Bayer 04 Leverkusen legt Meisterspieler Robert Andrich trotz Vertrags bis 2028 nahe, sich einen neuen Verein zu suchen.
Trotz Vertrags bis 2028Kein Platz mehr für Kapitän Andrich in Leverkusen

Robert Andrich als Spieler von Bayer Leverkusen am 8. August bei der Saisoneröffnung in der BayArena.
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Vor fast genau zwei Wochen sagte Robert Andrich im Trainingslager von Bayer 04 Leverkusen in Thüringen: „Solange ich das Gefühl habe, sportlich wichtig zu sein, suche ich nicht von mir aus etwas Neues. Sollte der Trainer oder die Vereinsführung irgendwann zu einer anderen Einschätzung kommen, muss man darüber reden.“
Genau das ist nun nach Informationen dieser Redaktion geschehen. Die Klubführung teilte Andrich und seinem Berater Sören Seidel mit, dass es für den noch amtierenden Kapitän in der kommenden Saison sehr schwierig wird, auf Spielzeit zu kommen. Trainer Carles Martínez hat für das zentrale Mittelfeld andere Pläne. Der „Kicker“ hatte zuerst berichtet.
Bis zum 1. September prüft Andrich nun, ob sich eine attraktive Wechseloption ergibt. Eine übereilte Entscheidung ist jedoch nicht zu erwarten. Der 31-Jährige steht in Leverkusen noch bis 2028 unter Vertrag. Bereits vor Wochen war über einen Abgang in diesem Sommer spekuliert worden. Andrich wollte sich jedoch zunächst bewusst unter dem neuen Coach Martínez beweisen und beschäftigte sich deshalb nicht ernsthaft mit Angeboten – unter anderem von Eintracht Frankfurt.
Kennet Eichhorn fest eingeplant
Nun wird sich Andrich mit Interessenten ernsthaft auseinandersetzen. In der vergangenen Saison hatte er bereits kaum noch Spielzeit im zentralen Mittelfeld bekommen, war bei Ex-Coach Kasper Hjulmand jedoch fester Bestandteil der Dreierkette. Martínez lässt mit einer Viererkette spielen. Für Andrich ist dort ebenso wenig Platz wie im Zentrum. Dort scheinen aktuell Aleix García und Equi Fernández gesetzt zu sein. Exequiel Palacios stieg als argentinischer Vizeweltmeister (ohne Einsatz) gerade erst wieder ins Training ein. Zudem hat Bayer das Top-Talent Kennet Eichhorn von Hertha BSC geholt. Der 17-Jährige laboriert aktuell an einer Stoffwechselerkrankung und fällt deshalb aus. Nach seiner Rückkehr soll er vermehrt Spielzeit erhalten.
Andrich ist mittlerweile im Rheinland verwurzelt, lebt mit seiner Familie in einem Haus im Raum Düsseldorf. Ein Umzug wäre nicht seine Lieblingslösung, bleibt aber eine Option: „Je größer die Familie wird, desto schwieriger wird es. Das ist klar. Wir treffen solche Entscheidungen aber gemeinsam. Meine Frau ist seit einigen Jahren an meiner Seite und hat schon mehrere Wechsel mitgemacht. Sie steht hinter allem, was wir zusammen entscheiden. Wir bekommen es immer hin. Sowohl das Bleiben als auch das Gehen funktioniert gemeinsam – und das wird so bleiben.“
Andrich dürfte nun auch die Kapitänsbinde abgeben müssen. Martínez wird sich dazu auf der Pressekonferenz am Freitag vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal beim Drittligisten Wehen Wiesbaden (Samstag, 13 Uhr) äußern. Edmond Tapsoba, der zuletzt bereits mehrfach als Spielführer auf dem Platz stand, gilt als logischer Nachfolger.
Farid Alfa-Ruprecht wird den Klub nach Informationen dieser Redaktion sicher verlassen. Der schnelle Flügelspieler, der in der vergangenen Saison an den VfL Bochum verliehen war, steht unmittelbar vor einer erneuten Leihe in die Zweite Liga – diesmal zu Hertha BSC.
Laut „Bild“ zeigt zudem ein italienischer Erstligist ernsthaftes Interesse an Ernest Poku. Bayer 04 ist gesprächsbereit und möchte für den 22 Jahre alten Niederländer rund 25 Millionen Euro Ablöse erzielen. Im Testspiel bei Newcastle United (2:1) kam Poku zuletzt nicht zum Einsatz.


