Die Rückkehr nach Kuchenheim mit dem TSV Bonn rrh. II war für Euskirchens Ex-Kapitänin Corinna Schmitz gleich doppelt schmerzhaft.
HandballDie HSG Euskirchen belohnt sich mit dem ersten Saisonsieg

Eine Last fällt von ihnen ab: Spielerinnen der HSG Euskirchen reißen jubelnd die Arme in die Höhe.
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Oberliga Frauen: HSG Euskirchen – TSV Bonn rrh. II 25:22 (10:12). Es ist vollbracht: Die HSG-Frauen haben ihren ersten Saisonsieg eingefahren. Mit großer Leidenschaft und einer starken Defensive wurde der Tabellenneunte Bonn II verdientermaßen bezwungen. Die Horrorserie mit 14 Niederlagen am Stück ist beendet. Entsprechend emotional wurde es nach dem Spiel, als die Spielerinnen sich freudetrunken in den Armen lagen und von der mit gut 100 Zuschauern gut gefüllten Tribüne mit Standing Ovations und „Wir woll'n die Mannschaft sehen“-Gesängen lautstark gefeiert wurden.
Das Wichtigste zuerst: Aufwärtstrend der letzten Wochen wird belohnt
Die HSG Euskirchen hat den Aufwärtstrend der letzten Wochen mit zwei Punkten gekrönt. Die Bonnerinnen rieben sich vor allem an der Defensive auf. Dass die Partie insgesamt eher durchschnittlich war, dürfte die Gastgeberinnen wenig stören. Sie machten in den entscheidenden Momenten weniger Fehler und trafen öfter ins Tor.
So lief das Spiel: Anführerin Lea Schmitz, treffsichere Lena Esser
In einer nervös geführten Partie war früh erkennbar, dass Bonn schlagbar war. Die HSG fand besser ins Spiel. Bonn legte kurz vor der Pause die Scheu ab und lag nach 1:3 Rückstand 8:5 und 10:7 vorn. Die HSG steigerte sich nach der Pause. Angeführt von einer starken Lea Schmitz, die sich für keinen Zweikampf zu schade war und immer wieder Lücken in der Bonner Abwehr suchte, war es vor allem eine groß aufspielende Lena Esser, die immer wieder den Abschluss suchte. Zehn Versuche der 19-jährigen Rückraumspielerin waren erfolgreich. Nach dem 15:15-Ausgleich führte Euskirchen mit bis zu vier Toren (24:20). Vorne traf die HSG immer dann, wenn es nötig wurde, und hinten holte sie sich immer wieder wichtige Bälle.
Überraschung auf der HSG-Bank: Unterstützung von Julian Meyer
Am vergangenen Wochenende in Aachen und auch diesmal nahm Julian Meyer neben Trainer Kajeepan Maheswaran Platz. Das Erfolgsduo, das verantwortlich für die famose Rückrunde in der Vorsaison war, die zum Klassenerhalt führte, ist wieder vereint. Maheswaran, der Taktikfuchs, und Meyer, der Motivationskünstler und Mann fürs Mentale. Das passt zusammen und verspricht Erfolg. Bereits im zweiten Spiel miteinander gab es den Lohn in Form von zwei Punkten.
Spielerin im Fokus: Corinna Schmitz kehrte nach Kuchenheim zurück
Es war die Rückkehr von Corinna Schmitz. Die ehemalige HSG-Kapitänin lockte einen Großteil ihrer Familie in die Halle. Auch bei Bonn ist sie Spielmacherin, verteilt aber eher die Bälle. Sie erzielte drei Tore und holte einen Siebenmeter heraus. Hinten spielte sie vorrangig im Innenblock.

War mit zehn Toren treffsicherste Euskirchener Spielerin und ist hier auf dem Weg zu einem erfolgreichen Versuch: Lena Esser.
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Zusammengeprallt: Luca Stajenda (r.) und Corinna Schmitz.
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Mitte der zweiten Halbzeit gab es eine Schrecksekunde, als sie und Luca Stajenda mit den Köpfen zusammenstießen. Stajenda erlitt einen Cut unter dem rechten Auge. Schmitz blutete leicht aus der Nase und musste lange das Gesicht kühlen, ehe sie für die letzten fünf Minuten noch einmal aufs Feld kam.
Das sagen Kajeepan Maheswaran und Corinna Schmitz zum Spiel
Kajeepan Maheswaran: „Da sind die ersten zwei Punkte! Wir haben hinten wie vorn 60 Minuten lang unseren Stiefel runtergespielt und verdient gewonnen. Ich bin sehr zufrieden. 22 Gegentore sprechen für sich. Alle Spielerinnen, die heute auf der Platte standen, haben 120 Prozent gegeben und sich endlich belohnt. Ich danke Julian für seine Unterstützung.“
Corinna Schmitz: „Ich war erstaunt, was in der Halle los war, aber für die Mädels der HSG war das eine super Unterstützung. Ich war aufgeregt, hatte aber Zuspruch von Team und Trainer. Leider haben wir als Team – und auch ich – nicht 100 Prozent unserer Leistung abrufen können. Den Zusammenprall habe ich gar nicht richtig mitbekommen, nur das Knacken der Nase und dass jetzt ein Stück Zahn weg ist.“
Euskirchen: Breuer, Seipel – Esser (10), Arends (2), Bank (2), Schons, Bung, Lohmann (1), Schmitz (3/1), Schlipp, Rak, Bücker, Müsch, Stajenda (5/2), Viola (2).
Auch in Weiden gelingt dem TV Palmersheim kein Sieg
Oberliga Männer: HC Weiden 2018 II – TV Palmersheim 32:29 (16:17). Die Palmersheimer Durststrecke geht weiter. Auch im sechsten Spiel in Folge gab es eine Niederlage. Eine, die Peter Trimborn mit den Worten: „Wir haben nach einer wirklich sehr guten Trainingswoche den nächsten Schritt gemacht“, mit Zuversicht für die kommenden Spiele einordnet. Er und Marco Mayer sahen die Mannschaft halbwegs in der Spur, nur der mittlerweile recht lang erwartete Lohn in Form von Punkten blieb erneut aus. Trimborn bewertet die Stimmung im Team weiterhin als gut, hofft aber, dass sich die Unsicherheit bei einigen Spielern bald legen wird.
Insgesamt war es in Weiden ein Spiel auf Augenhöhe. Erst lag Weiden, dann der TVP vorn. 13 Minuten vor dem Ende zogen die Gastgeber aber noch einmal an und auf bis zu vier Tore weg. „Die momentane Situation ist nicht einfach, aber wir werden den Weg gemeinsam gehen, und vielleicht hilft jetzt das freie Wochenende, um den Schalter umzulegen“, sagt Peter Trimborn, der darauf hofft, dass gegen de Tabellennachbarn 1. FC Köln zu Hause der „Brustlöser gefunden“ wird.
TV Palmersheim: Delschen, Roland, Rübenach – Fiedler (2/1), Schmitz (6), Schöller, Lönenbach (5/3), Adolph, Schouren (1), Sinaci (1), Nzoikanua Domingos (2), Dennis Schüller (1), Daniel Schüller (3), Johnen (4), Simsek, Königshoven (4).
Spiel verlegt: HSG Euskirchen stand ohne Torhüter da
Das Spiel der Verbandsliga-Männer der HSG Euskirchen gegen Schwarz-Rot Aachen musste verlegt werden, da der HSG alle vier Trorhüter nicht zur Verfügung standen. Das Spiel wird am 25. Februar nachgeholt.

