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„Grande debacolo“ARD-Reporter verliert bei deutschem Super-G-Drama die Fassung

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Kira Weidle-Winkelmann erreichte beim olympischen Super-G nicht das Ziel - so wie viele andere Starterinnen auch. (Bild: 2026 Getty Images/Julian Finney)

Kira Weidle-Winkelmann erreichte beim olympischen Super-G nicht das Ziel - so wie viele andere Starterinnen auch. (Bild: 2026 Getty Images/Julian Finney)

Der olympische Super-G geriet zur „Flugshow“, wie der ARD-Mann konsterniert bemerkte.

„Es soll der Tag von Emma Aicher werden“, sagte ARD-Kommentator Bernd Schmelzer eingangs seiner Olympia-Reportage von der Entscheidung im Super-G der Damen. Es wurde ein „denkwürdiges“ Rennen - allerdings keines, das die beiden deutschen Starterinnen in guter Erinnerung behalten werden.

Als Erste der beiden startete Kira Weidle-Winkelmann, Silbermedaillen-Gewinnerin in der Team-Kombination, in den anspruchsvoll gesteckten Kurs. „Wenn sie die curva grande trifft, kann sie auf jeden Fall dabei sein“, rechnete Schmelzer der 29-Jährigen gute Chancen aus. Doch just in jener lang gezogenen Kurve geschah das Unheil: „Oh Außenski, nicht verlieren!“, rief der ARD-Mann. „Das ist das, was ich meinte: Die curva grande muss sie treffen!“ Schmelzer: „Es war für sie im Vorfeld die Schlüsselstelle. Und dann das.“ Sein Fazit zum Auftritt: „Grande debacolo.“

Noch größere Hoffnungen hatten die deutschen Fans in Emma Aicher gesetzt. Die Doppel-Silbermedaillengewinnerin von Mailand-Cortina wirkte auf Schmelzer zunächst stabil. „Sieht optisch gut aus“, fand er. Im mittleren Streckenabschnitt konstatierte er: „Ist überhaupt kein Problem hier“ - doch noch während Schmelzer den Satz sprach, verpasste auch die 22-Jährige ihr Tor. Der Kommentator rang um Fassung: „Da sagen wir gerade, dass es kein Problem ist, und dann denkst du dir, jetzt kommt das nächste Tor ... Nein! Aicher raus, eieiei.“

ARD-Mann fassungslos: „D'Artagnan-Style, das geht nicht, das funktioniert nicht!“

„Emma Aicher, Kira Weidle-Winkelmann, da steht für Deutschland zunächst mal die Doppel-Null“, gab Schmelzer enttäuscht zu Protokoll. Für den mitleidenden Reporter war es auch kein Trost, dass etliche andere Starterinnen nicht ins Ziel kamen. Schlechte Sicht und der anspruchsvolle Kurs sorgten für zum Teil spektakuläre Stürze.

Das Ausscheiden der Amerikanerinnen Breezy Johnson und Mary Bockock verglich Schmelzer mit einer „US-Flughsow“. Bockrocks Überschlag kommentierte er verständnislos: „Das konnte nicht gut gehen, das kann doch nicht gut gehen, wenn du mit dem Tempo da reinfliegst!“ Der ARD-Mann bekam sich gar nicht mehr ein: „D'Artagnan-Style, das geht nicht, das funktioniert nicht!“

„Kann man so hinfahren, muss man nicht“, war er später auch vom Aus der Kanadierin Valérie Grenier völlig konsterniert: „Das ist spektakulär, das läuft sicher gut bei Insta, aber damit wirst du nicht im Ziel ankommen“, haderte Schmelzer, der sich aber ebenso herzlich über die strahlende Gewinnerin eines denkwürdigen Wettbewerbs freute. Die Italienerin Federica Brignone hatte erst im Januar im Comeback nach langer Verletzung gefeiert. Jetzt raste die 35-Jährige zu Gold: „Das ist eine Geschichte, die schreibt nur Olympia“, fand Bernd Schmelzer, „das gibt's sonst nicht“. (tsch)