Fahrraddiebe greifen regional wieder häufiger zu
Frankfurt/Berlin – Nach einem Rückgang werden nach Zahlen aus Hessen und Berlin wieder mehr Fahrraddiebstähle angezeigt. Das Landeskriminalamt Hessen meldet für den Zeitraum zwischen Anfang Januar und Ende Juli eine Fallzahl im mittleren vierstelligen Bereich und damit deutlich mehr als noch im Vorjahreszeitraum, wie eine Sprecherin berichtet. Schon 2021 waren die Anzeigen wegen Fahrraddiebstahls in Hessen wieder angestiegen - mit rund 11.500 im Gesamtjahr waren es fast so viele wie zuletzt 2018.
Die Bundeshauptstadt registriert im laufenden Jahr einen Anstieg fast auf das Niveau vor der Corona-Pandemie: 12.490 Fahrräder wurden im ersten Halbjahr 2022 in Berlin gestohlen, im Vorjahreszeitraum waren es rund 9640, wie aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht. Vor dem Ausbruch der Pandemie waren es 2019 in den ersten sechs Monaten knapp 12 890 Räder.
Bundesweit wurden vergangenes Jahr nach der Kriminalstatistik knapp 233.600 Anzeigen wegen entwendeter Fahrräder gestellt, deutlich weniger als noch vor der Pandemie: 2019 waren in Deutschland knapp 277.900 Taten gemeldet worden. Zahlen für 2022 hat das Bundeskriminalamt (BKA) noch nicht vorliegen.
Hinzu kommt jeweils eine Dunkelziffer, denn nicht alle Fälle werden angezeigt. Bei versicherten Fahrrädern ist dies anders. Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) hatte für 2021 ein Rekordtief der gemeldeten Taten verzeichnet. Der GDV geht von einem Corona-Effekt aus, da wegen Lockdown und Homeoffice seltener Fahrräder unbeaufsichtigt draußen abgestellt worden seien.
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