PräsidentenwahlKreis Euskirchener Wahlleute sind die großen Pechvögel

Patrick Schöneborn, hier in seiner durch die Flut zerstörten Wohnung, erhielt das Ergebnis des positiven PCR-Tests in der Nacht zum Mittwoch.
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Oberhausen/Ülpenich/Berlin – Wie bitter ist das denn? Für Nicht-Bundestagsabgeordnete ist die Chance, an der Wahl des Bundespräsidenten teilzunehmen, verschwindend gering. Auf einen solchen „Einmal im Leben“-Moment hatten sich Angela Steinhauer aus Ülpenich und Patrick Schöneborn aus Oberhausen wochenlang gefreut. Und dann kam Corona. Beiden hat das Virus den Traum zunichte gemacht.
Am Mittwoch endete Patrick Schöneborns Traum von Berlin
Patrick Schöneborn hat es zuerst erwischt. Der 28-Jährige, der in der Flut all sein Hab und Gut verloren und dennoch ohne Unterlass mit den Oberhausener Feuerwehrleuten den Menschen in und nach der Katastrophe geholfen hat, war für diesen Einsatz von der Landes-SPD nominiert worden. Nachdem er am vorvergangenen Wochenende bei Eifeler Usselswetter seinen Eltern beim Wiederaufbau in ihrem ebenfalls von der Flut massiv beschädigten Haus geholfen hatte, stellten sich Erkältungssymptome ein. Die Hoffnung, dass es nur ein Schnupfen ist, den er sich in diesem Wetter eingefangen hat, hat sich zerschlagen. Nachdem die ersten Schnelltests noch negativ waren und die Hoffnung Bestand hatte, doch nach Berlin fahren zu können, kam in der Nacht zum Mittwoch das Ergebnis des PCR-Tests: Positiv, mit Corona infiziert, keine Fahrt nach Berlin, keine Präsidentenwahl mit Patrick Schöneborn. Seine Gefühlslage war kaum in Worte zu fassen – „Mist“ und „scheinbar habe ich das Unglück gepachtet“ waren da die mildesten Ausdrücke.
Am Sonntag ist ihm nur geblieben, die Präsidentenwahl am Fernseher zu verfolgen. Der Wein dazu war da weniger zur Feier des Tages, sondern eher, um Frust und Enttäuschung etwas erträglicher zu machen.

Angela Steinhauer, hier in ihrem Betriebsrats-Büro im Kreiskrankenhaus Mechernich, wurde am Samstag in Berlin vom positiven Corona-Test überrascht.
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Die große Enttäuschung für Angela Steinhauer in Berlin
Angela Steinhauer ist gelernte Krankenschwester, seit vielen Jahren im Betriebsrat der Kreiskrankenhaus Mechernich GmbH tätig, seit 2005 für diese Arbeit komplett freigestellt und heute dessen Vorsitzende. Für ihren Einsatz in der und für die Pflege hatte die Landes-SPD die 57-Jährige für die Bundesversammlung nominiert. Am Freitag war sie voller Vorfreude nach Berlin gefahren. Eigentlich hätte sie mit Schöneborn zusammen anreisen und diese besonderen Momente gemeinsam erleben wollen. Am Freitagabend fand sie es schade, alleine in Berlin zu sein und war voller Mitleid für Schöneborn. Doch auch für sie sollte es noch viel schlimmer kommen. Am Samstag standen die obligatorischen Corona-Tests im für die Wahlleute vorgesehenen Zentrum vor dem Reichstagsgebäude an. Nachdem Steinhauers Schnelltest positiv war, folgte gleich der PCR-Test. Dessen Ergebnis sollte eine Dreiviertelstunde später vorliegen – eine Bundesversammlung ist eben keine Dorfkirmes, die Expresstests sind dort ebenfalls vorgehalten worden. Eine Bundeswehr-Ärztin war es dann, die Angela Steinhauer das so enttäuschende Ergebnis mitgeteilt hat. Positiv, mit Corona infiziert: Gehen Sie in Isolation, nehmen Sie nicht an der Bundesversammlung teil.
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