Die JSG Erft 01 Euskirchen mischt als Aufsteiger die Kreisliga A auf. Die Schützlinge von Stephan Reimer wollen mehr als Tabellenplatz zwei.
Sportlerwahl 2022Die Stärke der JSG Erft 01 Euskirchen ist das Kollektiv

So feiern Aufsteiger: Die JSG Erft schaffte den Sprung in die Kreisliga A und sorgt dort wieder für Furore
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Aufsteiger, Tabellenzweiter in der Kreisliga A - Ziel erreicht? Auf den ersten Blick können und werden die Verantwortlichen der JSG Erft 01 Euskirchen zufrieden sein. Doch wer Trainer Stephan Reimer kennt, der ahnt, dass sich der „Second Place, First Loser“-Spruch auf keinen Fall bewahrheiten soll. Drei Punkte trennen die Reimer-Schützlinge in der Kreisliga A von Spitzenreiter SC Wißkirchen, der das Hinspiel mit 2:0 für sich entschied.
Es war das zu erwartende hitzige Duell, in dem die Emotionen hochkochten, weil sich die Beteiligten kennen, vielfach sogar schon das Trikot der JSG getragen haben, obwohl sie nun für Wißkirchen auflaufen. So spielten unter anderem Stürmer Timo Quast und Torhüter Jan Beyers in der vergangenen Saison für die JSG und hatten entscheidenden Anteil am Aufstieg in die Kreisliga A. Die JSG war übrigens der erste Aufsteiger, der in der Saison 2021/22 feststand.
Kader spielt seit Jahren zusammen
Der Kader der JSG ist, bis auf wenige Ausnahmen, ein Jugendkader, spielt also seit Jahren zusammen. Teilweise standen die Akteure samstags in der Jugend auf dem Platz und sammelten dank ihres Sonderspielrechtes sonntags für die Senioren wertvolle Erfahrungen. „Die Belastung war nicht von der Hand zu weisen - gerade im mentalen Bereich“, gibt Coach Reimer zu, der als entscheidende Stärke bei den Jungs den Ehrgeiz ausgemacht hat: „Sie hassen es, Trainingsspiele zu verlieren. Entsprechend geben sie immer 100 Prozent.“
Doch sie mussten auch negative Erfahrungen machen und meistern. „Das ist eine Kunstrasen-Generation. Auf schlechten Rasenplätzen tun wir uns schwer. Das ist eine große Schwäche von uns“, so Reimer. Zudem versuche seine Mannschaft, fast jede Spielsituation spielerisch zu lösen. Nicht selten gab es bei den ersten Seniorenauftritten in der Eifel in der Kabine sogar ein Donnerwetter, weil das Team sich über die taktische Anweisung, auch mal Bälle einfach aus der Gefahrenzone rauszuschlagen, hinweggesetzt hatte.
57 Treffer hat die JSG in der laufenden Saison erzielt. Nur der SC Wißkirchen hat mehr auf dem Konto. Fünfmal in 15 Spielen erzielten die Reimer-Schützlinge sogar sechs Treffer. Beim Blick in die Torjägerstatistik wird deutlich: Das Kollektiv ist die Stärke der JSG. Es gibt nicht den herausragenden Stürmer, den beispielsweise der TuS Zülpich in Person von David Sasse hat. Stattdessen findet sich mit Luc-Seal Roggendorf ein JSG-Akteur auf Rang 14 wieder. Neun Treffer hat der Stürmer erzielt. Einen weniger hat Luke Bungart auf dem Konto. Luke Reimer (7) und Pedro Brigagao (6) folgen auf den Plätzen.
Sie hassen es, Trainingsspiele zu verlieren. Entsprechend geben sie immer 100 Prozent.
Doch die JSG weiß nicht nur, wo das Tor steht. Sie kann es auch verteidigen. So gut wie kein anderes Team in der Kreisliga A aktuell. Erst 14 Gegentore hat der Tabellenzweite kassiert. Für einen Aufsteiger ein ganz starker Wert. Nico Wirtz und Luca Langer hüten das JSG-Tor, wobei Wirtz mit elf Einsätzen bisher deutlich mehr Spielanteile erhalten hat. Wirtz ist ein typisches Beispiel für den Werdegang der Mannschaft. Seit der E-Jugend spielt der 1,76 Meter große Schlussmann bei der JSG. Wechseloptionen waren für den Leistungsträger vorhanden, doch er blieb der JSG treu und gibt sein Wissen mittlerweile als Torwarttrainer an den Nachwuchs weiter - als 20-Jähriger.
Und auch er dürfte nicht zufrieden sein mit dem zweiten Platz. Es ist irgendwie in der DNA der Seniorenmannschaft der JSG Erft verankert, dass man mit zweiten Plätzen nicht zufrieden ist - selbst dann nicht, wenn er zum Aufstieg reichen sollte.
