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Am Finaltag kippt beim „Perfekten Dinner“ die Stimmung„Jetzt beruhigst du dich erst einmal wieder!“

3 min
Am letzten Abend kippt plötzlich die Stimmung am Tisch. 
 (Bild: RTL)

Am letzten Abend kippt plötzlich die Stimmung am Tisch. (Bild: RTL)

Vier Abende hat es Kira (31) bereits mit vier Männern beim „perfekten Dinner“ in Hannover ausgehalten. Eigentlich verstehen sich alle gut und freuen sich auf das Finale bei Sascha (48). Doch dann sinkt die Stimmung plötzlich in den Keller ...

Mama Monika hilft ihrem Sohn Sascha beim Schnibbeln der vielen Zutaten.
 (Bild: RTL)

Mama Monika hilft ihrem Sohn Sascha beim Schnibbeln der vielen Zutaten. (Bild: RTL)

„Exil-Schwabe“ Sascha wohnt seit 25 Jahren in Hannover und mit seiner Familie in Langenhagen. Am „Dinner“ nimmt der Strategische Accountmanager nicht wegen der 3.000 Euro teil: „Ich gucke die Sendung zwar regelmäßig, aber mir war gar nicht bewusst, dass es tatsächlich auch eine Siegprämie gibt.“ Sein Menü wird wie erwartet schwäbisch, jedoch gibt es nicht die Klischee-Spezialität schlechthin: Spätzle. Stattdessen serviert er unter dem Motto „Aus Schwaben in die Welt“ folgende drei Gänge:

  1. Vorspeise: „Einmal schnell durch's Schwobaland“ Herrgottsbscheißerle auf Alblinsengemüse / Schwaben-Sushi / Grombierasalad
  2. Hauptspeise: „Da geht dem Schwoba des Herz auf“ Schwäbischer Roschdbrohda / Serviettenknödel / Sößle / Riable
  3. Nachspeise: „Zum Abschluss die Kehrwoch' auf dem Teller“ Träubleskucha / Rotweineis / Pitzauf auf Zwetschga
Wenn Sascha heute schon so groß aufkocht, sollen auch die Kaninchen Popcorn und Magnum was davon haben.
 (Bild: RTL)

Wenn Sascha heute schon so groß aufkocht, sollen auch die Kaninchen Popcorn und Magnum was davon haben. (Bild: RTL)

Andreas (56) rechnet mit Maultaschen und Spätzle. Immerhin steht Ersteres tatsächlich auf der Karte. Doch die schwäbischen Wörter sorgen für ratlose Gesichter. „Was ist Pitzauf?“, fragt Adib (38) seine Mitstreiterin Kira (31). „Weiß ich nicht“, zuckt die mit den Schultern. Dass es als Nachtisch keinen Traubenkuchen geben wird wie gedacht, kann auch keiner ahnen. Der Grombierasalad wird „wahrscheinlich mit Bier abgeschmeckt“, vermutet Adib. Und was ist dieses Schwaben-Sushi?

Mamas Kartoffelsalat bleibt der beste

Adib (l.) und Andreas (r.) freuen sich über die Vielfalt auf dem Vorspeisenteller. Vor allem wissen sie endlich, was die schwäbischen Fremdwörter bedeuten.
 (Bild: RTL)

Adib (l.) und Andreas (r.) freuen sich über die Vielfalt auf dem Vorspeisenteller. Vor allem wissen sie endlich, was die schwäbischen Fremdwörter bedeuten. (Bild: RTL)

„Ich habe gerade richtig Gänsehaut, zum einen, weil es so schön ist, dass ihr da seid, zum anderen, weil es so traurig ist, weil es der letzte Abend ist“, begrüßt Sascha seine Gäste mit einer kleinen Ansprache. Dann bereitet er die Vorspeise zu.

