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90-jähriges BestehenWeidenpescher Stammdesch „Om Piefes“ kümmert sich ums Veedelsleben

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Volles Haus. Blick in den Saal und auf die Bühne zur Karnevalssitzung des Stammdesch Om Piefes am 24. Januar.

Volles Haus. Blick in den Saal und auf die Bühne zur Karnevalssitzung des Stammdesch Om Piefes am 24. Januar.

Die Veedelsgemeinschaft „Om Piefes“ besteht seit 1936 und ist seit 40 Jahren ein eingetragener Verein – aktiv weit über den Karneval hinaus.

„Das Allerwichtigste für uns ist, dass das Veedelsleben aufrechterhalten bleibt“, sind sich Hildegard Schmidt, die langjährige Vorsitzende der „Veedelsgemeinschaft Stammdesch Om Piefes von 1936“, und Heinz Auge, ihr frisch ins Amt gewählter Nachfolger, einig. „Wir sind der letzte Verein im Veedel, der eigene Karnevalssitzungen macht – abgesehen von der Frikadellesitzung, die der Trägerverein des Pfarrheims Heilig Kreuz selbst organisiert.“

Nach etlichen Jahren im Amt hatte die 75-jährige Schmidt den Vorsitz an ihren 48-jährigen Nachfolger abgegeben, der zu Jugendjahren in den Neunzigern schon mit den „Pänz vun Gereon“ auf der Pfarrheims-Bühne stand und heute als Akkordeonist in der Kölsch-Band „Dräcksäck“ aktiv ist. Schmidt bleibt dem Vereinsvorstand jedoch als Kassiererin erhalten. „Die Mitglieder waren sich außerdem einig, dass für mich der Posten der Ehrenvorsitzenden fällig ist“, ergänzt sie schmunzelnd. Seit seiner Wahl im November arbeitet Auge Hand in Hand mit seiner Amtsvorgängerin. Nach Aschermittwoch geht es für ihn mit seiner Vorsitzenden-Tätigkeit so richtig los.

Hildegard Schmidt übergab den Vereinsvorsitz an Heinz Auge – und bleibt dem Verein als Kassiererin und Ehrenvorsitzende erhalten.

Hildegard Schmidt übergab den Vereinsvorsitz an Heinz Auge – und bleibt dem Verein als Kassiererin und Ehrenvorsitzende erhalten.

Im Jahr 1936 hatten zwölf Mitstreiter aus dem damaligen Merheim linksrheinisch, wie Weidenpesch bis 1952 hieß, den Stammtisch in der Gaststätte „Om Piefes“ gegründet. Erstes Ziel war, mit einem Merheimer Wagen an den Schull- und Veedelszöch teilzunehmen – was bereits im Gründungsjahr gelang. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm man bereits 1950 wieder am Zoch teil; etliche Wagenmotive über die Jahrzehnte wurden preisgekrönt. 1968 gab es auf einem Veedelszoch einen Unfall, als ein Mitglied aus drei Metern Höhe vom Wagen fiel und sich schwer verletzte, aber hinterher zum Glück wieder komplett regenerierte. Mit der Verabschiedung der neuen Satzung im November 1986 wurde der Stammdesch genau zu seinem 50-jährigen Bestehen zum eingetragenen Verein. 

Guter Kontakt zu den Schützen – Sommerfest und Weihnachtsbaum

Bis heute organisiert der Verein mit 64 Mitgliedern, davon 18 aktiven, seine eigene Karnevalssitzung. Dieses Jahr ging sie am 24. Januar im Pfarrheim über die Bühne. Wegen der begrenzten Gästekapazität im Saal, und da man die Eintrittspreise erschwinglich halten will, ist die Suche nach Bühnenkünstlern nicht immer einfach. Natürlich ist Auge mit seiner Band dabei, sowie die „Filue“, die sogar Vereins-Ehrenmitglieder sind. „Wir sind deshalb froh, dass es noch Künstler gibt, die uns im Preis entgegenkommen“, so die frühere Vorsitzende. „Aber letztlich klappt’s irgendwie immer“, ergänzt Auge. Sehr hilfreich ist für den Verein die gute Kooperation mit der Stephanus-Schützenbruderschaft: Bei Veranstaltungen kooperiert man und hilft einander aus; einige Mitglieder sind beiden Vereinen angeschlossen.

Neben dem Karneval, den die Piefes auch mit ihrer „Elften im Elften“-Feier begehen, ist der Verein mit seinem jährlichen Sommerfest, sowie der Weihnachtsbaumaufstellung – alles auf dem Platz vor dem Pfarrheim – fürs Veedel aktiv. Bei dem adventlichen Treffen schmücken Kinder den Baum mit der in der Schule gemeinsam gebastelten Dekoration. „Dieses Fest ist besonders schön für die Leute im Veedel, die alleine leben“, betont Schmidt. „Zwei Wochen vorher fange ich bei mir zu Hause mit dem Backen der Plätzchen an.“ Natürlich würde sich die Gemeinschaft über neue Mitglieder freuen; diese sind jederzeit herzlich willkommen. Interessenten können sich per E-Mail melden oder einen Blick auf die Social-Media-Präsenz des Vereins werfen.


ompiefes@familie-auge.dewww.facebook.com/OmPiefes