Der mutmaßliche Entführer bat Christina Blocks Ex-Mann um Verzeihung. Anschließend sorgte die Richterin mit einem neuen Namen für Aufsehen.
Block-ProzessDellings Verhör steht an – Richterin erwähnt plötzlich unbekannten Namen

Christina Block (l.) und ihr Lebensgefährte Gerhard Delling müssen sich vor Gericht verantworten.
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Nachdem im Prozess um die Entführung der beiden jüngsten Kinder von Christina Block einer der Angeklagten seine Beteiligung an der Rückholaktion am Donnerstag gestanden hat, wurde am Freitag (29. August) das Kreuzverhör des mutmaßlichen Entführers Tal S. fortgesetzt. Mit Spannung erwartet wird auch der Auftritt von Gerhard Delling. Für Aufsehen sorgte Richterin Isabel Hildebrandt, als sie plötzlich einen Namen erwähnte, der bisher noch nicht genannt worden war.
Vorher wollte die Vorsitzende noch wissen, warum die Kinder denn von Dänemark auf einen Hof nach Süddeutschland gefahren worden seien und nicht direkt nach Hamburg. Der Angeklagte, der angeblich ein Mitarbeiter einer israelischen Securityfirma (Cyber Cupula) sein soll, konnte das nicht beantworten.
Prozess gegen Christina Block: Richterin erwähnt plötzlich unbekannten Namen
Danach brachte die Richterin einen völlig neuen Namen ins Spiel. „Sagt Ihnen der Name Simon Michael O. etwas?“, fragte Hildebrandt plötzlich. Tal S. wusste mit dem Namen nichts anzufangen und verneinte die Frage. Dabei saß der Angeklagte auf der Hin- und auch der Rückreise im gleichen Flugzeug wie mit Simon Michael O.

Millionenerbin Christina Block erscheint mit ihrer Anwältin Paula Wlodarek (l.) vor dem Landgericht in Hamburg.
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Am Donnerstag hatte der Israeli, der als einziger der insgesamt sieben Angeklagten in Untersuchungshaft sitzt, seine Beteiligung an der Rückholaktion in der Silvesternacht 2023/24 überraschend eingeräumt. Gleichzeitig hatte er sich auch an Christina Blocks Ex-Mann gewandt. Der Angeklagte war Ende September vergangenen Jahres auf Zypern verhaftet worden und sitzt seit November in Hamburg in Untersuchungshaft.
Mutmaßlicher Entführer bitte Christina Blocks Ex-Mann um Verzeihung
Ihm sei gesagt worden, die Kinder sollten aus der Hand des bösen Vaters befreit werden. Er habe sich deshalb als „Superman“ gefühlt, der Gutes tue. Heute sehe er das anders und glaube, dass Stephan Hensel, Blocks Ex-Mann, wahrscheinlich ein guter Mensch sei. Er bat während seiner Aussage den Vater und die Kinder um Verzeihung.
Auch ein Prominenter wird am Freitag in den Zeugenstand treten. Blocks Lebensgefährte, der frühere ARD-Sportmoderator Gerhard Delling muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Dem Sportjournalisten wirft die Staatsanwaltschaft Beihilfe vor. Er soll nach Tal S. im Zeugenstand Fragen beantworten.
Zu Beginn der Woche ging es im Block-Prozess hitzig. In der Verhandlung um die Entführung der Kinder von Christina Block aus der Obhut ihres Vaters in Dänemark kam es zu einem Streit um das Fragerecht des Nebenklägers. Der Verteidiger der Hamburger Unternehmerin, Ingo Bott, erklärte, seine 52-jährige Mandantin werde keine Fragen des Anwalts ihres Ex-Manns mehr beantworten. Die Block-House-Erbin machte von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Anschließend kam es zum Streit zwischen den Parteien. (mbr)