Städtepartner Mühlhausen und Eschwege wollen Zukunftszentrum
Mühlhausen – Im bundesweiten Wettbewerb um das Zukunftszentrum für europäische Transformation und Deutsche Einheit tritt das thüringische Mühlhausen gemeinsam mit seiner hessischen Partnerstadt Eschwege an. Beide Städte stellten am Dienstag in Mühlhausen ihr Bewerbungskonzept vor. Sie waren nach eigenen Angaben die ersten Kommunen, die nach dem Mauerfall eine offizielle deutsch-deutsche Städtepartnerschaft eingegangen sind.
Das Zentrum soll bis 2028 in Ostdeutschland entstehen und Forschung, Begegnung und Ausstellungen zu Fragen der Transformation ermöglichen. Damit verbunden sind Investitionen von mehr als 200 Millionen Euro und 200 Arbeitsplätze. Die Bundesregierung will mit dem Zentrum die Erfahrung der Ostdeutschen mit Wandel und Umbrüchen würdigen. Die Bewerbungsphase läuft bis Ende September.
„Wir halten an unserer Bewerbung fest”, erklärten Mühlhausens Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) und Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe (CDU). Allein in Thüringen gibt es zwei Mitbewerber: die Universitätsstadt Jena, die auch von der Landesregierung unterstützt wird, und Eisenach. Außerdem bewerben sich unter anderem Frankfurt (Oder), unterstützt von den Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, Halle unterstützt von Sachsen-Anhalt und die sächsischen Städte Leipzig und Plauen.
Nur eine Bewerbung einer ost- und einer westdeutschen Stadt würde dem Anliegen des Zentrums gerecht, so die Stadtoberhäupter von Mühlhausen und Eschwege. „Denn Anspruch des Zukunftszentrums ist es, Ost und West zusammenwachsen zu lassen und die Einheit Deutschlands zu festigen.” Mühlhausen und Eschwege seien eine Brücke zwischen West- und Ostdeutschland, aber auch zwischen West- und Osteuropa. Als ländlich gelegene Klein- und Mittelstädte bildeten sie die Lebenswirklichkeit von rund zwei Dritteln der deutschen und europäischen Bevölkerung ab.
Die Ansiedlung des Zukunftszentrums in der Region wäre ein starkes Signal „und ein Impuls für unser Streben nach Gleichwertigkeit”, so die Kommunalpolitiker. Beide Stadtparlamente unterstützten das Projekt durch entsprechende Beschlüsse. Zudem werde mit der Universität Erfurt und anderen Hochschulen kooperiert.
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