Gewaltprävention für Jugendliche in KölnKampagne KölnSafe startet

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Ein Jugendlicher sprayt den Tag #kölnsafe auf eine mobile Wand

Graffiti-Künstler Puya Bagheri sprayt den Claim #KölnSafe auf dem Alter Markt mit Jugendlichen auf eine mobile Wand. Jugendlicher Kagan (14) vorne, Mechthild Böll, Robert Voigtsberger, Gabriele Bänsch und Puya Bagheri hinten

Die Kampagne „#KölnSafe“ soll Jugendliche für Gewalt sensibilisieren und Alternativen zeigen.

Die Stadt Köln hat am Montag (28. August) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft (AG) 78 die Kampagne „#KölnSafe“ gestartet. Das Ziel der bundesweit ersten Kampagne zu diesem Thema ist es, Kinder und Jugendliche auf das Thema Gewalt aufmerksam zu machen und Handlungsalternativen aufzuzeigen. 

Eine digitale Umfrage, an der im Herbst des vergangenen Jahres rund 500 Jugendliche aus Köln teilnahmen, kam zu einem alarmierenden Ergebnis. Mechthild Böll, Sprecherin der AG 78, die sich nach einem Paragrafen zur Gewaltprävention benannt hat, berichtete im Rahmen eine Pressekonferenz am Montag: „58 Prozent der Jugendlichen gaben an, bereits einmal Opfer von physischer oder psychischer Gewalt geworden zu sein.“ Mehr als ein Drittel der Jugendlichen habe angegeben, dass sie zu ihrer Verteidigung einen Gegenstand bei sich trage, den man als Waffe verwenden könnte. 

Köln: Mehr als 150 Veranstaltungen bis Jahresende

Die Kampagne soll dieser Entwicklung entgegensteuern. 150 Veranstaltungen und Aktionen sind geplant. Robert Voigtsberger, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport, betonte, dass die Kampagne aufklären wolle, ohne den Zeigefinger zu erheben. „Die Jugendlichen wissen, dass Gewalt strafbar ist“, sagte er.

Wir sehen, dass die Jugendlichen sich freuen, wenn sie ernstgenommen werden
Gabriele Bänsch, Fachstelle Gewaltprävention im Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln

Jugendliche konnten die Kampagne zum Teil mitgestalten. So erzählten sie von ihren eigenen Erfahrungen und äußerten Wünsche. „Bei den Gesprächen hat sich deutlich gezeigt, dass die Jugendlichen sich in allen Stadtteilen deutlich mehr Freizeitangebote wünschen“, sagte Mechthild Böll. Jugendliche spielten auch Szenen ein, die auf der Internetseite der Kampagne und der Social-Media Plattform Instagram zu sehen sind. Junge Kölnerinnen und Kölner können auch eigene Videos zu dem Thema  produzieren und auf der Internetseite hochladen.

„In unserer Umfrage gaben die Jugendlichen an, dass die Schule einer der Hauptorte von Gewalt ist“, sagte Böll. Die Veranstalter riefen alle Schulen dazu auf, im Klassenverbund über Gewaltprävention zu diskutieren. Gabriele Bänsch, die sich bei der Stadt um das Thema Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche kümmert, glaubt an einen Erfolg der Kampagne. „Wir sehen, dass die Jugendlichen sich freuen, wenn sie ernstgenommen werden“, sagte sie.

Im Anschluss an die Pressekonferenz sprayte der Künstler Puya Bagheri zusammen mit Jugendlichen den Tag #KölnSafe auf eine mobile Wand.

Die Kampagne läuft bis zum 31. Dezember. Die Aktionen sollen im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Die Internetseite soll ein Angebot für Kinder und Jugendliche sein, um Hilfsangebote zu finden.

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