André Hauschke vom Ruder- und Segelclub Zülpich nahm 2022 am Worrell 1000, der härtesten Regatta der Welt vor der Ostküste der USA teil.
Sportlerwahl 2022Der Atlantik trieb André Hauschke an seine Grenzen

Liebt den Extremsport: André Hauschke.
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Eigentlich ist André Hauschke das, was man einen Multisportler nennt. Bergsteigen (entweder zu Fuß oder mit Skiern), Mountainbiking, dann natürlich Surfen, womit er in den 80er-Jahren bekannt geworden ist, Laufen. Doch das Jahr 2022 war für ihn ein absolutes „Segelfokusjahr“, wie er es nennt.
Höhepunkt war die Teilnahme am „Worrell 1000“ an der Ostküste der Vereinigten Staaten. 1000 Meilen, von Florida bis Virginia, ging es mit dem Katamaran über den Atlantik. Schon im Vorfeld sprach der Euskirchener, der beim Ruder- und Segelclub Zülpich Mitglied ist, vom „krassesten“, was er je gemacht hat. Und das will was heißen für einen, der mit dem Mountainbike einen Höhenweltrekord in Chile aufgestellt hat und an Expeditionen in Alaska und Nepal teilgenommen hat.
Der „Iron Man der Plastikboote“
Nach dem Worrell 1000 sprach Hauschke von einem „unmenschlichen Ereignis“. Den „Iron Man der Plastikboote“, wie der Worrell auch genannt wird, absolvierte er mit seinem Segelpartner in etwas mehr als 112 Stunden. „Ich bin an meine absolute Grenze gelangt und wurde erheblich auf die Probe gestellt“, berichtet Hauschke. Schon nach dem ersten Tag war der linke Fuß taub, mit dem er sich auf den 150 Kilometern abgestützt hatte.
Hauschke verglich das Rennen mit der Foltermethode Waterboarding: „Du hängst über dem Wasser, siehst jede Welle auf dich zukommen, und jede klatscht dir ins Gesicht.“ Doch so schlimm es auch war: Hauschke liebt die Extreme und sagt deshalb auch: „Dieses Rennen oder ähnliche will ich noch mal erleben.“ Dabei wird er dieses Jahr 60, hat den Winter im Krankenhaus verbracht. Denn er hatte sich in der Saison den Außenmeniskus gerissen, die Operation erfolgte in der sportfreien Zeit. Er hatte ja auch keine Zeit.
Erfolgreich als Solist und mit Partnerin
Nach dem Worrell ging es weiter. Im Juli verteidigte er den Vizetitel bei der Hobie-14-Europameisterschaft in Travemünde. Auch 2023 will er als Solist wieder an den großen Regatten teilnehmen. Fix gesetzt ist schon die Weltmeisterschaft im Juli in Italien. Und auch mit seiner Segel- und Lebenspartnerin Nadja Reinhard war er erfolgreich: Auf dem Hobie 16 segelten die beiden, ebenfalls in Travemünde, auf Platz 3. In Kempen und in Krefeld siegten sie sogar. Das soll sich 2023 wiederholen. „Wir haben auf dem Hobie 16 große Ziele“, sagt Hauschke.
„Besonders die Offshore-Geschichte reizt mich, da will an namhaften Regatten teilnehmen“, verrät er und meint damit das, was man in Deutschland gerne Hochsee-Segeln nennt. Seine Nominierung zur Sportlerwahl freut ihn, weil so „eine Randsportart von mir in den Kreis getragen werden kann“, so Hauschke.
