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Hilfe, Ärger, GewaltStadt Köln zieht Bilanz nach sechs Tagen Straßenkarneval

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15.02.2026, Köln: Die Schull- un Veedelszöch ziehen durch die Severinstraße. Foto: Uwe Weiser

Der Rettungsdienst war auch bei den Schull- un Veedelszöch präsent.

Alle Hände voll zu tun hatten die Mitarbeiter von Ordnungsamt sowie Feuerwehr und Rettungsdienst an den „tollen Tagen“. Die Stadt zieht jetzt Bilanz.

Am Aschermittwoch hat die Stadt Köln nach sechs Tagen Straßenkarneval Bilanz gezogen. Verglichen mit manchen Vorjahren war weniger los, vor allem im Uni-Viertel: Die Zülpicher Straße musste an keinem Tag gesperrt werden, die Uniwiese wurde nicht als Ausweichfläche benötigt.

Mehr als 200 Mitarbeitende des Ordnungsamts waren laut Stadt täglich im Einsatz, unterstützt von mehreren Hundert Sicherheitskräften privater Dienstleister. Besonders im Fokus stand der Jugendschutz. Die Kräfte führten 5.030 Präventivgespräche und stellten 2.564 alkoholische Getränke sowie 2.453 Tabakprodukte oder E-Zigaretten bei Minderjährigen sicher. Bei 78 Testkäufen in Kiosken kam es zu 65 Verstößen. Die Verantwortlichen müssen mit hohen Bußgeldern rechnen, einem Betreiber wurde für den Wiederholungsfall die Schließung angedroht.

Stadt schleppt 778 Fahrzeuge an Zugwegen ab

Strikt ging das Ordnungsamt auch gegen Wildpinkeln vor. 114 Menschen wurden erwischt – ein Verstoß kostet bis zu 200 Euro plus Gebühren. Ein großes Thema blieb das Freihalten der Zugwege. Von Mittwoch bis Dienstag mussten 778 Fahrzeuge abgeschleppt werden (Vorjahr: 745). 3.033 Halterinnen und Halter erhielten Verwarnungen. In 17 Fällen kontrollierte das Ordnungsamt Rettungswege in der Gastronomie; teilweise waren Wege zu schmal oder verstellt. In einem Fall musste brennbare Dekoration entfernt werden. Bei einer Kontrolle wurde ein Mitarbeiter des Ordnungsdienstes verletzt und ist dienstunfähig.

Feuerwehr und Rettungsdienst verzeichneten 3.169 Einsätze. Die Unfallhilfsstellen leisteten 535-mal Erste Hilfe – meist aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums. Das Notfallversorgungszentrum am Perlengraben behandelte 108 Patientinnen und Patienten und entlastete damit umliegende Kliniken. Mehr als 80 Jugendliche mussten wegen schweren Alkoholmissbrauchs medizinisch versorgt werden. Stadtweit waren 2.760 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte im Dienst. Die Feuerwehr rückte zu 81 Brandeinsätzen und 137 technischen Hilfeleistungen aus. Schwere Personenschäden gab es nicht. Die Einsatzleitung registrierte fünf Übergriffe auf Einsatzkräfte.