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Theorie ohne FahrschuleSo soll der Weg zum Führerschein billiger werden

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Die Fahrausbildung in Deutschland soll reformiert werden.

Die Fahrausbildung in Deutschland soll reformiert werden.

Die Verkehrsminister wollen die Fahrausbildung billiger machen. So soll es künftig etwa auch ohne Theoriestunden in der Fahrschule gehen.

Die Fahrausbildung in Deutschland steht vor einer grundlegenden Reform. Ein Konzept dafür stellte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am Mittwoch in Berlin vor. „Der Führerschein ist in Deutschland einfach zu teuer“, sagte der CDU-Politiker. Ob er billiger wird, hängt allerdings vor allem von den Lernenden ab: Es soll künftig mehr Freiräume in den Kursen geben. An den Prüfungsanforderungen werde sich nichts ändern, hieß es.

Erfolgsquote wird öffentlich

Seit dem Herbst arbeiten Schnieder und die Verkehrsministerien der Länder an der Reform. Für einen Führerschein sind mittlerweile im Schnitt rund 3400 Euro fällig. Mit dem Konzept wird sich Ende März die Verkehrsministerkonferenz befassen, ein entsprechendes Gesetz bräuchte dann die Zustimmung des Bundesrats.

Kernpunkte sind eine Digitalisierung der Ausbildung und mehr Transparenz. So sollen Fahrschulen ihre Preise und die Erfolgsquoten der praktischen Prüfung für Vergleichsportale zur Verfügung stellen.

Zudem ist vorgesehen, dass sich Fahrschüler das theoretische Wissen selbstständig ohne Besuch der Fahrschule aneignen können. Im Gegenzug sollen verschiedene Vorschriften für den theoretischen Unterricht gestrichen werden – zum Beispiel Anforderungen an Raumgröße und Einrichtung. Sie können auch ganz auf das Theorieangebot verzichten.

Weitere geplante Änderungen sind eine Reduzierung der Prüfungsfragen, weniger Sonderfahrten etwa auf der Autobahn und bei Dunkelheit, weniger Fahrstunden mit Schaltgetriebe und kürzere praktische Prüfungen. In vielen Fällen würde sich Deutschland damit an europäische Mindestvorgaben anpassen. Vorgesehen ist auch die Möglichkeit zur „Laienausbildung“, bei der sich Fahrschüler zum Beispiel mit ihren Eltern auf die praktische Prüfung vorbereiten.

Wiederholung der Prüfung ist teuer

Wer sparen will, soll sich in Zukunft also stärker in Eigenregie vorbereiten können. Nach Angaben des Tüv-Verbands sind im vergangenen Jahr 44 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten bei der theoretischen Prüfung zum Pkw-Führerschein B durchgefallen, 37 Prozent in der praktischen Prüfung. Damit bewegten sich die Zahlen auf „hohem, aber weitgehend konstantem Niveau“.

Entsprechend seien wiederholte Prüfungen inzwischen ein wesentlicher Kostenfaktor. „Echtes Einsparpotenzial liegt aus unserer Sicht bei der Reduzierung der Wiederholungsprüfungen“, sagte Tüv-Experte Richard Goebelt bei der Vorstellung der Zahlen am Mittwoch. „Dadurch sind 500 bis 1000 Euro weniger Kosten möglich.“ Er sprach sich für verpflichtende Lernstandskontrollen aus, um erfolglosen Prüfungen vorzubeugen.