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Zappes-Pils-Gründer im InterviewKölner Biermarke baut eigene Brauerei

Lesezeit 3 Minuten
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Nicolas Lutz (l.) und Maximilian Koeser: ein Teil der Halle wird Brauerei.

Köln – Die Macher der Kölner Pilsmarke Zappes Broi planen die Eröffnung einer eigenen Braustätte mit angeschlossenem Ausschank in einem Gewerbegebiet in Köln-Vogelsang. „Wir sind gerade dabei, eine eigene Brauerei in Köln zu bauen“, sagte Co-Gründer Nico Lutz in „ekonomy mit K“, dem Wirtschafts-Podcast des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Derzeit werde die Brauanlage geliefert.

Für das erste Quartal 2023 sei mit dem Produktionsbeginn zu rechnen. Die noch im Sommer für dieses Jahr angekündigte Eröffnung verzögert sich etwas. „Viele Handwerker haben viele Baustellen und sind nicht so einfach verfügbar“, so Lutz.

Maximilian Koeser: Eine „Kathedrale“ für das Kölner Pils

Mitgründer Maximilian Koeser nennt die in einer Halle am Girlitzweg geplante Location eine „Kathedrale“, die eine logische Fortsetzung der eigenen Gaststätte an der Roonstraße sei. Brauerei und Gaststätte entstehen in einer großen Lagerhalle in einem Gewerbegebiet nahe der S-Bahn-Haltestelle Müngersdorf/Technologiepark. In unmittelbarer Nähe gibt es die Veranstaltungshalle Tor 2, eine Kaffeerösterei und eine Gesamtschule.

Die Brauanlage soll genügend Kapazität haben, um die gesamte Nachfrage nach dem naturtrüben Bier zu stillen. Derzeit wird das Pils noch außerhalb Kölns gebraut. Vertrieben wird es in einigen Gaststätten, vielen Kiosken und ersten Supermärkten in Köln.

Ganz bewusst wollten die Gründer beim Start im Jahr 2020 nicht ein weiteres Kölsch auf den Markt bringen. „Für den Verbraucher ist es doch angenehm auszuwählen, was er trinken möchte“, so Lutz. „Nicht jeder, der in Köln wohnt, ist auch in Köln aufgewachsen.“

Zappes Broi spürt die Folgen der Energiekrise

Der Plan scheint dem Anschein nach aufzugehen. Genaue Angaben zum Wachstum machen die Unternehmer zwar nicht, aber „für die Miete reicht es zumindest“, sagt Koeser. Und der Bau der Brauerei spricht für den eigenen Erfolg. Über Köln hinaus wachsen möchte Zappes zunächst nicht.

Aber auch Zappes Broi spüre wie andere Gastronomen und Bierbrauer die Auswirkungen der Energiekrise. So habe man im Sommer nur knapp vermeiden können, die Produktion wegen eines Mangels an Glasflaschen „komplett auf null“ zu setzen.


Podcast „ekonomy mit K“

Das komplette Gespräch mit Nicolas Lutz und Maximilian Koeser können Sie auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify oder Deezer hören. Suchen Sie dort dazu nach „ekonomy mit K“ oder „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Unter anderem finden Sie dort auch Interviews mit Just-Fit-Gründer Frank Böhme, Art-Invest-Chef Markus Wiedenmann oder Mühlenkölsch-Chefin Melanie Schwartz.

Wenn Sie dem Podcast folgen, verpassen Sie keine der künftigen Ausgaben. Alternativ können Sie das Gespräch auch hier hören.

Eine Übersicht aller Podcasts des Kölner Stadt-Anzeiger gibt es hier: https://www.ksta.de/podcast


Die Gründer haben Zappes vor allem durch den Einsatz von sozialen Medien und einen Gemeinschaftsgedanken etabliert. So organisiert Zappes etwa Sportgruppen, veranstaltet gemeinsame Reisen, Ausstellungen, fördert karitative Projekte und ist auf Veranstaltungen vor allem in Ehrenfeld, dem Kwartier Latäng oder dem Belgischem Viertel präsent.

Trotz höhere Rohstoffkosten und des eingeführten Mindestlohns, der höhere Ausgaben für die Gastronomie bedeute, solle der Preis von 2 Euro je 0,2 Liter in der eigenen Kneipe erst einmal nicht angepasst werden.

Zappes zeigt nicht die Fußball-WM

Eine „umsatztechnisch schwierige Entscheidung“ sei es gewesen, wie zahlreiche andere Wirte auch auf die Übertragung der Fußball-WM zu verzichten. Doch man habe die eigenen Fans befragt und 90 Prozent hätten sich dagegen ausgesprochen, die umstrittene Weltmeisterschaft in Katar in der Gaststätte zu zeigen.

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