Entscheidung in Köln„Nius“-Chef Julian Reichelt muss Aussage unterlassen

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Das Landgericht in Köln.

Das Landgericht in Köln. (Symbolbild)

Das Kölner Gericht wertete den X-Beitrag als Attacke auf den stellvertretenden Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Der stellvertretende Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“, Martin Dowideit, hat sich erfolgreich gegen eine Attacke von Ex-„Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt auf dem Messenger-Dienst X gewehrt. Dowideit setzte sich am Freitag mit einer einstweiligen Verfügung gegen Reichelt beim Landgericht Köln durch, der fragliche Post ist seit heute gelöscht.

Reichelt, heute Frontmann des rechtspopulistischen Webportals Nius, hatte Dowideit wegen der Berichterstattung des „Kölner Stadt-Anzeiger“ über einen absurden Vorwurf Reichelts an die Adresse des Satirikers und TV-Moderators Jan Böhmermann angegriffen. Böhmermann hatte in der Sendung des „ZDF Magazin Royale“ vom 16. Februar gesagt: „Nicht immer die Nazi-Keule rausholen, sondern vielleicht einmal paar Nazis keulen.“ Darauf hatte Reichelt Böhmermann einen „lupenreinen Mordaufruf“ vorgeworfen.

Wegen der Berichterstattung des „Stadt-Anzeigers“ über die folgende Auseinandersetzung warf Reichelt Dowideit dann auf X vor, den angeblichen Mordaufruf zu rechtfertigen. Das Landgericht Köln erklärte zum Erlass der einstweiligen Verfügung, die Äußerung von Böhmermann sei „ganz offensichtlich und für jedermann erkennbar satirisch gemeint“ gewesen. Zudem habe der am 17. Februar im „Kölner Stadt-Anzeiger“ erschienene Bericht „nur vorsichtige und zurückhaltend wertende Elemente enthalten“.

Das Blatt hatte unter anderem berichtet, dass Böhmermann in seiner Reaktion Reichelt als „humorlosen Bauernfänger Julian R.“ und dessen Angriff als „irre“ bezeichnet habe. Gegen diesen Beschluss des Landgerichts Köln kann Reichelt noch Widerspruch einlegen. (kna)

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