Ein ukrainischer Soldat ist von einer Granate im Oberkörper getroffen worden. Sie explodierte nicht und blieb im Brustkorb des Mannes stecken.
ExplosionsgefahrScharfe Granate im Brustkorb – Ärzte entfernen Sprengkörper aus ukrainischem Soldaten

Ukrainische Soldaten leisten einem verwundeten Soldaten Erste Hilfe in einem Unterschlupf in Soldedar (Symbolbild).
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Ein Team aus ukrainischen Militärchirurgen hat einem Soldaten eine nicht explodierende Granate aus dem Oberkörper entfernt. Das teilte das Büro der ukrainischen Streitkräfte auf Twitter mit. Zudem berichteten mehrere Medien wie die Plattform „Ukraine World“ über den Fall unter Berufung auf die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Anna Malyar. Demnach sei die Operation von einem der erfahrensten Chirurgen der Streitkräfte der Ukraine, Andrii Verba, geleitet worden.
Auf einem Foto, das „Ukraine World“ auf Twitter teilte, ist ein Röntgenbild zu sehen. Darauf erkennt man die nicht explodierte Granate im Brustkorb des Soldaten. Die ukrainischen Streitkräfte teilten ein weiteres Foto, auf dem der Chirurg Verba die entfernte und entschärfte Granate in der Hand hält.
Explosionsgefahr: Operation ohne elektronische Hilfsmittel
Die Operation sei laut des Berichts auch von zwei Sprengstoffspezialisten begleitet worden, die für die Sicherheit des medizinischen Personals sorgten. Bei dem Eingriff sei auf die sonst übliche Technik der Elektrokoagulation verzichtet worden, da die scharfe Granate jederzeit hätte explodieren können.
In der Chirurgie wird bei der Elektrokoagulation Wechselstrom mit einer hohen Frequenz durch den Körper geleitet, um unnützes oder krankhaftes Gewebe zu schädigen, zu zerschneiden oder zu zerstören. Die gängige Methode dient der Blutstillung während der Operation.
Wie unter anderem „Vestinews“ berichtete, sei die Operation erfolgreich gewesen. Nachdem die Granate aus dem Körper des Mannes entfernt wurde, gelang es den Sprengstoffspezialisten, sie zu entschärfen. Der verletzte Soldat solle sich nun erholen. Wo und wann die Operation stattfand, ist nicht bekannt. (RND/nis)

