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InsektensterbenGolfclub stellt 700 Quadratmeter für Blühstreifen zur Verfügung

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Stellten an den Blühstreifen Schilder auf: Axel Schlesiger (v.l.), Jojo Ludwig, Tilman Wrede und Christiane Remmert.

Stellten an den Blühstreifen Schilder auf: Axel Schlesiger (v.l.), Jojo Ludwig, Tilman Wrede und Christiane Remmert.

Bad Münstereifel-Eschweiler – Auf offene Ohren stieß die Idee der Initiative „Summen und Blühen“, am Golfplatz in Eschweiler Blühstreifen mit Wildblumen anzulegen, bei Tilman Wrede, dem Geschäftsführer des Golfclubs. „Das vermehrte Insektensterben und der besorgniserregende Zustand unserer Natur waren der Grund dafür, dass wir im April des vergangenen Jahres die Initiative gegründet haben“, sagt Christiane Remmert.

Neben ihr gehören Jojo Ludwig und Axel Schlesiger zu den Gründungsmitgliedern. Inzwischen hat „Summen und Blühen“ zwischen 15 und 20 aktiven Unterstützern.

Laut Remmert haben Insekten keine Lobby. Für die meisten Menschen seien sie nur lästige Krabbeltiere, und manche von ihnen würden auch noch stechen. „Dabei spielen die Insekten – und nicht nur Bienen – eine wichtige Rolle als Bestäuber vieler Pflanzen wie zum Beispiel bei unseren Obstbäume. Was unsere Natur angeht, müssen wir auch an unsere Enkel denken“, erklärt Remmert.

„Wir wollen alle Menschen ansprechen und ihr Bewusstsein schärfen, dass die Natur für unser Leben ein ganz wichtiger Bestandteil ist“, fügen Ludwig und Schlesiger hinzu.

Stefan Lott, Amtsleiter des Forstbüros der Stadt Bad Münstereifel, habe der Initiative bei der Suche nach der Anlegung von Blühstreifen im Stadtgebiet den Golfclub empfohlen. Man sei einer von wenigen Golfclubs im Köln-Bonner Raum, die in der reinen Natur liegen. „Deshalb lautet ja auch unser Motto, Golfen, wo andere Urlaub machen‘“, sagt Wrede mit Stolz.

700 Quadratmetern für Initiative „Summen und Blühen“

Der Golfclub in Eschweiler verfügt insgesamt über eine Fläche von 70 Hektar, 40 davon sind bespielbar, der Rest sind Ausgleichsflächen. Ein Großteil der Flächen des Golfclubs sind von der Stadt gepachtet.

1994 wurden laut Wrede die ersten Bahnen angelegt. Zusätzlich zum bereits bestehenden Baum- und Strauchbestand pflanzten die Mitglieder damals 30.000 junge Bäume – darunter auch viele Obstbäume. Da man laut Geschäftsführer heutzutage bei der Pflege der Anlage mehr zu mechanischen Maßnahmen übergehe, müsse nur noch ein Hektar gedüngt und gespritzt werden.

Drei große Flächen von insgesamt rund 700 Quadratmetern stellte der Golfclub der Initiative „Summen und Blühen“ für das Anlegen von Blühstreifen zur Verfügung. Im April wurden die Wildkräuter, wie zum Beispiel Hornblumen, Wolfsmilch, Ackerwinde und verschiedene Distelarten, eingesät. Etliche Sprösslinge sind bereits sichtbar, und die ersten Insekten erkunden bereits die Blühstreifen als ihre neue Heimat.

„Wir werden die Blühflächen einmal im Jahr mähen und mulchen“, so Tilman Wrede. Sie liegen in unmittelbarer Nähe von Wanderwegen und sollen somit auch die Wanderer auf die Aktion hinweisen. Zusätzlich wurden am gestrigen Montag Hinweisschilder aufgestellt. Darauf steht: „Dies ist kein ungepflegtes Flurstück, sondern Lebensraum für Insekten“.

Laut Wrede wurden die neuen Blühstreifen von den Mitgliedern des Golfclubs sehr positiv aufgenommen. Remmert, Schlesiger und Ludwig hoffen indes, dass es am Golfplatz, aber auch an anderen Stellen in Bad Münstereifel demnächst noch mehr Blühstreifen geben wird.

www.summenundbluehen.de

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