Hinter Herrgottsbscheißerle, Grombierasalad und Schwaben-Sushi verbergen sich Maultaschen, schwäbischer Kartoffelsalat und Pfannkuchenröllchen mit Räucherforelle und Meerrettich. „Zum ersten Mal esse ich Maultaschen“, freut sich Adib auf die berühmte Teigtasche. Sein Fazit: „Die war wirklich lecker!“ Vom Linsensalat ist Kira etwas enttäuscht: „Ich hab halt einfach was anderes erwartet.“ Mit dem Grombierasalad wird Franky (50) nicht ganz warm: „Den besten Kartoffelsalat hat immer noch meine Mama gemacht. Der war mit Mayonnaise.“

Schlechtes Gewissen wegen Wartezeit

Kira findet die Wartezeit auf den Hauptgang zu lang. Adib, Andreas und Franky sehen das anders.
 (Bild: RTL)

Kira findet die Wartezeit auf den Hauptgang zu lang. Adib, Andreas und Franky sehen das anders. (Bild: RTL)

So ein Zwiebelrostbraten mit Knödel und Möhren braucht seine Zeit. Das merkt Kira an ihrem Hungergefühl. „Meint ihr, es dauert noch lange?“, fragt sie die Runde am Tisch. Die Männer haben Verständnis für die Wartezeit bei einem guten Stück Fleisch. Sascha selbst hadert in der Küche mit dem Zeitmanagement: „Im Moment habe ich echt ein schlechtes Gewissen, weil ich glaube, dass meine Gäste viel zu lange warten müssen.“

Franky ist vom Wochensieg völlig überrascht.
 (Bild: RTL)

Franky ist vom Wochensieg völlig überrascht. (Bild: RTL)

Aber hilft ja nichts. Die Serviettenknödel waren Saschas Lieblingsessen von seiner Oma: „Da meine Oma letztes Jahr im segensreichen Alter von 102 Jahren verstorben ist, dachte ich mir, das ist eine kleine Reminiszenz.“ Der Knödel schmeckt, nur die Möhren hätten noch ein paar Minuten länger garen dürfen. Und noch was fällt allen beim angebratenen Steak auf: „Das war kein Braten.“

„Die Stimmung am Tisch hatte Höhen und Tiefen“, fasst Franky den letzten Abend zusammen. Vor allem Kira scheint am Ende der Woche genug von den Männern zu haben. „Wäre dir eine Mädchengruppe, eine Prosecco-Lerchen-Gruppe lieber gewesen?“, fragt Andreas. Kira antwortet genervt: „Erst einmal finde ich die Frage richtig unangenehm.“ Sie gibt aber zu, „dass mir tatsächlich eine zweite Frau manchmal ganz gutgetan hätte“.

Kira fordert Gleichberechtigung

Vielleicht kann etwas Süßes die Stimmung wieder heben. Der Träubleskucha ist ein Johannisbeer-Kuchen, der Pitzauf sowas wie ein Cupcake. Als Andreas der Dame am Tisch zuvorkommend sein Dessert reichen will, das Sascha ihm aus organisatorischen Gründen zuerst hingestellt hat, winkt Kira energisch ab.

Franky beschwichtigt: „Jetzt beruhigst du dich erst einmal wieder.“ Kira schüttelt vehement den Kopf: „Nee, da beruhige ich mich überhaupt nicht. Wir sind hier in 2025 angekommen, da können wir auch einfach mal ein bisschen gleichberechtigt sein.“ Franky versteht die Abwehr gegen die Gentlemen-Geste nicht: „Ich finde das ja super, aber trotzdem halte ich gerne Türen auf.“ Dann stoßen alle auf den letzten Gang der Woche an und die Wogen glätten sich.

Mit 32 Punkten verpasst Sascha nur knapp den Wochensieg. Den hat sich Franky am zweiten Tag mit 33 Punkten erkocht. „Ich bin gerührt, ich habe gezittert“, muss er das unerwartete Ergebnis erst sacken lassen. (tsch)