sind übrig geblieben und stehen seit 1986 unter Denkmalschutz.

Eine Besonderheit sind die beiden Pferdeköpfe, die aus einem Fenster des Turmes schauen. Sie erinnern an die berühmte Richmodis-Sage.

Diese berichtet von der totgeglaubten Richmodis von Anducht, die die Räuber ihres eigenen Grabes in die Flucht geschlagen haben und zu ihrem Mann zurückgekehrt sein soll. Da er ihre Auferstehung nicht glauben konnte, soll er gerufen haben: Eher steigen meine beiden Schimmel hinauf in den Turm!

Das Bild ist im ersten Band der Reihe „Mein Köln“ abgebildet. Das Heft kostet 5,95 Euro und ist online oder telefonisch unter der Nummer 0221/56799303 zu beziehen. Es ist außerdem erhältlich im Servicecenter im DuMont Carré, Breite Str. 72.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als der Rheinauhafen eine Geisterstadt war.

Das Siebengebirge vor seiner Wandlung zum Wohn- und Geschäftsviertel.

Das Siebengebirge vor seiner Wandlung zum Wohn- und Geschäftsviertel.

Foto:

Claßen

Die Fassade bröckelt, und die Scheiben sind zum Teil eingeschlagen: Im „Siebengebirge“ sind heute teure Wohnungen und Geschäftsräume. Als Martin Claßen es Anfang des 21. Jahrhunderts fotografierte, drohte dem ehemaligen Speichergebäude der Verfall.

Der Kölner Fotograf hat den Umbau des Rheinauhafens zu einem gehobenen Wohn- und Geschäftsviertel dokumentiert. Die Motive des 56-jährigen Fotografen sind keine zwei Jahrzehnte alt und wirken doch schon historisch. „Es war toll, etwas zu fotografieren, von dem ich wusste, es wird alles bald verschwinden“, sagt Claßen. Das Gelände wirkt mitunter auf seinen Bildern wie eine Geisterstadt.

Eine Auswahl seiner Ausfnahmen sind bis zum 31. Dezember 2015 in der Ausstellung „Rheinauhafen 2001 – 2005“ in der Galerie „Plus – Raum für Bilder“ im Agnesviertel zu sehen.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt: Ein Blick über die Kölner Trümmer vom Alter Markt zum Dom.

Blick vom Alter Markt auf den Dom, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Blick vom Alter Markt auf den Dom, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Foto:

Kölnprogramm

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Kölner Innenstadt so stark zerstört, dass man vom Rathaus bis zum Dom schauen kann, ohne dass ein größeres Gebäude den Blick verstellt.

Und doch gibt es auch in dieser Trümmerwüste Zeichen der Hoffnung: Am Rathaus hängt ein Bauschild, und auf dem Dach des Turms ist ein Richtkranz zu erkennen.

Unser Bild ist eine Szene aus dem neuen Film von Hermann Rheindorf, der in elf Jahren mehr als 20 Köln-Dokumentationen aus historischem Filmmaterial erstellt hat.

Aus vielen Stunden Filmmaterial aus Privatbesitz, von Archiven und Wochenschauen aus den USA, Großbritannien, der Schweiz und anderen Ländern hat er diesmal 110 Minuten über die Stadt zwischen 1945 und 1959 zusammengeschnitten – eine „Filmreise in die Wiederaufbauzeit“, wie die Dokumentation heißt.

Die DVD kostet 14,80 Euro und ist online oder telefonisch unter der Nummer 0221/56799303 zu beziehen. Sie ist außerdem erhältlich im Servicecenter im DuMont Carré, Breite Str. 72.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie der Verkehr einst auf der Severinsbrücke floss.

Blick auf die Severinsbrücke und den Dom im September 1972.

Blick auf die Severinsbrücke und den Dom im September 1972.

Foto:

KVB

Im November vor 56 Jahren wurde die Severinsbrücke mit ihrem markanten Pylon in Betrieb genommen. Bundeskanzler Konrad Adenauer kam persönlich zur Eröffnung nach Köln.

Die Brücke war der erste vollständige Brückenneubau in Köln nach dem Zweiten Weltkrieg. Der zunehmende Verkehr hatte zusätzliche Rheinquerungen nötig gemacht.

Sechs Fahrspuren mit Straßenbahngleisen standen dem Verkehr zu Beginn zur Verfügung. Auch noch, als die hier gezeigte Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrs-Betriebe im September 1972 entstand.

Erst Anfang der 1980er Jahre bekam die Brücke dann die bis heute in der Mitte verlaufenden Straßenbahngleise. Dem Autoverkehr blieben danach zwei Fahrspuren auf jeder Seite.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Historische Siedlung mit Spitznamen in Bickendorf.

Die Rosenhof-Siedlung in Bickendorf.

Die Rosenhof-Siedlung in Bickendorf.

Foto:

GAG, Hugo Schmölz

Die GAG ist Kölns größte Vermieterin. Die Wohnungsvermietungsgesellschaft ist Besitzerin zahlreicher Gebäude in Köln – viele davon stehen unter Denkmalschutz. Seit 1990 auch die Siedlung Bickendorf II - besser bekannt als „Rosenhof-Siedlung“, die auf unserem Bild zu sehen ist.

