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„Haftwerk” für Produkten aus Gefängnissen eingestellt

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Wiesbaden – Der Vertrieb von Produkten aus hessischen Gefängnissen über die Marke „Haftwerk” auf einem Online-Portal ist aus rechtlichen Gründen gestoppt worden. Nach einer Änderung der Bedingungen bei der Plattform Ebay im Jahr 2021 seien alle Händler verpflichtet, die Zahlung über das System des Anbieters abzuwickeln, erläuterte das Justizministerium in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion. „Diesem privaten Zahlungssystem konnte sich das Land aus rechtlichen Gründen nicht anschließen.”

Mit „Haftwerk” sollte zum Start 2018 vor allem auf die Arbeit der Häftlinge aufmerksam gemacht werden. Im Angebot waren nach damaligen Angaben etwa handgenähte Taschen, Holz-Eisenbahnen oder Armbänder, die in Eigenbetrieben der hessischen Gefängnisse gefertigt wurden.

2021 seien insgesamt nur sechs Artikel über den Online-Shop verkauft worden, teilte das Ministerium mit. Dies sei nicht überraschend, da die Produkte nur bis 22. September 2021 verfügbar gewesen seien und es zuvor bereits Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie gegeben habe. Die Produktion von Artikeln, die für die Vermarktung an Privatleute geeignet sind, sei stark zurückgegangen. Angesichts des Umsatzes der Eigenbetriebe im Jahr 2021 von mehr als 9,2 Millionen Euro falle dies nicht weiter ins Gewicht.

Eine Ausweitung der Vertriebswege sei derzeit nicht geplant, erläuterte das Ministerium. Die Eigenbetriebe, die für eine Produktion höherwertiger Produkte in Frage kommen, hätten bereits eine gute Auftragslage oder sogar einen Auftragsstau.

© dpa-infocom, dpa:220830-99-560104/2 (dpa/lhe)