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Wo gezockt wird, entstehen Freundschaften

Volle Konzentration beim Spielen, auch Lehrer beteiligten sich am Turnier.

Volle Konzentration beim Spielen, auch Lehrer beteiligten sich am Turnier.

Kalk –  In der vergangenen Woche organisierten Schüler der Kaiserin-Theophanu-Schule zum erste Mal ein E-Sports-Turnier in den Abenteuerhallen Kalk.

Die Idee kam von einer neunten Klasse des Gymnasiums und ist Teil mehrerer Aktionen, die die städtische Schule in diesem Jahr in Kooperation mit den Abenteuerhallen ausrichtet. E-Sport ist der sportliche Wettkampf mit Computerspielen.

„Wir freuen uns, dass es nun endlich losgeht. Es war eine tolle Erfahrung, alles selber zu organisieren und eine eigene Idee wirklich umzusetzen“, sagte Ben Schimmel. Der 14-Jährige war Teil des 13-köpfigen Teams, das die Veranstaltung organisierte. Zusammen mit Muhammed Yagiz führte er außerdem als Moderator durch den Abend.

Die Abenteuerhallen Kalk werden zur E-Sport-Arena.

Die Abenteuerhallen Kalk werden zur E-Sport-Arena.

Alles zum Thema Gamescom

„Wir sind alle selber leidenschaftliche Videospieler und haben uns in einer Technikgruppe an der Schule gefunden“, sagte Schimmel. „Wir wollten zuerst unbedingt ein Spiel aus der Mario-Reihe auswählen und haben uns schließlich für Super Smash Bros. Ultimate entschieden“, erläuterte Yagiz. Während der Gamescom 2018 wurde es damals von den Besuchern zum begehrtesten Titel des Jahres gewählt. Bei dem Spiel können alle Charaktere der Nintendo-Reihe ausgewählt werden und gegeneinander antreten. „Die Charaktere mussten wir natürlich erst einmal alle freispielen, was einige Nächte in Anspruch genommen hat“, sagte Schimmel lachend. Ziel des bunten Spiels ist es, den Gegner aus dem Feld zu schlagen.

Nachdem die Gruppen eingeteilt waren, ging es schließlich an die Controller. An acht Stationen spielten jeweils vier E-Sportler in Zweier-Teams gegeneinander. Die Ergebnisse wurden auf eine Leinwand über der Bühne projiziert. Damit alles fair blieb, überwachten Schiedsrichter an jeder Station die Situation. „Schimpfwörter und Beleidigungen sind strengstens verboten“, hatte Yagiz von der Bühne aus klar gemacht. Aus den Boxen schallte die typische Konsolen-Spielmusik und auf der Kletterwand der Halle erschienen abwechselnd die verschiedenen Spielcharaktere. Wo sonst geturnt, geklettert und getobt wird, starrte nun alles konzentriert auf die Bildschirme. Jubel verkündete das Ende einer Partie.

„Besonders heiß sind hier natürlich alle auf den Hauptpreis. Der Sieger gewinnt nämlich eine nagelneue Konsole“, sagte Yagiz. Am Ende der K.-o.-Runden kam es schließlich zum Finale, welches auf der Bühne ausgetragen und auf die Leinwand übertragen wurde.

Für den Sieger gab es neben dem Hauptpreis einen Pokal in Form eines Controllers und eine Medaille. Zweit- bis Viertplatzierte erhielten Siegermedaillen.

Unter die Spieler mischten sich auch Lehrer. Florian Korsch, Klassenlehrer an der Kaiserin-Theophanu-Schule, war sichtlich stolz auf seine Schüler: „Ich finde das toll, dass sie das organisieren und sich auch in der Freizeit so dafür eingesetzt haben, weil ich weiß, wie zeitaufwendig das war.“

Zwei Monate hatte sich das Team zur Planung mindestens einmal pro Woche in der Halle getroffen. Immer mit dabei Florian Kartenegger: „Wir haben den Schülern möglichst freie Hand gelassen und nur bei Fragen unterstützt. Uns ist es wichtig, dass die Jugendlichen Erfahrungen im echten Leben machen, und so ein Event ist eine tolle Lernerfahrung.“

Der Sozialarbeiter der Abenteuerhallen Kalk freute sich über das Engagement und dass durch die Veranstaltung verschiedene Jugendliche zusammenkamen: „Da die Gruppe Flyer in allen Kölner Jugendzentren und verschiedenen Schulen ausgelegt hatte, war es heute auch ein Abend des Kennenlernens für die teilnehmenden Jugendlichen.“

Die Konsolen und Fernseher für die Veranstaltung zu besorgen, sei die schwierigste Aufgabe gewesen. Geholfen hatte schließlich der Verein Gaming Aid. Die Kölner Jugendzentren konnten sich dann nach der Veranstaltung über die nagelneuen Spielekonsolen freuen.

Auch wenn etwas weniger Spieler als angemeldet kamen, steht für Ben Schimmel und seine Teamkollegen fest: „Wir wollen das Turnier unbedingt auch im nächsten Jahr veranstalten, uns weiter professionalisieren und noch mehr Menschen vom E-Sport begeistern.“ So ist beispielsweise ein Fifa-Turnier geplant.

Unklar ist jedoch noch, ob die Kooperation auch im nächsten Jahr stattfinden wird. „Das hängt davon ab, ob das Landesjugendamt Rheinland die Zusammenarbeit weiter fördert, aber ich bin durchaus zuversichtlich und denke, dass das Konzept sehr gut zur Abenteuerhalle passt“, sagte Florian Kaltenegger.

Ben Schimmel, Orga-Team