Den Namen gaben ihr die Anwohner wegen ihres großen, mit Blumen und Bäumen bewachsenen Platzes im Zentrum der Anlage. Die Aufnahme von Hugo Schmölz zeigt den Blick über die Straße „Am Rosengarten“ und den Spielplatz in den Wacholderweg. In den runden Ecken der Häuser sind kleine Geschäfte zu erkennen.

Zwischen 1923 und 1938 wurde die Siedlung gebaut und erhielt schon zu dieser Zeit den zeitgenössischen Architekturpreis der Stadt Köln.

Von 2001 bis 2012 wurden die Gebäude dann komplett modernisiert. In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege stellte die GAG die Fassaden nach dem historischen Vorbild in den Farben Weiß und Ocker wieder her. Die roten Tonziegel der Dächer wurden erneuert und die für die Siedlung typischen Sprossenfenster den neuen Standards angepasst. Wo es möglich war, erhielten die Häuser Balkone. Das historische Ambiente aber blieb bis heute erhalten.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Als die Schildergasse zur Fußgängerzone wurde.

Die Schildergasse in der Dämmerung im Oktober 1970.

Die Schildergasse in der Dämmerung im Oktober 1970.

Foto:

Pietschmann/KVB

Beinahe 50 Jahre ist es her: Am 23. Februar 1966 erklärte die Stadt die gesamte Schildergasse zur ersten Fußgängerzone Kölns. Wo vorher noch Autos fuhren, wurde ein eigens für die Schildergasse hergestellter Plattenbeleg verlegt.

Als die Hohe Straße am 29. September 1967 dann ebenfalls zur Fußgängerzone erklärt wurde, entstand mit knapp anderthalb Kilometern eine der längsten autofreien Einkaufsmeilen Deutschlands.

Unsere Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehr-Betriebe zeigt den Eingang in die Schildergasse am Neumarkt. Sie stammt aus dem Februar 1970. Besonders ins Auge fallen die außergewöhnlichen Straßenlaternen - herbstlich geschmückt mit Sonnenblumen.

Die Schildergasse zählt seit vielen Jahren zu den meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Die letzte Zählung ergab 13.440 Passanten pro Stunde.

Das hat sich auch auf die Ladenmieten ausgewirkt: Sie liegen heute bei bis zu 250 Euro pro Quadratmeter.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Der Blick von der Schäl Sick auf den Dom - schon im Jahr 1972 schön.

Die Siegburger Straße in Köln Deutz - mit Blick auf den Dom. Fotografiert im Herbst 1972.

Die Siegburger Straße in Köln Deutz - mit Blick auf den Dom. Fotografiert im Herbst 1972.

Foto:

KVB

Das Schönste an der Schäl Sick, meint mancher Kölner ja, sei der Blick auf den Dom. „Lurr ens vun Düx noh Kölle, vum Zauber bes do platt“, beschreibt Ludwig Sebus in einem Karnevalslied diesen Blick.

Und der bot sich auch schon im September 1972 von der Haltestelle „Drehbrücke“ in Deutz. Die Aufnahme aus dem Archiv der Kölner Verkehrs-Betriebe zeigt die Siegburger Straße und die darüber herlaufende Severinsbrücke.

Die Haltestelle „Drehbrücke“, an der die Stadtbahnlinie 7 hält, ist - man kann es sich denken - nach der Drehbrücke im Deutzer Hafen benannt. Sie wurde 1907 zeitgleich mit dem Bau des Hafens errichtet und verbindet die Siegburger Straße mit dem Poller Rheinufer, dessen ausgedehnte Grünflächen und Sportanlagen in den 1920er Jahren angelegt worden sind.

Seit Juli 1980 steht die Brücke unter Denkmalschutz. Die über sie verlaufende Straße hieß zunächst Deutzer Damm, ab 1911 Rheinallee und seit 1957 Alfred-Schütte-Allee.

Im Oktober 2014 wurden die Elektrotechnik aus den 1950er Jahren und der Fahrbahnbelag erneuert. Weil nun die Metallträger rosten, wird die Brücke für 1,36 Millionen Euro saniert.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie die Rewe-Geschäfte in Köln einst aussahen.

Kalender_Mein_Koeln_2016Dezember

Das unbekannte Rewe-Geschäft.

Foto:

Rewe

Die Schrift geschwungener, der Slogan ein anderer als heute - und das Angebot war damals sicher nicht so üppig wie in heutigen Supermärkten. Dafür kostete der italienische Tafelreis im Feinkostgeschäft von Rewe früher gerade einmal 49 Pfennig.

Wann und wo in Köln der unbekannte Fotograf diese Aufnahme gemacht hat, ist heute allerdings völlig unbekannt. Selbst das Unternehmen Rewe kann dazu keine Angaben machen.

Das Bild ist Teil des Kalenders „Mein Köln 2016“, der Fotos von Lesern aus dem „Mein Köln“-Projekt des „Kölner Stadt-Anzeiger“ vereint. Der Kalender kostet 19,95 Euro und ist online oder telefonisch unter der Nummer 0221/56799303 zu beziehen. Er ist außerdem erhältlich im Servicecenter im DuMont Carré, Breite Str. 72.

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