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Am Tag der Deutschen Einheit stellten wir uns in der Redaktion die Frage „Was ist eigentlich typisch deutsch?”. Die typischen Klischees wie Gartenzwerg, pünktlich, ordentlich kamen wie aus der Pistole geschossen. Obwohl sich keiner von uns damit so richtig identifizieren konnte. Bei der Befragung von Menschen, bei denen wir besonders neugierig auf ihre Antwort waren, hat mich besonders Paul Kruk zum Nachdenken gebracht. Der ehrenamtliche Übersetzer aus der Ukraine nannte als typisch deutsch die „Hilfsbereitschaft”. Ist das wirklich so? Ja, gegenüber den Geflüchteten aus der Ukraine zeigt sich Deutschland von seiner besten Seite. Aber gegenüber anderen Geflüchteten, aus anderen Teilen der Welt, ist das nicht immer der Fall. Und ich persönlich bin gespannt, was denn mit unserer Hilfsbereitschaft wird, wenn weitere, wirklich harte Opfer von uns verlangt werden. Der Winter steht vor der Tür und der Ukraine-Krieg ist – leider – noch nicht vorbei. Aber als ein Ziel, auf das wir alle hinarbeiten könnten, wäre „Hilfsbereitschaft” als eine nationale Eigenschaft doch einfach wunderbar.

Paul Kruk stammt aus der Ukraine und hält „Hilfsbereitschaft" für typisch deutsch.
Copyright: Christopher Arlinghaus; Christop
In der Redaktion bin ich, was das Thema Hallen- und Freibäder angeht, als Spaßbremse verschrien. Wenn es um teure Sanierungen und gar Neubauten geht, dann ist – finde ich – die Frage erlaubt: Ist das Geld nicht an anderer Stelle sinnvoller zu verwenden? Eine endlose Diskussion, denn natürlich leisten Schwimmvereine eine tolle Jugendarbeit. Aber was mich dann doch sehr stutzig gemacht hat ist, dass Schwimmkurse für Kinder bei einer Wassertemperatur von 27 Grad nicht mehr möglich sein sollen. Auf diese Temperatur wird das Wasser heruntergefahren, um Energie zu sparen.

Schön anzuschauen, das Hans-Zanders-Bad, aber mit 27 Grad zu kalt, um Kindern das Schwimmen beizubringen.
Copyright: Christopher Arlinghaus
In Rösrath wird es bald eine Tier-Tafel geben. Klar, das ist eben eine Folge der finanziellen Krise bei vielen Menschen – an die ich gar nicht gedacht habe. Wenn Herrchen und Frauchen kein Geld haben, dann gibt es kein Futter. Die Tierschützer vom Rösrather Schutzhof haben reagiert und organisieren nun die Rösrather Tier-Tafel. Vorsitzende Barbara Sauer berichtet von immer mehr Menschen, die finanziell nicht in der Lage sind, sich um ihr Tier ausreichend zu kümmern. Weitere Informationen gibt es hier oder telefonisch (02205-90 999 69).

Sie wollen notleidenden Tierbesitzern helfen: Das Team der Tiertafel, Petra Röger, Rita Hartmann, Marina Schwob und Barbara Sauer.
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Wird der Bergischer Gladbacher Eissportverein überleben? Die hohen Energiepreisen setzen dem Verein mächtig zu. „Ich hatte in meinem Leben noch nie so viele schlaflose Nächte wie im Moment, weil ich so an den Kindern hänge, die wir betreuen“, sagt Vorstandsmitglied Peter Schüller. Den Stromverbrauch der Kälteanlage für die Eissportarena beziffert Schüller pro Saison von September bis April auf 550.000 Kilowattstunden. Am 31. August lief der jährliche Stromliefervertrag bei der Belkaw mit bisher sieben Cent pro Kilowattstunde aus. Beim neuen Vertrag wird der Verbrauch nun tagesaktuell pro Stunde abgerechnet. „Am 1. September haben wir damit angefangen“, berichtet Schüller und ist schockiert: „Die Stromkosten für uns haben sich in diesem Monat verzehnfacht.“ Sie summieren sich auf monatlich 12.000 Euro, hat Schüller ausgerechnet. Ich drücke die Daumen, dass der Verein es schafft, wirtschaftlich zu überleben.

Für den Betrieb der Eissporthalle an der Saaler Mühle sind laut Verein jährlich 550 000 Kilowattstunden Strom erforderlich.
Copyright: Christopher Arlinghaus
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Tipps fürs Wochenende
An diesem Wochenende feiert das Landwirtschaftliche Casino beim traditionellen Erntefest sein 150-jähriges Bestehen. Es wird ein buntes Fest mit Umzug und einem strahlenden Erntepaar.
Und am Sonntag, so die Wetterfrösche, soll es ein strahlender Herbsttag werden. Wer da nicht ins Freie geht, der ist selber schuld.
Weitere Kulturtipps gibt's außerdem wöchentlich in der Kulturkolumne meiner Kollegin und Kollegen Alina Bremer, Niklas Pinner und Thomas Rausch, die hier zu finden ist.
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Ausblick auf die Woche
Wir gehen in die zweite Woche der Herbstferien. Wir werden die Bauarbeiten auf der A4 im Augen behalten – da werden viele Autofahrer erleichtert sein, wenn sie abgeschlossen sind. Die Interessengemeinschadft der Händler in Refrath steht auf der Kippe. Da hören wir nach. Und natürlich bleiben die Auswirkungen der hohen Energiepreise ein Dauerthema.
Ach ja, und wenn Sie noch schöne Fotos im Herbst machen oder schon andere in diesem Jahr geschossen haben, noch bis zum 28. Oktober können Sie am Fotowettbewerb der Lokalredaktion teilnehmen. Zu gewinnen gibt`s 20 attraktive Preise. Hauptpreis ist ein 500-Euro-Reisegutschein. Also, es lohnt sich. Alle Infos zur Teilnahme gibt's hier.
Ansonsten wünsche Ich Ihnen schon einmal ein entspanntes Wochenende, einen angenehmen Feiertag und eine gute Woche
Matthias Niewels
