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Keime im Trinkwasser
Wasserverband hebt Abkochgebot für Dahlem auf

Eine Nacktschnecke vor einer Wasserfläche

Die Nacktschnecke, die das Trinkwasser für Dahlem verunreinigte

Eine Woche, nachdem eine Nacktschnecke in einem Vorhaltebecken für Verunreinigungen im Trinkwasser von Dahlem und Hellenthal gesorgt hatte, hob der Wasserverband Oleftal jetzt die Vorsichtsmaßnahmen auf. 

Das seit einer Woche bestehende Trinkwasserabkochgebot für die Orte Dahlem und Schmidtheim ist seit Freitag, 11 Uhr, aufgehoben. Das teilte der Wasserverband Oleftal mit. „Unser beauftragtes Hygieneinstitut hat keine die Gesundheit beeinträchtigenden Keime mehr im Trinkwasser gefunden. Das Trinkwasserabkochgebot ist aufgehoben.“

Guido Lehmkühler, Betriebsleiter des Wasserverbands Oleftal, wirkte am Telefon sichtlich erleichtert. Seit dem vergangenen Freitagabend waren zuvor mehr als 40 Proben des Leitungsnetzes in Dahlem und Schmidheim gezogen worden. Dann stand fest: Ohne Befund.

Nacktschnecke kroch durch schadhafte Dichtung

Das Trinkwasser des Leitungsnetzes ist seitdem stärker als gewohnt gechlort, und es kommt direkt aus der Oleftalsperre. Die Leitung aus dem Quellgebiet „Wasserdell“ oberhalb von Dahlem ist abgeklemmt. Auslöser der Schutzmaßnahmen nach der bei einer Routineprobe am vergangenen Freitag entdeckten bakteriellen Verunreinigung des Trinkwassers in Dahlem und in Schmidtheim war eine durch eine schadhafte Gummidichtung des Deckels des Vorhaltebecken in der Zwischenpumpstation gekrochene Nacktschnecke.

Laufspuren einer Nacktschnecke sind auf der Innenseite des Deckels eines Vorlagebehälters zu sehen.

Die Laufspur der Nacktschnecke auf der Innenseite des Deckels des Vorlagebehälters an der Zwischenpumpstation ist deutlich zu sehen.

Die Pumpanlage befindet sich zwischen Quellbecken und Hochpumpstation in Dahlem und soll für den nötigen Druck des in freiem Fall aus dem Quellgebiet bergab Richtung Dahlem fließenden Wassers sorgen. Die auf der Innenseite des Deckels gefundene Schnecke – auch ihre Laufspuren waren gut zu erkennen – lebte übrigens noch.

Zwei Wochen lang wird noch vermehrt gechlort

Das Vorhaltebecken für die Pumpe ist immer nur „zu 60 bis 70 Prozent mit Wasser gefüllt“, so Lehmkühler. Das Tierchen wurde, nachdem es abgesammelt war, in die Botanik am Moorpfad ausgesetzt, die schadhafte Deckeldichtung ist mittlerweile erneuert. Bestehen bleibt die erhöhte Chlorierung des Trinkwassers noch „um die 14 Tage“, so Lehmkühler, eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Auch danach ist ein gewisser sehr niedriger Chlorgehalt nachweisbar – so, wie er üblich ist. Die alte Dahlemer Trinkwasserleitung, die auch Schmidtheim über den dortigen Hochbehälter mitversorgt, bleibt nach Lehmkühlers Angaben zudem bis auf Weiteres abgeklemmt.

Man wolle zunächst die gesamte Technik des Leitungssystems genauer unter die Lupe nehmen, so der Betriebsleiter. Dies ist im Versorgungsbereich des Wasserverbands Oleftal ein Unikum. Als Verband und Gemeinde in den 1950er-Jahren die Lieferverträge schlossen, wollten die Dahlemer unbedingt ihr „eigenes Wasser aus der Wasserdell“ haben, so Lehmkühler. Das ging nur über die komplizierte Pumptechnik.

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