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RekordzugIn Bad Münstereifel ist der Bürgermeister im Zoch omnipräsent

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Konfetti und Alaaf: Auch beim Zoch in Bad Münstereifel eine perfekte Kombination.

Der TVE ist aus Bad Münstereifel nicht mehr wegzudenken. Konfetti aus dem Karneval auch nicht – eine passende Kombination also für den Zoch in der Kurstadt.

24 Gruppen zogen durch Bad Münstereifel. Die Jecken hatten vor allem bei der Aufstellung mit dem Wind zu kämpfen.

Im kommenden Jahr geht der Karneval in Bad Münstereifel ins verflixte siebte Jahr – zumindest seitdem die IG „Rettet den Karneval“ das Kommando nach dem Aus der Bubbelsbröder übernommen hat. Und wenn die sechste Ausgabe des IG-Karnevals der Maßstab war, dann muss einem vor der Auflage im kommenden Jahr nicht bange sein. 24 Gruppen zogen am Sonntag durch die Kurstadt – Rekord. Zugleiter Martin Jonas zeigte sich glücklich und zufrieden. 2026 Rekord, 2027 dann 'ne Tollität aus den Reihen der IG? „Das bekommen wir aktuell nicht gestemmt, aber man sollte nie nie sagen“, so der Zugleiter.

Mit Bürgermeister Sebastian Glatzel empfahl sich am Sonntag ein Kandidat. Der Bürgermeister fuhr auf dem Festwagen der KG mit und warf Kamelle mit beiden Händen – so geht Karneval, so geht Prinz. Doch welcher Glatzel stand auf dem Wagen? Der Echte? Oder war es doch nur eine Kopie? Hinter dem Wagen zogen nämlich etwas 20 weitere „Glatzels“ durch Mönster. Die Jecke hatten sich allesamt eine Glatzen-Perücke aufgesetzt und sorgten so für einen omnipräsenten Verwaltungschef.

Windmühlen von Mönste wollen schön sein, aber nicht politisch

Doch damit nicht genug Politik: Zumindest könnte man das Motto der Gruppe „Fidelia Kutterfisch“ so interpretieren. Die Jecke hatten sich als Windmühlen verkleidet und hatten das Motto „Blos dir jett“ ausgerufen. Doch mit der Diskussion um Windkraft in den Bad Münstereifeler Wäldern hatte das nichts zu tun. Die Gruppe wollte nach eigenem Bekunden einfach ein schönes Kostüm kreieren. Das war ihr gelungen, auch wenn der Wind bei der Aufstellung ordentlich zu schaffen machte, weil er die Kostüme fast zerstörte.

Der Gruppe um Steffi Poensgen hatte ähnliche Sorgen. Die Schmetterlinge aus Rodert sahen wundervoll aus. Doch die Flügel der Kostüme wurden aufgrund des starken Windes auf eine harte Probe gestellt. Entsprechend ging der eine oder andere Jeck zunächst rückwärts, damit die Flügel auch den Start des Zochs überstanden.

Apropos Probleme mit dem Kostüm und mit dem Wind. Leonie Zeyns war als Weintraube verkleidet. Die ersten „Trauben“ in Form von dunkelroten Luftballons waren schon kurz hinter dem Orchheimer Tor „ausgepresst“. „Ich habe Ersatz in der Tasche“, verriet die Bad Münstereifelerin. Und noch etwas verriet sie: „Wir haben zwar das Motto ‚Vitamine‘ ausgerufen, aber in unserem Wurfmaterial ist eher Kristall- als Fruchtzucker enthalten.“

Vor allem die kleinen Jecke unter den zahlreichen Besuchern in der Kurstadt dürften es der jungen Truppe nachgesehen haben.