Helios, LenauplatzWo sich in Köln-Ehrenfeld einst die ersten Kinos befanden

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In der Spielhalle an der Venloer Straße war einst das Helios-Kino. 

Ehrenfeld – An der Adresse Venloer Straße 379-385 findet sich heute eine Spielhalle samt Schwarzlicht-Minigolfanlage – früher aber befand sich hier das erste Kino des Stadtbezirks, das Helios: 1909 wurde zunächst ein Zelt errichtet, in dem erste Lichtbildaufführungen stattfanden, später wich das Provisorium einem Prachtbau mit Platz für 1000 Personen.

Das Helios schloss in den 80-er Jahren

In den frühen 80er-Jahren schloss das Helios dann seine Pforten und tat es damit vielen Kinos in Ehrenfeld gleich. Einst gab es 15 Lichtspielhäuser im Stadtbezirk, bis heute aber konnte sich nur das Cinenova in der Herbrandstraße erhalten. Der Rest von ihnen ist in den meisten Fällen Supermärkten gewichen, wie etwa das Lenau-Theater auf dem Lenauplatz – dem zweigeschossigen Gebäude kann man seine ehemalige Funktion aber auch gegenwärtig noch ansehen.

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Der Film- und Kulturjournalist Amin Farzanefar hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Ehrenfelder Kinos aufzuarbeiten. Inspiriert von einem Fotoband über die Kölner Lichtspielhäuser begab sich Farzanefar auf Spurensuche in Ehrenfeld, recherchierte zu den alten Kinos des Bezirks und führte Interviews mit Zeitzeugen: „Kinos sind ein nostalgischer Erinnerungspunkt, der viele Menschen in ihrer Kindheit abholt“, so Farzanefar.

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Die Ausstellung in der Epiphaniaskirche zeigt die Kinos in Ehrenfeld.

Zusammen mit den Fotografen Anemone Träger und Philipp Gabriel dokumentierte der Journalist dann, was aus den ehemaligen Kinos geworden ist: Das einstige „Rio“ in der Platenstraße zum Beispiel ist heute das Urania-Theater. Oder aus dem „Rosenlichtspiele“ auf dem Bickendorfer Josef-Esser-Platz ist längst ein Veranstaltungsraum geworden.

Ihre Ergebnisse haben Farzanefar, Träger und Gabriel in der Ausstellung „Ehrenkino“ zusammengetragen, die aktuell in der Evangelischen Epiphaniaskirche gezeigt wird. Sie stellen die alten und neuen Aufnahmen der Kino-Standorte gegenüber, erzählen die Geschichte jener Orte, die, so sagt es Farzanefar, auch die Geschichte des Stadtteils ist: „Die Kinos brachten vor allem in der Nachkriegszeit Ablenkung für die Menschen und waren für viele die einzige Möglichkeit, einen Hauch von heiler Welt zu erleben“, so der 56-Jährige. 

Unterstützt wird die Ausstellung unter anderem von der Bezirksvertretung Ehrenfeld, dem Verein Kultur im Veedel, dem Allerweltskino e.V., Cross Culture Cologne und dem Veedelsmanagement Ehrenfeld e.V.

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Josef Wirges, Vorsitzender des Veedelsmanagement Ehrenfeld e.V., Lale Konuk von Cross Culture Cologne, Kurator Amin Farzanefar und die Fotografen Anemone Träger und Philipp Gabriel

Damit die Ausstellung weiter wachsen kann, sind die Organisatoren immer auf der Suche nach alten Fotos und Geschichten, die mit den Ehrenfelder Kinos zusammenhängen. Auf diese Weise soll sich aus dem Projekt eine Wanderausstellung entwickeln, die in allen Veedeln des Stadtteils Station macht: 2019 schließlich wurde sie schon einmal im Bunker k101 auf der Körnerstraße gezeigt, für die Zukunft ist eine Präsentation in Vogelsang geplant. Wer Bild- oder Wortmaterial zu dem Projekt beisteuern möchte, kann sich per E-Mail an den Verein Kultur im Veedel wenden: info@kultur-im-veedel.de.

Ehrenkino – Ehrenfelder Kinogeschichte(n), Epiphaniaskirche, Erlenweg 39, geöffnet mittwochs von 10 bis 12 Uhr und ansonsten täglich von 10 bis 12 Uhr sowie von 17 bis 19 Uhr. Vom 3. bis zum 16. Januar. Am Freitag, 14. Januar, findet eine Filmvorführung im Friedrich-Ebert-Saal, Josef-Esser-Platz 1, statt. Am Sonntag, 16. Januar, lädt der Köln im Film e.V. zu einer Führung durch die Ehrenfelder Kinogeschichte ein. Die Führung geht von 12 bis 14 Uhr, die Teilnahme kostet 7 Euro. Anmeldung per E-Mail. Weitere Informationen finden Sie hier.

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