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Thementage „psychisch stark“Schüler an Kalker Gesamtschule thematisieren mentale Gesundheit

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Schüler der Katharina-Henoth-Schule setzen sich mit mentalen Themen auseinander.

Schüler der Katharina-Henoth-Schule setzen sich mit mentalen Themen auseinander.

Bei den Thementagen „psychisch stark!“ konnten Schüler der Katharina-Hentoh-Gesamtschule an vier unterschiedlichen Workshops teilnehmen.

Während vom Flur fröhliche, laute Musik vom YoBaDo (Bewegungs- und Verhaltenskonzept, Anm. d. Red.) zu hören ist, gehen die Schülerinnen und Schüler im Klassenraum der 11e am Donnerstagvormittag in sich und überlegen, welche drei positiven Erfahrungen sie am Vortag gemacht haben. Einige schreiben ihre Antworten direkt auf, andere überlegen erst noch. „Werdet gerne spezifisch“, sagt Jürgen Henne zwischendurch. „Wenn ihr Freunde treffen aufschreibt, dann denkt darüber nach, was genau daran schön war.“

Bereits seit gut eineinhalb Stunden beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler in Hennes Workshop mit dem Thema Glück. Sehr  persönlich, ehrlich und tiefgründig reden sie dabei, über die Bedeutung von Glück, den Sinn des Lebens und ihre Charakterstärken. „Es wird sich zu viel mit Problemen beschäftigt“, sagt Henne, „ich möchte, stärken- und lösungsorientiert arbeiten“. 

Köln-Kalk: Katharina-Henoth-Gesamtschule veranstaltet Thementage „psychisch stark!“

Positive Psychologie sei deshalb der Schwerpunkt seines Workshops. Zeitgleich finden sechs weitere Workshops zu unterschiedlichsten Themen statt. So lernen Schülerinnen und Schüler beim YoBaDo Übungen zur Körpersprache, um ihr natürliches Selbstbewusstsein zu stärken. In anderen Workshops wird über mentale Gesundheit, sexualisierte Gewalt oder Stress aufgeklärt.

An der Katharina-Henoth-Gesamtschule fanden erneut die Thementage „psychisch stark!“ statt. Aus rund 30 Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler insgesamt vier wählen. „Es ist eine Chance für uns, über Themen zu reden, die sonst nicht so besprochen werden, vor allem hier in der Gegend“, sagt Q1-Schüler Atakan Eich, der an Hennes Workshop teilgenommen hat.

Mentale Gesundheit entstigmatisieren und Hoffnung geben

Der Unterricht an der Schule sei zwar vielfältig, aber trotzdem linear: „Wir diskutieren auch mal im Unterricht über solche Themen, aber oberflächlicher“, sagt er. Und so tauschten die Schülerinnen und Schüler sich sehr bewusst aus: „Hier vermischen sich ja alle möglichen Leute mit unterschiedlichen Hintergründen, und deshalb sind wir, glaube ich, alle offen und vertraut und können auch über solche Themen reden.“ 

Oberstufenleiter Winfried Schneider ist überzeugt, wie wichtig das Thema ist. Vor gut vier Jahren hat er die Thementage ins Leben gerufen, nachdem ihm beim Eltern‑ und Schülersprechtag viele Jugendliche von ihren Problemen berichtet hatten. „Wir müssen das Thema mentale Gesundheit entstigmatisieren und den Kids Hoffnung geben“, sagt Schneider, „und wir müssen ihnen Möglichkeiten aufzeigen, sich mit ihrer Psyche auseinanderzusetzen und sich gegebenenfalls Hilfe zu holen“.

Gerade an der Katharina‑Henoth‑Gesamtschule fehlt vielen Kindern die mentale Unterstützung zu Hause, oft unterstützen sie vielmehr ihre Eltern. Deshalb gibt es an der Schule ein Angebot zur psychischen Gesundheit. „Die Thementage sind das Sahnehäubchen“, sagt Schneider. Die Rückmeldungen seien durchweg positiv, von Schülerinnen und Schülern wie auch von Referentinnen und Referenten: „Es gibt so viele tolle Menschen, die junge Leute unterstützen wollen“.