Streuobstwiesen: Opposition kritisiert Doppelstrukturen
Wiesbaden – Für das umstrittene neue hessische Streuobstwiesenzentrum sucht das Land derzeit einen Chef oder eine Chefin. „Die Ausschreibungen für die Projektleitung sowie Assistenz wurden veröffentlicht, zeitnah finden Vorstellungsgespräche statt”, teilte das Umweltministerium in Wiesbaden auf Anfrage mit. Das Projekt steht bei der Landtagsopposition in der Kritik.
Es wäre sinnvoller gewesen, dass landesweite Zentrum mit dem bereits bestehenden MainÄppelHaus auf dem Frankfurter Lohrberg zu verknüpfen, sagte die SPD-Abgeordnete Lisa Gnadl (SPD). „Es stellt sich die Frage, warum man Parallelstrukturen schafft.” Auch der FDP-Abgeordnete Stefan Naas erklärte, mit dem MainÄppelHaus gebe es bereits eine etablierte und erfolgreiche Struktur.
Die Landesregierung will rund eine Million Euro jährlich für eine Streuobstwiesenstrategie bereitstellen. Kern ist laut Ankündigung von Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) ein landesweit agierendes Streuobstwiesenzentrum als Anlauf- und Vernetzungsstelle. Das Zentrum soll an den Landschaftspflegeverband „Main-Taunus Naturlandschaft und Streuobst” in Hofheim angesiedelt werden.
„Dem Ministerium lag ein Projektantrag des MainÄppelHaus vor - mit ähnlichen Zielrichtungen zur Umsetzung eines Streuobstwiesenzentrums”, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Allerdings sei der Antrag nicht wirtschaftlich gewesen und fokussierte zudem auf die Region Rhein-Main. „Das Hessische Streuobstwiesenzentrum soll hingegen für ganz Hessen zuständig sein. Daher wurde das Streuobstwiesenzentrum nicht an das MainÄppelHaus angedockt.”
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