Für Donald Trump war Bad Bunnys Halbzeitshow beim vergangenen Super Bowl „ein Schlag ins Gesicht unseres Landes“. Die Ehefrau des US-Präsidenten scheint das weniger eng zu sehen.
Superbowl-StreitInstagram-Post von Melania Trump erregt Aufsehen

Dass ihr Ehemann Bad Bunny nicht ausstehen kann, hält Melania Trump nicht davon ab, einen ihrer Instagram-Beiträge mit einem Song des Grammy-Gewinners zu unterlegen. (Bild: 2026 Getty Images/Dimitrios Kambouris)
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Analysiert man seine Wortwahl, scheint es für Donald Trump kaum etwas Schlimmeres gegeben zu haben als die Show, die Popstar Bad Bunny für die Halbzeitpause des vergangenen Super Bowls auf die Beine gestellt hat. Für den US-Präsidenten war die Show „absolut fürchterlich, eine der schlimmsten Halbzeit-Shows aller Zeiten“, wie er nach der Ausstrahlung auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social verkündete. Das Fazit des US-Präsidenten: „Diese 'Show' ist ein 'Schlag ins Gesicht' unseres Landes.“
Trumps Ehefrau scheint das jedoch anders zu sehen. Zumindest legt das einer ihrer Posts bei Instagram nahe. In diesem äußert sich Melania Trump zwar nicht direkt zu der Kontroverse, aber die Musikauswahl lässt aufhorchen: Ein schwarz-weiß gehaltenes Video der Übergabe eines Kleides, das sie bei der Amtseinführung ihres Mannes getragen hat, an ein Museum ist mit dem Nummer-Eins-Hit „DtMF“ unterlegt. Und der stammt von: Bad Bunny.
Zwar ist es üblich, dass bekannte Persönlichkeiten ihre Social-Media-Beiträge mit bekannten Chart-Hits versehen, weil diese dann nicht nur durch die Musik selbst, sondern auch durch die Bekanntheit des gewählten Hits stärker auffallen. Dass „DtMF“ ohne weiteren Hintergedanken aufgrund seiner Popularität gewählt wurde, ist aber unwahrscheinlich. Die Abkürzung steht für „Debí tirar más fotos“, übersetzt: „Ich hätte mehr Fotos machen sollen“.
Wie steht die First Lady zu Donald Trumps rhetorischen Ausfällen?
Der Song über das Aufrechterhalten und den Verlust von Erinnerungen hat also durchaus einen inhaltlichen Bezug zu dem Post. Denn auch Museen dienen der Erhaltung von Erinnerungen, bieten einen Blick zurück. Sicherlich hätte das Social-Media-Team der First Lady einen anderen bekannten Song auswählen können, der die gewünschte Stimmung erzeugt. Doch so entsteht der Eindruck, dass Melania Trump sich nicht um die Kulturkriegs-Attacken ihres Gatten schert.
Das ist auch ihren Instagram-Followern nicht entgangen. Einige von ihnen loben sie für die Geste, andere sind irritiert. „Nach all dem Aufschrei von MAGA einen Bad-Bunny-Song zu nutzen? Oder ist das Sarkasmus? Das kann ich bei euch nie einschätzen“, schreibt eine Kommentatorin, „Darum lieben wir Melania“ eine andere. Ein weiterer User nennt die Songauswahl hingegen „eine Dreistigkeit“. Andere freuen sich über die Ironie: „Wie saukomisch, dass sie einen Bad-Bunny-Song nimmt“, schreibt jemand. (tsch)
