Jessica Moretti, Mitbetreiberin der Bar in Crans-Montana, in der an Silvester 40 Menschen ums Leben gekommen waren, hat am Freitag alle Betroffenen um Entschuldigung gebeten.
Erster öffentlicher AuftrittBar-Betreiberin von Crans-Montana bittet um Entschuldigung
Gut eine Woche nach der verheerenden Brandkatastrophe bei einer Silvester-Party im Schweizer Skiort Crans-Montana hat sich die Mitbetreiberin der Unglücksbar erstmals öffentlich geäußert und um Entschuldigung gebeten.
„Meine Gedanken sind ständig bei den Opfern und den Menschen, die noch heute um ihr Überleben kämpfen“, sagte die Französin Jessica Moretti am Freitag vor Journalisten. In ihrer Bar habe sich eine „unvorstellbare Tragödie“ ereignet. „Dafür möchte ich mich entschuldigen“, fügte sie hinzu.
Gedenkminute in der Schweiz am Freitag
Bei dem Feuer in der Bar „Le Constellation“ waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen und 114 Menschen verletzt worden, darunter viele mit schweren Brandverletzungen.
Am Freitag hatte die Schweiz mit einer Schweigeminute, Glockengeläut und einer Trauerfeier der Opfer gedacht. Gleichzeitig wurden die Betreiber der Bar, das französische Ehepaar Jacques und Jessica Moretti, über sechs Stunden lang von der Staatsanwaltschaft befragt. Gegen die beiden Franzosen wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung ermittelt.
Der Mann wurde nach dem Verhör wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft verwies zudem auf seine Aussagen im Verhör und seine Vergangenheit: Jacques Moretti war in Frankreich bereits 2018 wegen Zuhälterei verurteilt worden.
Nach Angaben seines Anwalts muss ein Gericht die U-Haft innerhalb von 48 Stunden bestätigen. Seine Frau blieb zunächst auf freiem Fuß.

Jessica Moretti sprach am Freitag nach ihrer Vernehmung kurz mit den Medien und bat dabei um Entschuldigung bei allen Betroffenen.
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Ersten Ermittlungserkenntnissen zufolge war der Brand im Keller der Bar offenbar durch Party-Fontänen ausgelöst worden, die an Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden.
Die Ermittlungen konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den Brandschutzvorschriften entsprach. Nach Angaben des Gemeinderatspräsidenten hatte die letzte der jährlich vorgeschriebenen Brandschutzinspektionen im Jahr 2019 stattgefunden. (AFP)
