Bluttat vor Augen des SohnesVater sticht mehrfach auf Ehefrau ein – bestreitet Mordabsicht

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Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.

Vor den Augen seines jugendlichen Sohnes soll ein Vater auf seine Frau eingestochen haben.

Der Mann aus Düsseldorf verletzte seine Frau lebensgefährlich. Sein Sohn ging schließlich dazwischen.

Vor den Augen seines 13-jährigen Sohnes soll ein Vater in Düsseldorf versucht haben, seine Frau zu erstechen. Am Mittwoch räumte der 55-Jährige auf der Anklagebank des Düsseldorfer Landgerichts die Messerstiche zwar ein, bestritt aber eine Tötungsabsicht. „Ich habe ihr nur Angst einjagen, sie aber nicht töten wollen.“

Der Mann ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Die Tat geschah am 19. April dieses Jahres im Stadtteil Garath. Die Frau erlitt mehrere Messerstiche und überlebte lebensgefährlich verletzt.

Während der Tat soll der Weißrusse angetrunken gewesen sein. Beim Angeklagten war ein Blutalkoholwert von 1,44 Promille gemessen worden. Nach Einschätzung eines Gutachters war er zur Tatzeit dennoch voll schuldfähig.

Auf Ehefrau eingestochen: Sohn ging dazwischen und rettete seine Mutter

Vorangegangen war laut Anklage ein Streit der Eheleute. Die 20 Jahre jüngere Ehefrau soll ihrem Mann wiederholt vorgeworfen haben, sich nicht ausreichend um einen Job zu bemühen und zu viel zu trinken.

Der Sohn hat seiner Mutter womöglich das Leben gerettet, weil er dazwischen gegangen war: Er soll den Arm des Vaters festgehalten und ihn damit an weiteren Stichen gehindert haben. Der 55-Jährige war nach der Tat geflüchtet, konnte aber in Tatortnähe festgenommen werden.

Seine Frau habe ihn zuvor als „Blödmann“ bezeichnet und gesagt: „Der Verrückte liegt noch im Bett.“ Der 55-Jährige soll das Messer hinter seinem Rücken verborgen haben, als er sich neben seine Frau im Kinderzimmer auf das Bett des Sohnes gesetzt habe.

Mit den Worten, wenn er gehe, dann gehe sie auch, soll er dann das Messer gezückt und seiner Frau plötzlich in Bauch, Arm und Rücken gestochen haben. Das hatte der Sohn damals bei seiner Vernehmung geschildert.

„Sie hatte in letzter Zeit kaum noch Respekt vor mir als Mann“, sagte der Angeklagte am Mittwoch. Zwei Monate vor der Tat habe sie von Trennung gesprochen. Die Frau hatte ihren Ehemann früher einmal wegen Gewalt in der Beziehung angezeigt, die Anzeige kurz darauf aber wieder zurückgezogen. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. (dpa)

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