Antisemitismus-Eklat: Volker Beck besucht documenta
Kassel – Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Volker Beck, wird heute die von Antisemitismus-Vorwürfen überschattete documenta in Kassel besuchen. Laut Mitteilung wird der Grünen-Politiker vom DIG-Präsidiumsmitglied Constantin Ganß begleitet. „Unseren Besuch verbinden wir mit dem Protest gegen den Dammbruch, den es in der Geschichte des Nachkriegsantisemitismus bei dieser documenta gegeben hat”, sagte Beck demnach.
Bereits seit Monaten kursieren Antisemitismus-Vorwürfe gegen die documenta. Kurz nach der Eröffnung der Ausstellung war ein Banner mit judenfeindlichen Motiven entdeckt und abgebaut worden. Später tauchten weitere Werke auf, die für massive Kritik sorgten.
Beck kritisierte die Vorgänge scharf. Wegen antisemitischer Bildsprache auf dem abgebauten Banner stellte er Strafanzeige. Dem documenta-Aufsichtsrat um dessen Vorsitzenden, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), und seiner Stellvertreterin, Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne), warf er Untätigkeit vor und sprach sich für einen Neubeginn der documenta außerhalb Kassels aus.
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