Die Kampagnen-Organisation Campact protestiert diese Woche mit einer bundesweiten Plakataktion gegen die Nähe von Unternehmer Theo Müller, Gründer von Müllermilch, zur AfD. In acht Großstädten projizierte Campact die Motive auch an Gebäude – so auch in der Cäcilienstraße 26 in Köln. Die Projektion war am Dienstagabend und Mittwochabend zu sehen. Campact kündigte an, insgesamt 28.000 Plakate mit den Motiven „Alles AfD, oder was?“ und „Jetzt mit AfD-Geschmack“ aufzuhängen, angelehnt an die Werbeslogans von Müllermilch.
„Es braucht eine robuste Brandmauer zur AfD - auch seitens der Wirtschaft“, sagt Christin Furtenbacher von Campact. Müller trage mit seiner „zur Schau gestellten Nähe zur AfD“ zur Normalisierung rechtsextremer Positionen bei. „Wir fordern Theo Müller auf, sich klar von der AfD zu distanzieren. Menschenverachtende Politik darf keinen Rückhalt aus der Wirtschaft erhalten.“
Die Plakataktion ist Teil einer größeren Kampagne. Laut eigenen Angaben hat Campact bereits mehr als zwei Millionen Sticker an knapp 100.000 Unterstützerinnen und Unterstützer geschickt, damit diese die Sticker auf Müllermilch-Produkte im Supermarkt anbringen.
Theo Müller gilt als einer der reichsten Deutschen. Zu seiner Unternehmensgruppe gehören neben Müllermilch auch die Molkerei Weihenstephan, Landliebe und Almhof. Aus seiner Freundschaft zu AfD-Chefin Alice Weidel macht der Milliardär kein Geheimnis, was in der Wirtschaft noch eher ungewöhnlich ist. (lhe)