Abo

NRW-Regierung nennt Grund für SchneckentempoNur 130 von 4000 landeseigenen Gebäuden haben ein Solardach

2 min

In NRW gibt es jetzt eine Solardach-Pflicht

Die schwarz-grüne Landesregierung will den Ausbau der Erneuerbaren vorantreiben. Bei eigenen Immobilien unternimmt sie wenig.

Von den rund 4000 Gebäuden, die der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) in NRW betreut, sind aktuell nur 130 mit einem Solardach ausgestattet. Das geht aus der Antwort von NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervor, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt. Darin wird das langsame Ausbautempo mit Beschaffungsproblemen und der hohen Nachfrage begründet.

Mit den 130 Solaranlagen lasse sich ein jährlicher Stromertrag von vier Millionen Kilowattstunden erzielen, heißt es in der Drucksache. Die schwarz-grüne Landesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag zum Ausbau der Solarenergie verpflichtet. Ab Januar 2024 wird eine Solarpflicht für alle gewerblichen Neubauten in NRW eingeführt, für private Hausbauer greift die Solarpflicht ab Januar 2025. Mit der Solarpflicht soll der Anteil der Erneuerbaren Energie an der Stromversorgung deutlich erhöht werden.

NRW rüstete lediglich 16 Gebäude mit Solardächern nach

Eine normal dimensionierte Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus kostet derzeit etwa 15.000 bis 20.000 Euro. Das Land beteiligt sich mit Förderprogrammen an den Umbaukosten. Der BLB hatte im vergangenen Jahr ledig 16 Gebäude nachgerüstet. Der Markt sei „geprägt von hoher Nachfrage und Lieferengpässen“, schreibt Finanzminister Optendrenk.

Brockes, Sprecher für Energiepolitik in der FDP-Landtagsfraktion, kritisiert das Vorgehen der schwarz-grünen Landesregierung: „Will man eine Pflicht für Solaranlagen auf allen Häusern im Land, sollte die Landesregierung erstmal auf die eigenen Dächer schauen“, verlangt der FDP-Politiker vom Niederrhein. Bisher seien nur etwa 3,25 Prozent der landeseigenen Gebäude mit einer Solaranlage ausgestattet. 16 neue Anlagen, die 2022 dazugekommen waren, seien zu wenig. „Hier wurde offenbar nur das Mindeste, aber nicht das Möglichste getan“, kritisierte Brockes.

FDP fordert vereinfachte Genehmigungsverfahren

Wenn der landeseigene Ausbau stocke, weil die Nachfrage nach Solaranlagen so groß ist, sei „das ein deutliches Zeichen dafür, dass es Solardachpflichten nicht mehr braucht“, sagte Brockes. Die Bürgerinnen und Bürger hätten „sich selbstbestimmt auf den Weg Richtung Energiewende“ gemacht. Jetzt gelte es, Genehmigungen und Installation von Anlagen weiter zu vereinfachen.