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A1-LückenschlussPer Animation mit Tempo 230 über die Eifel-Autobahn fliegen

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Eine 3D-Visualisierung zeigt die geplante Ahrtalbrücke bei Dorsel im Zuge des A1-Lückenschlusses.

Insgesamt 43 Brückenbauwerke müssen auf den 25 Autobahnkilometern zwischen Tondorf und Kelberg gebaut werden – die rund 800 Meter lange Ahrtalbrücke zwischen Dorsel (links) und dem Campingplatz bei Ahrdorf ist das größte und wohl auch teuerste Einzelprojekt.

Bevor die Bauarbeiten zum A1-Lückenschluss starten, verschafft eine 3D-Animation einen Eindruck der 25 Kilometer langen Trasse mit 43 Brücken.

Noch hat der Winter die Eifel fest im Griff – davon konnten in den vergangenen Tagen auch die Jecken ein Lied singen, die am Rosenmontag so manches Kamellchen aus dem Schnee pulen mussten. Doch für nächste Woche ist Besserung in Sicht: Temperaturen von deutlich über zehn Grad sagen die Meteorologen auch für die Höhenlagen der Eifel voraus – ein kleiner Vorgeschmack auf den nahenden Frühling.

Für den Frühling hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) bei einem Ortstermin Anfang Dezember auch den Beginn der (vorbereitenden) Bauarbeiten zum A1-Lückenschluss angekündigt: Zunächst sollen Baustraßen im Bereich des aktuellen Autobahnendes auf rheinland-pfälzischem Gebiet in der Nähe von Dreis-Brück errichtet werden.

Beim A1-Weiterbau werden Feldlerche und Haselmaus umgesiedelt

Anschließend solle dann mit den Vorbereitungen für die vorgezogenen „landespflegerischen Kompensationsmaßnahmen“ begonnen werden, hatte Dr. Michael Güntner, Chef der Autobahn GmbH, bei gleicher Gelegenheit erklärt. Diese Naturschutzmaßnahmen sehen die Schaffung von Ausweichquartieren für bedrohte Vogel- und Säugetierarten vor. Tierarten wie Feldlerche und Haselmaus müssten umgesiedelt werden, bevor an der Trasse für den A1-Abschnitt zwischen den Anschlussstellen (AS) Kelberg und Adenau gebaut werden kann.

Screenshot aus der 3D-Animation, die einen Überflug über die künftige A1-Trasse in der Eifel zeigt.

Die künftige Ahrtalbrücke aus der Vogelperspektive in Blickrichtung Norden.

Bislang ist allerdings noch nicht viel passiert rund um die künftige Baustelle. „Es hat zeitweise ziemlich kräftig geschneit, jetzt ist alles sehr nass. Ich gehe aber davon aus, dass es bald losgeht“, freut sich Ortsbürgermeisterin Edith Löhr-Hoffmann aus Dreis-Brück, dem Dorf in der Vulkaneifel, das am stärksten vom Verkehr betroffen ist, der sich auch in den kommenden Jahren noch seinen Weg zwischen Kelberg und Tondorf suchen wird.

Denn einen genauen Zeitplan, wann die rund 25 Kilometer lange A1-Lücke geschlossen werden soll, gibt es laut Autobahn GmbH derzeit noch nicht. Fest steht bislang nur, dass mit den Bauarbeiten irgendwann am südlichen Ende der Lücke begonnen werden wird, denn der knapp 10,5 Kilometer lange Abschnitt zwischen Kelberg und Adenau ist der einzige von insgesamt drei Abschnitten, für den Baurecht besteht.

Auf NRW-Seite steht das Jahr 2026 ganz im Zeichen der Planung

Immerhin: Beim dann in Richtung Norden folgenden Abschnitt von Adenau bis Lommersdorf ist noch im Jahr 2026 die Vorlage des Vorentwurfs geplant, heißt es von den Planern. Nach Genehmigung dieses Vorentwurfs folge dann die Wiederaufnahme des zurzeit ruhenden Planfeststellungsverfahrens.

Weiter fortgeschritten ist der Abschnitt von Lommersdorf bis zum nördlichen Ende der Lücke bei Tondorf. „Hier wird mit der Fertigstellung des Deckblattverfahrens im Jahr 2026 gerechnet, welches dann offengelegt werden soll“, so die Autobahn GmbH zum aktuellen Stand des Verfahrens. Ein Planfeststellungsbeschluss wäre dann frühestens im Jahr 2027 zu erwarten. „Bei beiden Abschnitten sind dabei alle Entwicklungen im Umwelt- und Wasserrecht zu berücksichtigen, um so die bestmögliche Gesamtlösung zu planen und umzusetzen“, so die Planer.

Jeder Kilometer der neuen Autobahn kostet 51 Millionen Euro

Bis der Verkehr zwischen Tondorf und Kelberg über die Autobahn fließen kann, werden also noch einige Jahre ins Land ziehen. Einen ersten Eindruck von der Trasse kann man sich derzeit aber schon im Internet verschaffen: Auf einer Website der Autobahn GmbH haben die Straßenplaner unlängst ein Video veröffentlicht, das einen virtuellen Überflug über die fertige Fernstraße simuliert.

Die 25 Autobahnkilometer werden von Süden in Fahrtrichtung Norden in knapp sechseinhalb Minuten abgespult, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 230 Kilometern pro Stunde entspricht. Trotz des „Sportwagen-Tempos“ ist gut erkennbar, wie sich die Straße einmal in die Eifellandschaft einfügen wird.

Allein im ersten Bauabschnitt von Kelberg bis Adenau werden 21 Brückenbauwerke notwendig. „Darunter befinden sich zehn Talbrücken und drei bis vier Wildbrücken“, sagte Anastasios Mpasios, Leiter der Niederlassung Euskirchen der Autobahn GmbH und Chef der Lückenschluss-Projektgruppe, im Dezember beim Ortstermin mit dem Verkehrsminister.

Die zahlreichen Brückenbauwerke treiben den Preis für den 10,5 Kilometer langen Abschnitt auf geschätzte 317 Millionen Euro – knapp 30,2 Millionen Euro pro Kilometer. Noch teurer sind die folgenden Bauabschnitte mit der Brücke zur Querung des Ahrtals bei Dorsel und einem Tunnel südlich von Lommersdorf. Die Kosten für die 15,4 Kilometer zwischen Adenau und Tondorf betragen nach heutigem Stand rund 783 Millionen Euro, was einem Kilometerpreis von knapp 51 Millionen Euro entspricht.