Abo

Werkshalle Pappen-OlefHochmotiviert trotz Behinderung

2 min

Als hochmotiviert und zuverlässig gilt Wolfgang Raab, der eine Arbeitsstelle bei Pappen-Olef gefunden hat.

Schleiden-Olef – Der Lärm der Maschinen ist ohrenbetäubend, doch das ficht Wolfgang Raab nicht an. Unermüdlich schichtet der 61-Jährige in der Werkshalle von Pappen-Olef die Kartonrohlinge aufeinander, die aus der Maschine kommen. „Hochmotiviert und zuverlässig“ sei er, sagt sein Chef Franz-Josef Meixner über ihn, das habe ihn überzeugt. „Ich habe hier schon viel Jüngere scheitern sehen, die nach einem Tag nicht wiedergekommen sind“, zeigt er sich zufrieden über seinen neuen Mitarbeiter. Dass er mit Raab einen Schwerbehinderten eingestellt hat, ist für Meixner kein Thema. „Natürlich muss man in gewisser Weise Rücksicht nehmen“, räumt er ein. Raab ist unter anderem zuckerkrank, aber alle Kollegen wissen, wie sie sich im Notfall zu verhalten haben. Doch ansonsten ist Raab ein Mitarbeiter wie andere auch. „Den Takt gibt die Maschine vor“, sagt Meixner. Er wolle auch nicht, dass behinderte Mitarbeiter in eine Sonderrolle geraten.

Anlässlich des Tages für Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember startet eine Aktionswoche, in der auf die Möglichkeiten aufmerksam gemacht wird, mit denen Menschen mit Behinderungen an Arbeitgeber vermittelt werden könnten.

Gut ausgebildet

Grundsätzlich seien sie gut ausgebildet und hochmotiviert, weiß Nathalie Rivault von der Agentur für Arbeit in Brühl. Angesichts des Fachkräftemangels sollten diese Menschen nicht aus dem Blickfeld verloren werden. Es gebe eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Entscheidung zu unterstützen. Das fange an bei der Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und höre auch bei baulichen Maßnahmen nicht auf, sagte Rivault. Es könne sogar geprüft werden, einen Aufzug einzubauen.

„Es ist ein zähes Geschäft“, gibt Theresa Wittwer zu, die bei der Agentur für Arbeit für die Vermittlung von Behinderten zuständig ist. Zurzeit sind 335 Schwerbehinderte im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. 30 konnten im Jahr 2013 in eine Arbeitsstelle vermittelt werden. Eines der erfolgreichsten Mittel, Arbeitgeber zu überzeugen, sei die Probearbeit, führte sie aus. Dabei können die Arbeitnehmer nicht nur schauen, ob sie den Anforderungen im Betrieb gewachsen sind. Die Arbeitgeber können zudem feststellen, ob der neue Mitarbeiter in den Betrieb passt.