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Trauerfeier für Kölner SängerinGedichte, Karnevalslieder und liebe Worte in Gedenken an Lotti Krekel

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Bei der Trauerfeier für die Schauspielerin Lotti Krekel in der Kirche St. Severin ist ein Bild von ihr zu sehen.

Bei der Trauerfeier für die Schauspielerin Lotti Krekel in der Kirche St. Severin nahmen viele Menschen Abschied.

Bei der Trauerfeier für Lotti Krekel am 9. Mai haben zahlreiche Trauergäste Abschied von der Kölner Sängerin genommen.

„Mir schenke der Ahl e paar Blömcher“ – dieses Karnevalslied ist untrennbar mit dem Namen seiner bekanntesten Interpretin verbunden: Lotti Krekel. Gesungen von Ken Reise, den Michael Kokott an der Orgel begleitete, erklang es am Dienstag in St. Severin zu Beginn der Trauerfeier für die Sängerin und Schauspielerin, die am 11. April im Alter von 81 Jahren gestorben ist.

Zahlreiche Gäste trauerten um Lotti Krekel in Köln

„Mit ihrer Art war sie eine gute Botschafterin unserer Stadt“, sagte Pfarrer Johannes Quirl. Es gelte, Abschied zu nehmen von einer „offenen, herzlichen, authentischen, gutmütigen, aber auch streitfähigen Frau“, sagte er. „Wir können und wollen nicht glauben, dass ihr Leben, ihr Lächeln, ihre Disziplin, ihre Liebe und ihre Fähigkeit, sich zu kümmern – dass all das umsonst vorbeiging, dass das, was sie uns bedeutet hat, nun verloren sein soll.“ Ausgehend von Worten des Propheten Jesaja, sagte Quirl, auch der Name Lotti Krekels bleibe „für immer eingeschrieben“ in die Hände Gottes.

Unter den Trauergästen waren Ludwig Sebus, Tommy Engel, Bömmel Lückerath, Samy Orfgen, Mariele Millowitsch und Regisseur Kaspar Heidelbach. Nicht dabei war Lotti Krekels Ehemann Ernst Hilbich. Der 92-Jährige, mit dem sie im Kölner Süden wohnte, war gesundheitlich nicht in der Lage, teilzunehmen. Auf seinen Wunsch wurde die populärste Vertonung von Dietrich Bonhoeffers geistlichem Gedicht „Von guten Mächten treu und still umgeben“ gespielt, vorgetragen von Sänger Wolfgang Reisert und Organist Hoonbyeong Chae.

Lotti Krekel – eine gute Freundin aus Köln

Besonders nahe stand Lotti Krekel ihre Freundin Helga Natterer, mit der sie am 1. April 1948 in Köln-Sülz eingeschult wurde und zu der nie der Kontakt abriss. „Bis zu unserem 18. Lebensjahr haben wir immer nebeneinander gesessen“, sagt sie in ihrer Ansprache. „Wir haben zusammen schwimmen gelernt und uns gegenseitig Schillers 'Glocke' abgehört“. Lotti Krekel sei die Wortgewandtere gewesen, habe mit ihren Schulaufsätzen geglänzt und ein großes Durchsetzungsvermögen besessen.

Im Krankenbett habe sie versprochen, allen Freunden und Freundinnen „einen Platz im Himmel freizuhalten“. Dort werde es ihr wohl gelingen, an den Engeln vorbei „zum Chef vorzudringen“, denn: „Wir können sicher sein: Sie verhandelt immer nur mit dem Chef.“ Das Einzige, was die Freundin, die auf der Palliativstation des Klinikums Leverkusen starb, nicht geschafft und sie sehr traurig gemacht habe: „Sie hätte gerne ihren lieben Ernst überlebt.“

Präsenz der Kölnerin wird noch lange zu spüren sein

Lotti Krekels Nichte Miriam zitierte einen Satz, der typisch für ihre Tante gewesen sei: „Das kriegen wir schon hin.“ Sie habe „nicht loslassen“ können, weil „ihr Leben darin bestand, die Dinge für andere hinzubekommen.“ Zum Beispiel für ihre knapp elf Jahre jüngere, bereits 2013 gestorbene Schwester Hildegard, die für sie wie ein eigenes Kind gewesen sei.

Lotti Krekel habe ihr Leben lang eine solche Präsenz gehabt, dass „ich mir kaum vorstellen kann, dass sie nicht mehr da ist“. Bis zum Schluss habe sie gekämpft und „viele Schmerzen auf sich genommen“, um weiter dabei sein zu können. Zum Schluss der Feier wurde die Verstorbene mit ihrer Stimme als junge Frau präsent: Sie war mit einer Aufnahme von Heinz Schenks Lied „Es ist alles nur geliehen“ zu hören.

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