Alkoholexzesse, Gewaltausbrüche, Schulden: Der American Dream hatte sich für „Goodbye Deutschland“-Auswanderin Myriam von M. schnell zum Albtraum entwickelt. Auch für Sohn Gabriel: In der aktuellen Folge der VOX-Doku verließ der 15-Jährige die USA, sie und ihren suchtkranken Partner.
„Man kann doch so nicht leben“„Goodbye Deutschland“-Teenie flieht wegen Stiefvater aus den USA

Gabriel hat genug vom Achterbahn-Leben in den USA. (Bild: VOX)
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„Goodbye Deutschland“-Auswanderin Myriam von M. (48) wirkte in der aktuellen Folge der VOX-Dokusoap müde. Erschöpft von den Strapazen der letzten Monate, verzweifelt über das Scheitern ihrer Hoffnungen. Erst vor einem halben Jahr war sie mit ihrem jüngeren Sohn Gabriel (15) ins kalifornische Colfax gezogen, der Liebe wegen. Doch ihr Partner Brad Nederhoed (41) hatte ernsthafte Probleme: Er ist Alkoholiker, neigte betrunken zu Gewaltausbrüchen - mal gegen Myriam, mal gegen sich selbst.
Zwar zeigte er sich in der Sendung voller Reue und Scham und hatte bereits mehrfach geschafft, für einige Monate trocken zu bleiben - doch dann hatte er wieder zum Wodka gegriffen. In der aktuellen Folge hatte er sich seit zehn Wochen im Griff. Doch Gabriel war das Zittern leid: Grundsätzlich kam er gut mit Brad klar, doch wann immer der schlechte Laune hatte, bekomme er „wieder Herzklopfen“.
„Goodbye Deutschland“-Teenie zieht zurück zum Vater nach Deutschland

Myriam weint am Flughafen: Gerade hat sie Gabriel verabschiedet. (Bild: VOX)
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Würde die Situation erneut eskalieren? Der Teenie hatte sich entschlossen, zurück zu seinem Vater nach Deutschland zu ziehen, bei dem er vor der Auswanderung aufgrund der Krebs- und Lupus-Erkrankungen seiner Mutter seit seinem dritten Lebensjahr aufgewachsen war.
„Es ist schon sehr hart für sie“, wusste Gabriel um deren Gefühle. Er habe sich die Entscheidung auch „nicht einfach“ gemacht. Doch die Situation mit seinem Stiefvater sei eben „schon schwierig. Der ganze Stress und so, die ganzen Streitereien - man kann so nicht leben“, hatte er festgestellt. „Also, auch sie, meine Mama - man kann doch so nicht leben.“
Die hatte zwar selbst hin und wieder den Gedanken gehabt, Gabriel aufgrund der katatrophalen Umstände lieber zurück nach Deutschland zu schicken, doch dass dies nun, ausgerechnet als es wieder (mal) aufwärts ging, Realtität wurde, empfand sie als „Katastrophe.“ Sie war verzweifelt, dass es so weit gekommen war.
Sehnsucht nach Ruhe: „Einfach mal ein- und ausatmen“

Brad und Myriam rechnen zusammen, wie hoch seine Schulden sind. (Bild: VOX)
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Fast schon rührend, wie sie versuchte, Argumente für Gabriels Bleiben zu finden: So habe er sich etwa in der US-Schule super gemacht, schreibe gute Noten ... Doch es half nichts, Gabriel wollte weg - „um einfach mal'n klaren Kopf bekommen. Und einfach mal ein- und ausatmen und dass jeder einfach mal Zeit für sich hat ...“
Dann war es so weit - nachdem sie Gabriel verabschiedet hatte, brach Myriam am Flughafen in Tränen aus. „So'n Stück Herz wurde rausgerissen“, erklärte sie später. Sie habe den Alltag als Mama so genossen! Vorwürfe, warum sie nicht mit Gabriel nach Deutschland ziehe, wies sie von sich: „Wenn ich jetzt aufgebe und zurückgehe, dann hab' ich das alles umsonst gemacht. Dann war dieser ganze harte Weg, dieser ganze Kampf, dieser Schmerz, dieses Trauma umsonst gewesen.“
Dass Brad einen großen Anteil an Gabriels Entscheidung hatte, war diesem bewusst. Er fühlte sich „enorm schuldig“ und beschämt. Auch Myriam konnte ihre Gefühle nicht verhehlen: „Ich bin wütend, dass ich jetzt auf mein Kind verzichten muss, weil du ihn mehr oder minder weggetrieben hast mit deiner Art“, werfe sie ihm manchmal vor. Sie hoffte, ihm alles irgendwann verzeihen zu können und ihn nicht eines Tages dafür zu verachten.
66.000 Euro Schulden
Neben dem Alkohol war auch Brads Schuldenberg eine große Belastung - umgerechnet rund 66.000 Euro hatten sich angesammelt, überwiegend Rechnungen für medizinische Behandlungen und Klinik- und Psychiatrieaufenthalte. Mit seinem Verdienst als Marketing Consultant war das für den Vater zweier Töchter nur schwer zu stemmen. Die ausgebildete Friseurin und Heilpraktikerin Myriam verdiente nur als Putzfrau ein wenig, andere berufliche Pläne (etwa als Sängerin) hätten sich „in Luft aufgelöst“. Aktuell herrsche „nur Chaos“.
Dennoch wollten Brad und sie weiter für eine bessere Zukunft kämpfen - auch in der Hoffnung, dass Gabriel vielleicht eines Tages zu ihnen zurückkommen würde. Immerhin: Beim zweiten Besuch des „Goodbye Deutschland“-Teams gut zwei Monate später war Brad immer noch trocken. Bleibt zu hoffen, dass sich Beziehung und Leben des Paares endlich stabilisieren. (tsch)
