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Kunst Der Tod im weiblichen Körper

Eckard Alker zeigt in seiner Ausstellung ausnahmslos Bilder, die das Thema Tod behandeln.

Eckard Alker zeigt in seiner Ausstellung ausnahmslos Bilder, die das Thema Tod behandeln.

  • Die Kirche St. Clemens zeigt eine Ausstellung von Eckard Alker

Mülheim –  Der Tod ist ein traditionelles Thema in der Kunst. Sucht der Mensch doch nach Wegen des Ausdrucks, um das Unverständliche und Unerträgliche irgendwie zu ertragen. Eckard Alkers Bilder in der Kirche St. Clemens kreisen um dieses Thema. Sein Motiv ist das seit dem Vanitas-Stillleben der Barockmalerei gebräuchliche Sinnbild des Totenkopfes und vor allem die im Mittelalter bekannte Darstellung von Skelett und Sensenmann.

Persönliche Betroffenheit

"Lustheider Totentanz" heißt die Serie von rund einhundert malerischen Collagen, die der in Refrath lebende Künstler im letzten Jahr geschaffen hat. Die Blätter erscheinen ebenso zwingend wie bedrückend. Wenn etwa ein Schädel mit leeren, unheimlichen Pupillen wachen Frauenaugen gegenüber steht. Oder wenn der Totenkopf von der christlichen Dornenkrone umrankt wird. Oder wenn das Todesantlitz nahtlos mit der Kontur eines nackten Frauenleibes verwächst.

Der Tod steht in diesen kleinformatigen Bildern immer wieder im Zeichen des weiblichen Körpers, der als vage Kontur, oft nackt und mit stiller Zärtlichkeit und Erotik zum Ausdruck gebracht wird.

Man ahnt, dass Alkers Beschäftigung mit dem Todesmotiv nicht nur einfach das grundlegende Phänomen menschlicher Sterblichkeit in den Blick bringen will. Vielmehr spürt man schnell, dass es um eine ganz persönliche Betroffenheit geht, die weit über die bloße intellektuelle Reflexion hinaus geht. Die allgemeinen Anerkennung als unausweichliche Tatsache des Lebens ist das eine, das andere ist seine dramatische individuelle Schonungslosigkeit.

Der konkrete Anlass ist der Verlust seiner Frau Krista vor fünf Jahren, den der Künstler bis heute nicht verwunden hat. "Da wo Tanz ist, da ist mir weh", sagt Alker in Anlehnung an den Maler Albrecht Dürer, der einst seinem Arzt seine Schmerzen in Form einer Zeichnung mitteilte.

Wir alle sind mehr als das, was wir von uns wissen. Wir sind dem Unerklärlichen und Ungeheuerlichen ausgeliefert, während der Tod im Zentrum eines vielfach verschlungenen, letztlich paradoxen Lebenszusammenhanges wirksam ist. Der Sensenmann, der als Schatten den nackten weiblichen Körper betrachtet, zeigt ebenso wie die am Boden neben einem Totenschädel liegende Nackte die vertrackte Beziehung von Lebendigkeit und Sterblichkeit. Alkers Kunst lässt uns erahnen, dass der der Tod nicht nur mitten in unser Leben hinein brechen kann, sondern unsere Existenz sich von Anfang an im Zeichen des Sterbens vollzieht.

Ohne viele Worte

In der zweiten Bildserie schafft er mit einigen großformatigen, in Grautönen gehaltenen Gemälden zusätzlich eine Einbettung in die aktuelle Gegenwart und größere gesellschaftliche Zusammenhänge. Unfalltod, Flugzeugabstürze, Kriege sind unter anderen die Themen von Bildern, das die Menschen in einem absurden Schauspiel aus Lust, Gewalt, Eitelkeit, Komik, Gefräßigkeit, Zerstörung und Lächerlichkeit zeigt. Viele Worte macht Alker nicht. "Die Bilder erzählen alles," sagt er.

Kirche St. Clemens, Mülheimer Ufer, geöffnet, Sa,So 15-17 Uhr, bis 2.April