Reibekuchen, Öko-Wein und veganes EisKöln hatte Pop-up-Markthalle für ein Wochenende

Blick in die Po-up-Markthalle in Ehrenfeld
Copyright: Florian Eßer
Köln – Unverpacktläden, in denen auf Plastik verzichtet wird, Secondhand-Geschäfte und Hofläden mit einem regionalen Angebot an Lebensmitteln – auch in Köln gibt es immer mehr Einzelhändler, die auf die Nachhaltigkeit und die positive Ökobilanz ihrer Sortimente achten. Trotz steigender Nachfrage finden sich diese aber immer noch häufiger in den Neben-, als auf den großen Einkaufsstraßen.
Um dieses Problem weiß auch Olivér Szabó: Der 44-Jährige hat die Event- und Projektagentur „Greencentive“ gegründet, die sich auf ökologische und nachhaltige Veranstaltungen fokussiert. So richtet Szabó etwa das Ecohopping-Festival aus, das am Wochenende in Ehrenfeld, Nippes, im Agnesviertel, der Süd- und der Innenstadt sowie in Sülz stattfand: Im Rahmen des zweitägigen Festivals konnten die Besucher rund 90 nachhaltige Läden, Projekte und Initiativen entdecken und so mehr zum Thema Nachhaltigkeit erfahren.
„Markthalle wäre eine Bereicherung für Köln“
Dabei konnten sich die Kölner entweder von einer analogen Stadtkarte zu den Geschäften lotsen lassen oder auf die hauseigene Ecohopper-App zurückgreifen. Diese zeigt den Nutzern nämlich an, wo sich in ihrer Nähe Unverpacktläden, Vintage-Boutiquen oder ähnliche Betriebe befinden: „In Köln ist in dieser Hinsicht alles dabei, was einem Spaß macht“, erklärt Olivér Szabó, in dessen App inzwischen über 500 Anlaufstellen und Adressen hinterlegt sind.

Festival-Organisator Olivér Szabó
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Das Herzstück des Ecohopping-Festivals aber war eine Pop-up-Markthalle Ehrenfeld: In der Eventlocation „Dein Speisesalon“ an der Oskar-Jäger-Straße boten die Händler neben regionalem sowie saisonalem Obst und Gemüse unter anderem auch veganes Eis, Bio-Lebensmittel und Spezialitäten aus der Region an. So war etwa auch die Sülzer Kartoffelküche „Reiberei“ mit einem Stand vertreten, an dem verschiedene Reibekuchen-Variationen angeboten wurden: „Es ist mein großer Traum, dass Köln eine richtige und nicht nur temporäre Markthalle bekommt“, sagt Organisator Olivér Szabó. „Das wäre eine wirkliche Bereicherung für die Stadt.“
Ecohopper-App weiterhin nutzbar
Um den Besuchern des Festivals aber nicht nur etwas für den Bauch, sondern auch etwas für den Kopf zu bieten, fanden in der Pop-up-Markthalle auch Vorträge zu den Themen Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit statt. Die Ehrenfelder Weinhändlerin Surk-ki Schrade zum Beispiel informierte die Besucher über die Vorteile naturbelassener Weine, die Spitzenköchin Mayoori Buchhalter vom Kölner Bio Gourmet Club hielt einen Vortrag über die vegane Küche.
Laut Olivér Szabó seien solche Vorträge wichtig, um mit Vorurteilen aufzuräumen und Menschen auf Themen wie Nachhaltigkeit und umweltbewusste Ernährung aufmerksam zu machen. Denn obwohl diese immer populärer würden, bestehe hier dennoch Aufholbedarf: „Öko ist cool und macht Spaß. Das Bild von Birkenstock-Sandalen und Klamotten aus Schafswolle ist längst überholt“, erklärt der Veranstalter, der mit seinen Events aber dennoch nicht missionieren möchte: „Der Wunsch, nachhaltiger zu konsumieren, muss von innen kommen“, so der 44-Jährige. „Aber ich habe die Hoffnung, dass durch solche Veranstaltungen dem ein oder anderen ein Licht aufgeht.“
Das Öko und Bio tatsächlich Spaß machen können, hat das gut besuchte Festival in jedem Fall gezeigt – wer es verpasst hat, kann aber trotzdem auf eine nachhaltige Entdeckungstour durch Köln gehen. Die Ecohopper-App, die Szabó zusammen mit Datenanalyst Marcel Graus entwickelt hat, lässt sich an jedem Tag nutzen und ist inzwischen auch für andere Städte wie Düsseldorf und Stuttgart erhältlich.


