In einer Schule in Kanada werden mehrere Menschen durch Schüsse getötet. Die Hintergründe der Tat sind unklar.
Tödlichster Vorfall seit 1989Zehn Tote nach Schüssen an Schule in Kanada – Merz zeigt sich „tief bestürzt“

Dieses Standbild aus einem Video des lokalen Journalisten Trent Ernst zeigt das Gebäude der Middle School und High School, in dem sich eine Schießerei ereignete und bei der in der Kleinstadt Tumbler Ridge mindestens neun Menschen ums Leben kamen.
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Bei einem der folgenschwersten Schusswaffenvorfälle in der Geschichte Kanadas sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sei auch eine Frau, die nach ersten Erkenntnissen als Tatverdächtige gelte, teilte die Polizei am Dienstag (Ortszeit) in der westlichen Provinz British Columbia mit.
Ihre Leiche wurde demnach in einer Schule in der Ortschaft Tumbler Ridge gefunden, wo zuvor durch Schüsse sieben Menschen zu Tode kamen und etwa zwei Dutzend weitere verletzt wurden. An einem zweiten Ort, der wahrscheinlich mit der Tat in Verbindung stehe, seien zwei weitere Tote gefunden worden.
Tödlichster Vorfall seit 1989
Die Polizei wurde nach eigenen Angaben um 13.20 Uhr Ortszeit (21.20 Uhr MEZ) über Schüsse an einer Schule in Tumbler Ridge informiert. Zu dem Hintergrund der Tat war zunächst nichts bekannt. Auch ob es sich bei den Toten um Kinder oder Lehrkräfte handelt, wurde nicht mitgeteilt.
Es handelt sich aber laut kanadischen Medien um den tödlichsten Vorfall dieser Art an einer Ausbildungsstätte in dem nordamerikanischen Land seit 1989. Damals erschoss ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm.
Der kanadische Premierminister reagierte mit Bestürzung. Er sei „zutiefst erschüttert“, schrieb Mark Carney auf der Plattform X. „Meine Gebete und mein tiefstes Beileid gelten den Familien und Freunden, die durch diese schrecklichen Gewalttaten Angehörige verloren haben.“
Merz: „Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Tumbler Ridge“
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich am Mittwoch (11. Februar) bestürzt über den tödlichen Angriff. „Heute Morgen erreichen uns schreckliche Nachrichten aus Kanada“, erklärte Merz am Mittwoch im Onlinedienst X.
„Die vielen Toten nach Schüssen an einer Schule bestürzen uns tief. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Tumbler Ridge, die um Freunde und Familie trauern.“ Merz wünschte zudem den Verletzten „rasche Genesung“.
Polizei fahndete nach Frau in Kleid
Die Polizei hatte Menschen in der Gegend mehrere Stunden lang dazu aufgerufen, ihre Türen zu verriegeln und ihre Häuser oder Geschäfte bis auf weiteres nicht zu verlassen. Laut dem kanadischen Sender CBC hat die Polizei die Identität der mutmaßlichen Täterin inzwischen geklärt.
Am Nachmittag war dem Warnhinweis zufolge nach einer „braunhaarigen Frau in einem Kleid“ gefahndet worden. Aus Datenschutzgründen und zum Schutz der Ermittlungen würden derzeit aber keine genaueren Details bekanntgeben, hieß es.

Eine Karte zeigt die Lage des Ortes Tumbler Ridge.
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Der Ort Tumbler Ridge liegt Luftlinie rund 700 Kilometer nordöstlich von Vancouver. Laut eigenen Angaben zählt die Gemeinde etwa 2.700 Einwohnerinnen und Einwohner.
In Kanada gibt es viel seltener Schusswaffengewalt als im südlichen Nachbarland USA, wo es auch immer mal wieder zu Taten mit Schüssen an Schulen kommt. Experten führen das auf die deutlich strengeren kanadischen Waffengesetze zurück. (dpa/das)
