Abo

Gegen Trump und BezosNeil Young zieht seine Musik von Amazon ab – und schenkt sie Grönland

3 min
Der kanadische Sänger Neil Young tritt beim Roskilde Festival auf (Archivbild).

Der kanadische Sänger Neil Young tritt beim Roskilde Festival auf (Archivbild).

Die kanadische Musiklegende hat sich wieder einmal politisch positioniert – gegen den US-Präsidenten und seine superreichen Unterstützer.

Neil Young mischt sich in die aktuelle politische Debatte ein: Der legendäre kanadische Musiker gab bekannt, seine Musik von Amazon entfernen zu lassen – und sie den grönländischen Bürgerinnen und Bürgern zu schenken. Auf seiner Website Neil Young Archives erklärte der 80-Jährige, er wolle den „grönländischen Freunden“ ein Jahr lang kostenlosen Zugang zu seiner Musik und seinen Musikfilmen gewähren.

Neil Young, der gleichzeitig die amerikanische Staatsbürgerschaft hat, spricht von der „unpopulären und hoffentlich nur vorübergehenden Regierung“ der USA, die „Stress und Drohungen“ ausgelöst habe. Seine Musik könne hier vielleicht etwas Abhilfe schaffen. Dies sei ein „Angebot des Friedens und der Liebe“ in Richtung Grönlands, nach dem Präsident Donald Trump derzeit greift. Der Musiker ist ein scharfer Kritiker von Trump und dessen Politik.

Bereits im Oktober hatte Neil Young angekündigt, seine Musik von Amazon abzuziehen. Im Januar bekräftigte er seinen Plan. Hintergrund ist, dass der Online-Riese Jeff Bezos gehört, und dieser sei ein „milliardenschwerer Unterstützer des Präsidenten“, so Young, der gleichzeitig zum Boykott von Amazon aufrief. „Die Außenpolitik des Präsidenten und seine Unterstützung für die Einwanderungsbehörde ICE machen es mir unmöglich, seine Handlungen zu ignorieren. Wenn Sie das genauso sehen wie ich, rate ich Ihnen dringend davon ab, bei Amazon einzukaufen“, schrieb Young am 23. Januar.

Die jüngsten tödlichen Übergriffe und Grenzüberschreitungen von ICE-Agenten in Minnesota dürften den Zorn und Protest des Musikers hervorgerufen haben. In Minneapolis hatten die Einsatzkräfte, die im Auftrag Washingtons unterwegs waren, bei ihrer Jagd auf Migranten zwei US-Bürger erschossen.

Neil Young: Musik bei unabhängigen Anbietern kaufen

Jeff Bezos gehört zu den Tech-Milliardären, die Trumps jüngsten Wahlkampf massiv finanziell unterstützten. Er spendete 2025 eine Million Dollar, zudem nahm er auch medial Einfluss: So untersagte er der „Washington Post“, die ihm seit 2013 gehört, eine Wahlempfehlung gegen Trump auszusprechen.

„Meine Position schadet meinem Plattenlabel kurzfristig leider, aber ich denke, die Botschaft, die ich damit sende, ist wichtig und klar. Danke, dass ihr Musik lokal und bei unabhängigen digitalen Anbietern kauft“, schrieb Young weiter. Neil Youngs kompletter Katalog und ein umfangreiches Archiv mit Live-Konzerten, Studio-Outtakes und Konzertfilmen sind in Super-HD-Sound auf den Neil Young Archives verfügbar. Die Preise liegen zwischen 24,99 und 99,99 US-Dollar pro Jahr, wie der „Rolling Stone“ schreibt.

Neil Young untersagt Trump Nutzung seines Songs

Neil Young hat immer wieder mit politischen Statements und Aktionen für Gesprächsstoff gesorgt. Er setzt sich schon seit Jahrzehnten für soziale Gerechtigkeit ein und engagiert sich für Demokratie und Klimaschutz. Er bezog bereits Stellung gegen den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, Donald Trump ist ihm ein Dorn im Auge. In mehreren Protestsongs wie „Big Crime“ und „Lookin’ For A Leader 2020“ machte er dessen Politik zum Thema. So setzte er sich an die Spitze der Anti‑Trump‑Bewegung in der Popkultur.

Young klagte auch gegen die Verwendung seiner Songs bei Wahlkampfveranstaltungen des Republikaners. „Rockin’ In The Free World“ lief 2020 bis dahin in Trumps Wahlkampf. Das Abspielen ihrer Songs bei Trump-Veranstaltungen hatten auch andere bekannte Musiker wie die Foo Fighters untersagt: Trump hatte 2024 „My Hero“ bei seinen Auftritten verwendet. Auch Stars wie Céline Dion und Beyoncé verboten Trump die Nutzung ihrer Songs.

Für seinen Schritt bekommt der Musiker viel Zuspruch und Lob. Auch prominente politische Accounts, die sich gegen Trump positionieren, teilen Neil Youngs Statement und die Aktion in den sozialen Medien.