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Planungsfehler in BronsfeldHaltestelle versperrt Garagenzufahrt

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Diese Bushaltestelle dürfte in Kürze die Ausfahrt dieser Gerage in Bronsfeld behindern.

Schleiden-Bronsfeld – Noch sind die Garagentore nur durch Öffnungen in dem Rohbau erkennbar, doch schon jetzt wird klar, dass hier kein Musterbeispiel für gelungene Bauplanung vorliegt. Denn der Neubau einer Garage an der Hauptstraße des Schleidener Ortsteils steht so, dass die Ein- und Ausfahrt zur Hälfte von einem Baum verwehrt wird, zur anderen genau über das Gelände einer Bushaltestelle geht.

Ein Umstand, der bei Franz-Josef Erben-Floeth, der den „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf die missglückte Bauplanung aufmerksam machte, ungläubiges Kopfschütteln hervorruft. „Da muss doch einer geschlafen haben“, sagt der ehemalige Ratsvertreter der Grünen. Denn an dieser Bushaltestelle stehen morgens die Kinder und Jugendlichen aus dem Bronsfelder Oberdorf, die mit dem Bus zur Schule gebracht werden.

„Aus dem Lageplan, der mit dem Bauantrag eingereicht wurde, war das nicht zu erkennen“, sagt Andreas Glodowski vom Bauamt der Stadt Schleiden. Andernfalls wäre die Konstellation nach seiner Auskunft auch nicht zu verhindern gewesen. „Baurechtlich ist das nicht zu beanstanden“, meint er, doch es wäre besser gewesen, der Bauherr hätte beschlossen, die Zufahrt über die Straße Am Röresberg laufen zu lassen, die seitlich des Grundstückes liegt.

Dort, wo derzeit die Garage gebaut wird, stand vorher ein Haus, das vor kurzem abgerissen wurde. Erworben hatte es ein Kölner, der das Nachbarhaus als Wochenendhaus ausgebaut hat. „Vor rund 20 Jahren war hier noch ein Einkaufsladen“, erinnert sich Erben-Floeth. Auch der Name der Haltestelle „Schleiden, Rewe“ stammt noch aus diesem lang vergangenen Zeiten. Vor vielen Jahren erlangte dieses Haus Berühmtheit, als der damalige Besitzer ein großes Holzkreuz, das an der Außenwand stand, abreißen wollte. Die Bronsfelder verhinderten das und gaben dem Kreuz schräg gegenüber einen neuen Standort.

Stadt trägt nicht die Mehrkosten

Mit dem neuen Besitzer des Grundstückes hat Glodowski bereits telefoniert. „Der Bauherr war auch bereit, die Öffnungen zu verschließen und die Tore an der anderen Seite anzubringen, um über den Röresberg auszufahren“, berichtet Glodowski. Allerdings hätte er die Mehrkosten, die dabei anfallen würden, von der Stadt Schleiden ersetzt haben wollen, wozu diese wegen der Haushaltslage allerdings nicht bereit war.

Glodowski findet die Situation zwar nicht glücklich, sieht das Problem aber nicht als dramatisch an. „Das Haus soll als Wochenendhaus genutzt werden, die Kinder stehen nur in der Woche dort“, sagt er. Deshalb gäbe es keine aktuelle Konfliktsituation. Und selbst wenn es zeitliche Kollisionen gäbe, könne man sich immer noch arrangieren. „Solche Konstellationen gibt es an mehreren Stellen im Schleidener Stadtgebiet“, weiß er.

Eins ist aber für ihn auf jeden Fall sicher: „Alles bleibt dort genau so stehen.“ Weder der Baum noch die Bushaltestelle würden entfernt oder verlegt, darauf könnten sich die Bronsfelder verlassen, sagte er im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.