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Große Investition in MechernichRückhaltebecken für 1,32 Millionen in Antweiler geplant

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Mechernich-Antweiler – In Antweiler wird demnächst viel Geld investiert: Am Ortsrand soll ein neues Regenrückhaltebecken für 1,32 Millionen Euro entstehen. 60 Prozent davon werden gefördert, genau 794 000 Euro, die restliche Summe wird dem Mechernicher Haushalt entnommen.

Lehmhaltige Böden

Helmut Schmitz, Fachbereichsleiter der Stadtwerke Mechernich, und Ingenieur Thomas Aufdermauer erläuterten vor Ort die Gründe für die Baumaßnahme. Laut Aufdermauer hat Antweiler, das in einer Talsohle liegt, große Probleme mit Niederschlagswasser.

Ein Hauptproblem sind die lehmhaltigen Böden, in denen recht wenig Wasser versickert. Der aus Richtung Rissdorf abfallende Hang wird zwar über einen Bach entwässert, der in der Ortslage verrohrt ist. Doch ist in dessen unterem Teil im Bereich des Dorfs, wo der Kanal bereits deutlich älter ist, der Durchmesser nun zu klein. Deshalb läuft dort manchmal der Bach aus der Verrohrung über.

Jetzt soll eine Situation geschaffen werden, die garantiert, dass dies lediglich bei einem statistisch einmal in 100 Jahren stattfindenden Unwetter stattfinden kann.

Drei Bauabschnitte sind geplant: Im kommenden Frühjahr, wenn das Wetter es zulässt, könnte mit dem Bau des Beckens oberhalb des Ortes in Richtung Rissdorf begonnen werden, erläuterte Helmut Schmitz. Gebaut wird auf einem jetzt noch mit Mais bestandenen Acker. Anschließend, voraussichtlich Ende des Jahres, wird die Kanalisation innerörtlich im Bereich der Graf-Schall-Straße angefasst. 2017 werden schließlich die Seitengräben angeschlossen, um weiteres Wasser aus der Ortslage heraus zu halten.

Das Becken sei so ausgelegt, dass maximal lediglich 400 Liter pro Sekunde durchlaufen könnten, erläuterte Aufdermauer. Tatsächlich können jedoch bei einem Starkregen 1000 Liter pro Sekunde den Hang hinunterkommen. Derartige Hochwasserspitzen werden also gekappt und das Becken in solchen Fällen zu einem Zwischenspeicher für die Wassermassen.

Es hat ein Stauvolumen von 247000 Kubikmetern sowie eine maximale Einstaudauer von rund drei Tagen. „Würden wir das Wasser einfach durchlaufen lassen, dann würden Unterlauf, Erft und Kreuzweingarten belastet“, erläutert Ingenieur Aufdermauer. Das Becken wird über eine Kanalleitung, die zunächst parallel zum Bach läuft und dann in diesen eingeleitet wird, entwässert.

Keine Kosten für Anlieger

Während der Bauphase dürfen die Böden, nachdem die Deckschicht entfernt wurde, nicht nass werden. Falls es während der Bauarbeiten regnen sollte, wird das Wasser direkt abgeleitet. In diesem Fall könnte es jedoch zu einem Baustopp von zwei bis drei Monaten kommen.

In der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres, eventuell auch erst zum Jahresende 2016, wird dann im Ort selbst auf 100 Metern Länge entlang der Graf-Schall-Straße die Verrohrung aufgeweitet. Für die Anlieger entstehen übrigens keine Kosten. 2017 werden dann Wege-Seiten-Gräben, die jetzt zum Teil noch in die Mischwasserkanalisation fließen, angeschlossen, um deren Wasser ebenfalls aus der Ortslage zu halten.