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Preisgekrönte Leistung im Free-TVMit diesem Film nahm Jim Carreys Karriere eine überraschende Wendung

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Truman Burbank (Jim Carrey) ist der Star der „Truman Show“, nur ahnt er davon nichts. (Bild: Paramount Pictures)

Truman Burbank (Jim Carrey) ist der Star der „Truman Show“, nur ahnt er davon nichts. (Bild: Paramount Pictures)

Truman Burbank (Jim Carrey) führt in „Die Truman Show“ ein Leben vor laufender Kamera - allerdings ohne davon zu wissen.

Langsam merkt Truman, dass in seiner heilen Welt etwas nicht stimmt. Aus heiterem Himmel stürzt ein Scheinwerfer vor seine Füße und um ihn herum geschehen seltsame Dinge. (Bild: kabel eins / Paramount Pictures)

Langsam merkt Truman, dass in seiner heilen Welt etwas nicht stimmt. Aus heiterem Himmel stürzt ein Scheinwerfer vor seine Füße und um ihn herum geschehen seltsame Dinge. (Bild: kabel eins / Paramount Pictures)

„Der Mondmann“(1999), „Vergiss mein nicht“ (2004), „Nummer 23“ (2007) - ein ums andere Mal bewies Jim Carrey in den vergangenen Jahren, dass er mehr ist als einer der originellsten Comedians Hollywoods. Einer der ersten Regisseure, der den Charakterdarsteller hinter der Fassade des gebürtigen Kanadiers erkannte, war Peter Weir. Er drehte 1998 „Die Truman Show“ mit Carrey in der Hauptrolle. In schöner Regelmäßigkeit wird der Film seither im Fernsehen gezeigt, am Dienstag, 13. Januar ist er um 22.35 Uhr bei Kabel Eins zu sehen.

Das Leben ist eine Bühne, und die Menschen sind nur Schauspieler, die ihren Part zu erfüllen haben. Das wusste schon Hamlet. Knapp 400 Jahre später mag sich der neuseeländische Drehbuchautor Andrew Niccol an diese Worte erinnert haben. Die Mediensatire „Die Truman Show“ macht die im Zeitalter der Massenmedien zunehmend schwieriger werdende Unterscheidbarkeit von Realität und Fiktion zum Thema.

„Die Truman Show“ ist mehr als nur eine Mediensatire

Der Verantwortliche der „Truman Show“ ist Christof (Ed Harris, rechts), ihr Erfinder, Produzent und Regisseur. (Bild: kabel eins / Paramount Pictures)

Der Verantwortliche der „Truman Show“ ist Christof (Ed Harris, rechts), ihr Erfinder, Produzent und Regisseur. (Bild: kabel eins / Paramount Pictures)

In Seahaven scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der Versicherungsagent Truman Burbank (Jim Carrey) verlässt jeden Morgen sein trautes Eigenheim und seine glücklich strahlende Frau, grüßt freundlich die Nachbarn und macht sich auf den Weg zur Arbeit. Er führt ein geregeltes Leben ohne größere Schwierigkeiten und Probleme.

Die wunderschöne Lauren (Natascha McElhone) berührt Truman und verändert für immer sein Leben. Für beide ist es die große Liebe, doch in der perfekten Welt der „Truman Show“ ist für Liebe kein Platz. (Bild: kabel eins / Paramount Pictures)

Die wunderschöne Lauren (Natascha McElhone) berührt Truman und verändert für immer sein Leben. Für beide ist es die große Liebe, doch in der perfekten Welt der „Truman Show“ ist für Liebe kein Platz. (Bild: kabel eins / Paramount Pictures)

Doch diese Welt hat einen Haken: Sie ist nicht echt. Das idyllische Örtchen Seahaven, das Truman zeit seines Lebens noch nie verlassen hat, ist in Wahrheit eine Filmkulisse, die - bis auf Truman - ausschließlich von Schauspielern bevölkert wird. Er selbst ist der Held der „Truman Show“, einer Daily-Soap, die seit 30 Jahren jeden Tag rund um die Uhr im Fernsehen ausgestrahlt wird. Nur Truman selbst ahnt nicht, dass jeder seiner Schritte von unzähligen Kameras überwacht wird.

Mastermind hinter der Serie ist Christof (Ed Harris), der gottgleich als Mann im künstlichen Mond residiert und sämtliche Fäden in der Hand hält. Er hat Truman schon als Baby adoptiert und zum Fernsehstar aufgebaut. Doch als dem Ziehsohn aus heiterem Himmel ein Scheinwerfer vor die Füße fällt, wird er misstrauisch - und versucht schließlich, aus der klaustrophobischen Welt von Seahaven zu entkommen.

Peter Weirs Tragikomödie sprengt den Rahmen einer bloßen Mediensatire und berührt grundsätzliche Fragen nach dem Wesen der menschlichen Freiheit und dem Recht des Einzelnen auf ein individuell gestaltetes Leben. Die gelungene Verbindung von Unterhaltung und kritischer Reflexion begeisterte nicht nur das Kinopublikum, sondern auch die Filmkritiker. Der Lohn waren drei Oscarnominierungen, für Peter Weir, Ed Harris und Drehbuchautor Niccol. Keine für Jim Carrey wohlgemerkt - obwohl er sie damals zweifellos verdient gehabt hätte. Bei den Golden Globes hingegen zeichnete man Carrey 1999 aus - als besten Hauptdarsteller in einer Komödie/Musical. (tsch)