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Amiaz Habtu über seine Flucht
„Meine Mutter musste alles verkaufen, was wir hatten“

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Amiaz Habtu engagiert sich für Geflüchtete aus der Ukraine. Der Moderator musste selbst 1979 mit seiner Familie aus Eritrea nach Köln fliehen.

Köln – Immer mehr Menschen flüchten aus der Ukraine nach Deutschland, in Köln sind bereits mehrere Tausend Geflüchtete untergebracht worden. Der Kölner Ermias „Amiaz“ Habtu, den viele als Moderator der Vox-Sendung „Höhle der Löwen“ kennen, organisiert zusammen mit dem Popsänger Max Giesinger einen Benefiz-Abend für ukrainische Geflüchtete in den Sartory-Sälen. Viele bekannte Gesichter werden am Samstag, 9. April, auf der Bühne in der Kölner Innenstadt stehen, neben der Band Kasalla, auch Komikerin Annette Frier, Sänger Gregor Meyle und Bestseller-Autorin Nicole Staudinger. Alle Einnahmen gehen an die Organisation „Aktion Deutschland hilft“.

Amiaz Habtu spricht im Podcast „Talk mit K“ über das Programm des Benefiz-Abends, für den es noch Karten gibt, und über seine persönliche Familiengeschichte. Er flüchtete 1979 als knapp Zweijähriger ebenfalls mit mit seiner Familie – von Eritrea nach Köln. Damals herrschte Krieg in dem Land und sein Vater, der in einer Untergrundorganisation und  Widerstands-Zelle gegen die äthiopische Besatzungsmacht in Eritrea kämpfte, musste nach zweimaliger Verhaftung akut um sein Leben fürchten. Also verließ er die Heimat mit seiner Frau und seinen Kindern für immer. „Meine Mutter musste innerhalb kürzester Zeit alles verkaufen, was wir hatten, damit wir Geld für die Flucht hatten“, erzählt Habtu von seiner Fluchtgeschichte. Erinnerungen an traumatische Ereignisse, wie sie viele Geflüchtete aus der Ukraine derzeit mitbrächten, seien ihm aufgrund seines Alters zum Glück erspart geblieben.

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Amiaz Habtu ist in Chorweiler groß geworden, sein Vater engagierte sich aktiv im Viertel. Noch heute hat Habtu hier Freunde von früher.

„Meine Eltern haben uns Kindern die schrecklichen Dinge nicht erzählt. In der Zelle, in der mein Vater gearbeitet hat, ist fast jeder gestorben“, sagt er. Habtu spricht im Podcast darüber, wo er in Köln aufgewachsen ist, was sein Vater getan hat, um die Familie zu integrieren und wie das Leben aus ihm einen Optimisten gemacht hat. „Ich wusste lange nicht, was meine Heimat ist. Heute weiß ich: Meine Wurzeln sind in Eritrea, meine Heimat ist Köln.“ 


Neue Folge jeden Donnerstag

Jeden Donnerstag um 7 Uhr gibt es eine neue Podcast-Folge „Talk mit K“, dem Talkformat des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Sie können ihn entweder hier oder auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify oder Deezer hören. Suchen Sie dort nach „Talk mit K“ oder „Kölner Stadt-Anzeiger“. Wenn Sie dem Podcast folgen, verpassen Sie keins der künftigen Gespräche. Eine Übersicht aller Podcasts des Kölner Stadt-Anzeiger gibt es hier.

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